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Lebensretter auf vier Pfoten

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Django als „Motor“: Problemlos zieht der Schweizer Schäferhund Retter und Patient ans Ufer.
Django als „Motor“: Problemlos zieht der Schweizer Schäferhund Retter und Patient ans Ufer. © hab

Karlsfeld – Django hat keine Scheu, er springt sogar vom Steg aus ins Wasser. „Kollege“ Fuchur ist da eher zurückhaltend, er bevorzugt es, sich langsam ins kühle Nass vorzutasten. Eines aber gilt für beide: Sie retten Leben!

Django ist ein Schweizer Schäferhund, Fuchur ein Golden Retriever. Im vergangenen Jahr hat die Wasserwacht Karlsfeld die beiden Hunde erfolgreich in die Arbeit der Wasserrettung integriert. „Sie können uns im Wachdienstgeschehen am Karlsfelder See unterstützen“, betont Oliver Welter, der Vorsitzende der Kreiswasserwacht Dachau.

Erst im Team sind sie stark: Tobias Fritsch mit seinem Django.
Erst im Team sind sie stark: Tobias Fritsch mit seinem Django. © hab

Django und Fuchur üben gemeinsam mit ihren Besitzern Tobias Fritsch und Barbara Seitz regelmäßig unterschiedliche Rettungstechniken: Ein-Personen- und Zwei-Personen-Rettung, die Rettung vom Boot aus. Es sind Teams mit besonderer Bindung, wie Barbara Seitz betont: „Unsere Hunde sind wie Partner und Freunde, die keiner von uns hergibt.“

Ein ausgebildeter Wasserrettungshund verfügt über große Kräfte. Ohne Probleme ist er in der Lage, den zu Rettenden und den Wasserretter Richtung Ufer zu ziehen. Der Wasserretter kann sich also sofort um den Patienten kümmern. „Der Hund dient quasi als Hilfsmotor“, sagt Welter.

Django stürzt sich auch vom Steg aus furchtlos ins Wasser.
Django stürzt sich auch vom Steg aus furchtlos ins Wasser. © hab

In der zwei bis drei Jahre dauernden Ausbildung geht es nicht nur um die Wasserrettung, auch die Vertrauensarbeit ist von großer Bedeutung – eine gute Erziehung der Hunde ist natürlich Voraussetzung. „Dabei wird die positive Verstärkung unserer Hunde gefördert, es wird also ohne Druck gearbeitet“, sagt Barbara Seitz. Das funktioniert bei Django und Fuchur offensichtlich sehr gut. Seitz: „Insgeheim wissen sie ja, dass sie unsere Lieblinge sind.“

Auch wenn sie von Natur aus schwimmen können, so reagieren Hunde doch recht unterschiedlich auf das Element Wasser. Fuchur ließ sich anfangs mehr Zeit. Ganz langsam nur wagte er sich immer weiter ins Wasser, erst bis zur Brust, dann ein bisschen weiter – bis er erstmals den Boden unter den Füßen verlor. Beim Baden im Ammersee überrollte ihn eine von einem Boot ausgelöste Welle. Es machte Fuchur nichts mehr aus. Von diesem Zeitpunkt an ging es schneller voran.

Barbara Seitz und Tobias Fritsch sind schon länger bei der Wasserwacht. Über einen Fernsehbericht kamen sie auf die Idee, ihre Hunde bei der Wasserwacht einzusetzen. Der Eignungstest ist schon bestanden. Gerade bereiten Seitz und Fritsch ihre Hunde auf die nächste Prüfung vor.

Mittlerweile ist Wasser auch sein Element: Fuchur mit Frauchen Barbara Seitz bei einer Übung am Karlsfelder See. 
Mittlerweile ist Wasser auch sein Element: Fuchur mit Frauchen Barbara Seitz bei einer Übung am Karlsfelder See.  © hab

Aufgaben sind da zum Beispiel die Gewöhnung an Badegäste sowie das strikte Befolgen von Befehlen – ohne sich ablenken zu lassen, zum Beispiel von Enten, die da im See umherschwimmen.

Privat gehen Barbara Seitz und Tobias Fritsch mit Fuchur und Django übrigens nicht ins Wasser. Sie wollen natürlich auch Vorbild sein, wenn es zum Beispiel darum geht, Hinweise wie ein Hundeverbot an Gewässern zu beachten. Die Resonanz der Badegäste auf die Rettungshunde, die an der leuchtend gelben Schwimmweste leicht zu erkennen sind, sei sehr positiv, betonen Seit und Fritsch.

Fuchur und Django lieben ihren „Job“. Tobias Fritsch ist jedenfalls überzeugt: „Django ist heiß darauf, Menschen zu retten!“  dn/hab

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