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3,65 Hektar großes Baugebiet: Das Ludl-Gelände (farblich abgesetzt) bekommt einen Mix aus Wohnen, Arbeiten, Gastronomie und Handel. Das kleine dunkelbraun dargestellte Gebäude ist die Ludl-Kapelle direkt an der Münchner Straße. 

Pläne für Neubaugebiet in Karlsfeld konkretisieren sich

Ludl-Gelände soll „grünes Quartier“ werden

Was geschieht auf dem Ludl-Gelände? Diese Frage beschäftigt viele Karlsfelder. Rund 120 Interessierte kamen am Montagabend ins Bürgerhaus, um sich über den aktuellen Stand der Planungen für das 3,65 Hektar große Areal an der Münchner Straße zu informieren.

„Die Planung konkretisiert sich langsam“, sagte der Architekt Klaus Kehrbaum eingangs. Und er versprach: „Das ganze Quartier wird ein grünes Quartier!“

Von besonderer Bedeutung ist in Karlsfeld stets das Thema Verkehr. Zwei Fachbüros erstellen im Auftrag von Investor und Gemeinde gerade ein Mobilitätskonzept für das Ludl-Areal. Hier gehe es keineswegs nur um den Pkw-Verkehr, so Kehrbaum. Ziel sei, „es dem Fußgänger und dem Radfahrer so angenehm wie möglich zu machen“. Im gesamten Planungsbereich gibt es mehrere Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung.

Motorisierten Individualverkehr wird es dennoch mehr als genug geben. Sie rechne mit durchschnittlich 5900 Fahrten pro Tag auf dem Gelände, sagte Verkehrsexpertin Yessika Schmidt. Wichtig sei, dass das Ludl-Gelände nicht ausschließlich über die Münchner Straße, sondern zum Teil auch über die Nibelungenstraße erschlossen werden soll. Diese Maßnahme entzerre den Verkehr.

Andererseits will man eines nicht tun: Die Nibelungenstraße, die nach ihrer Fertigstellung die Bayernwerkstraße und die Allacher Straße miteinander verbinden wird, soll nicht zu attraktiv und damit zum Bypass werden, wenn die Münchner Straße mal wieder dicht ist. Zum Teil kann die Straße nur in Schrittgeschwindigkeit befahren werden.

Wie berichtet, wird es von der Gartenstraße aus weder eine Unter- noch eine Überführung zum Ludl-Gelände hinüber geben. Die ebenengleiche Kreuzung soll eine leistungsfähige Ampelanlage bekommen, die selbstständig nach Verkehrsaufkommen ihre Signale schaltet. Geplant sind zudem eine Linksabbiegespur auf der Münchner Straße in Richtung Dachau und eine Rechtsabbiegespur in Richtung München. Diese Abbiegespuren sollen genug Platz bieten, damit sich der Verkehr aufstellen kann.

Die Ludl-Kapelle hat laut Klaus Kehrbaum in den Planungen „höchste Priorität“. Damit das kleine denkmalgeschützte Gotteshaus besser zur Geltung kommt, sollen die Baulinien der neuen Gebäude deutlich zurückgenommen werden. Direkt vorne an der Straße steht dann nur noch die Kapelle, gut sichtbar von beiden Seiten. Sie soll restauriert und frei zugänglich werden.

Das sogenannte Sommerhaus kann hingegen nicht vorne an der Straße stehen bleiben. Dort wird der Platz für Straßenfläche, Radschutzstreifen und Gehweg benötigt. Kehrbaum versicherte jedoch, dass untersucht werde, inwieweit das Haus zumindest in Teilen an einen anderen Standort auf dem Plangebiet versetzt werden kann. „Das Haus soll nicht zur Gänze verschwinden.“ Alle anderen Gebäude der ehemaligen Ludl-Hofstelle werden abgerissen.

Wie Kehrbaum weiter mitteilte, gebe es schon Interessenten für den Hotelbetrieb auf dem Gelände sowie die Einzelhandelsflächen. Das Unternehmen für Medizintechnik, das sich auf dem Ludl-Areal niederlassen will, biete rund 120 Arbeitsplätze. Für den Betrieb der Kindertagesstätte gebe es drei potenzielle Träger, die „höchstes Interesse“ bekundet hätten.

Konkrete Vorstellung gibt es laut Planer Kehrbaum auch schon, was die Höhenentwicklung auf dem Gelände betrifft. Höher als in der Neuen Mitte solle nicht gebaut werden, maximal werden die Gebäude demnach eine Höhe von 24 Metern haben.

Immer ein Thema in Karlsfeld: der hohe Grundwasserspiegel. Ein Gutachter und ein Spezialbüro sind laut Kehrbaum dabei, Lösungen zu finden. Das Grundwasserproblem bedeute einen „hohen Aufwand“, auch schon während der Bauphase.

Wie schon bei einem Workshop im vergangenen Oktober waren die Besucher aufgerufen, Ideen, Wünsche und Anregungen für die Entwicklung und Gestaltung des Ludl-Geländes zu formulieren. Doch anders als damals nutzte kaum jemand das Angebot. Thomas Leichsenring

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