Maria Hanslmair aus Karlsfeld 100 Jahre alt

Mit Rollator? „Nix Rollator!“

Hellwach und bewundernswert fit: Maria Ganslmair feiert in Karlsfeld ihren 100. Geburtstag.

Karlsfeld – „Ich merk das gar nicht, dass ich hundert bin“, sagt Maria Hanslmair. Wer sie besucht, merkt das ebenso wenig. Da sitzt eine hellwache, muntere ältere Dame und genießt ein großes Stück Käsesahnetorte im großen Kreis ihrer Verwandtschaft und erzählt, wie sie ihre Tage verbringt. „Ich gehe jeden Tag vormittags und nachmittags spazieren, ganz allein.“ Mit dem Rollator? „Nix Rollator. Mit Walking-Stöcken, das geht prima.“ Sie spielt gerne Zither: „Das ist eine gute Unterhaltung für mich.“

Geboren ist die Jubilarin in Friedenfels in der Oberpfalz. „Das ist die schönste Landschaft von ganz Deutschland“, kommentieren die anwesenden Friedenfelsner. Maria Hanslmair ist die Zweitälteste von neun Kindern. Von den Geschwistern lebt niemand mehr, zwei fielen im Krieg.

Zum 100. Geburtstag sind die Nichten und Neffen mit ihren Kindern gekommen und feiern fröhlich. Zum Mittagessen gab es als Vorspeise einen kleinen Salat, danach Grießnockerlsuppe, danach Wiener Schnitzel mit Spargel und zum Abschluss weiße Schokoladen-Mousse.

Das Haus Curanum hat die Feier ausgerichtet, „wir haben das sehr gerne gemacht,“ betont Heimleiter Holger Jantsch. Für ihn ist Frau Hanslmair „ein Unikum“, vor allem ihre täglichen Spaziergänge bewundert er.

Auch zweiter Bürgermeister Stefan Handl ist voller Bewunderung für die Hundertjährige: „Das habe ich bisher noch nicht erlebt, dass jemand so fröhlich ist in diesem Alter.“ Er überbringt Glückwünsche von Ministerpräsident Söder und vom Landkreis.

Ihr Neffe Oskar Schuster hat eine Erklärung für diese außergewöhnliche Frau: „Sie weiß, was sie will. Und sie will weiter am Leben teilhaben.“ Er ist zweiter Bürgermeister in Friedenfels und erzählt auch, wie seine Tante dort immer viel draußen war und mit dem Vater gerne gewandert ist.

Ihren Mann hat Maria Hanslmair im Zug kennengelernt. Er war bei der Bahn und stammte aus Dachau. Sie waren 39 Jahre verheiratet. Sie selber hat 22 Jahre bei Grundig in Dachau gearbeitet, im Büro: „Ich bin sehr gerne in die Arbeit gegangen.“ Gerne war sie auch auf Reisen: „In Europa kenne ich fast jedes Land.“ Aber auch zum Nordkap ging es, und mit 80 Jahren ist sie noch auf die Seychellen gefahren.

Ihr Tipp für ein langes gesundes Leben? Natürlich Bewegung. Und: „Keinen Mittagsschlaf machen.“ Den braucht sie auch heute nicht, nach ausführlichem Mittagessen und anschließender Kaffeetafel. Sie steht flott vom Stuhl auf, um den Bürgermeister zu verabschieden. Es geht ihr wirklich zum Freuen gut. Nur eines ist nicht ganz so, wie sie es sich wünscht: „Schade, dass ich so schlecht sehe und höre. Aber irgendwas muss man ja haben.“

ep

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