+
Seine erste Messe als Neupriester in Karlsfeld feiert am Sonntag Maximilian Hofmann. Wetzler

Maximilian Hofmann zelebriert seine erste Messe als Priester in Karlsfeld

Am Sonntag feiert er seine Heimatprimiz

Maximilian Hofmann zelebriert seine erste Messe als Priester in Karlsfeld.

Karlsfeld– Mit Karlsfeld ist er tief verbunden, obwohl er aus Eching stammt. Das zeigt sich am kommenden Sonntag, wenn Maximilian Hofmann in den katholischen Pfarreien St. Anna und St. Josef seine „Heimatprimiz“ feiert, also seine erste Messe als Neupriester zelebriert. Vergangenen Samstag ist er in Berlin zum Priester geweiht worden, an der außer seiner Familie auch Pfarrer Bernhard Rümmler von St. Anna teilnahm.

In der Echinger Pfarrei hatte sich Maximilian Hofmann als Kind nicht mehr wohlgefühlt. Er litt unter Stottern und suchte nach Antworten für dieses Leiden, für das er eher verspottet statt angenommen wurde. „Es war ein langsamer Entfremdungsprozess.“

Freunde seiner Eltern waren in der Pfarrei St. Anna aktiv und luden die Familie zu einer Feier der Osternacht in Ludwigsfeld ein, in der Liturgie des Neokatechumenalen Wegs. Es war ein faszinierendes Erlebnis für ihn: „Das hat mich vollkommen von den Socken gerissen!“, sagt er heute. So kam er in Kontakt zu dem damaligen Pfarrer in St. Anna, Robert Krieger. „Er war der erste, der mir Antworten geben konnte auf meine Frage, wieso ich dieses Leiden habe.“ Maximilian Hofmann nahm an seinem Firmunterricht teil und wurde 2002 in dieser Pfarrei gefirmt. „Die Gemeinschaft ist meine spirituelle Heimat geworden.“

Dass er selber einmal Pfarrer werden sollte, war damals keineswegs geplant. Gewissermaßen als „Flughafenkind“ aus Eching hat ihn die zivile Luftfahrt begeistert. „Mein Traumberuf war Pilot.“ Wegen seines Sprechhandicaps war das zwar nicht möglich, wohl aber hatte er ein Angebot zur Ausbildung im Luftfahrtmanagement. „Aber mich ließ die Frage nicht los, was denn Gott von mir möchte.“ Zwei Jahre vor dem Abitur war er als Austauschschüler in Michigan in den USA. Fern von zuhause spürte er immer mehr: „Wenn ich nur das mache, was meinem Willen entspricht, führe ich kein sinnerfülltes Leben.“ Nach dem Abitur 2010 stand für ihn fest: „Ich möchte mein Leben in die Hände Gottes legen.“ Er will Priester werden. Was die Eltern dazu gesagt haben? „Die waren zuerst nicht so begeistert.“ Und wegen der Enkel, sagt er, „da sind ja auch noch die anderen Geschwister da“, und lacht. Immerhin ist er der Älteste von sieben Kindern.

Maximilian Hofmann wollte den Neokatechumenalen Weg weiter gehen und wollte deshalb in ein Priesterseminar Redemptoris eintreten. So kam er nach Berlin. Er studierte dort drei Jahre lang Philosophie und drei Jahre Theologie und arbeitete zweieinhalb Jahre in verschiedenen missionarischen Projekten in Chile, Brasilien und Berlin mit. Nach Pfarrpraktikum und Referendariat als katholischer Religionslehrer war Hofmann zuletzt Diakon in der Gemeinde Brieselang-Nauen westlich von Berlin.

Wie er so offensiv mit seinem Stottern umgeht, hat ihm in all seinen Einsätzen nur Achtung gebracht. „Dass ich Schwäche zeige und dazu stehe, wird mir als Stärke zurückgemeldet.“ Zumal ihm das Singen in der Liturgie leicht fällt – anders als manchem Kollegen, die dabei Hemmungen haben. Trost findet er auch im Alten Testament, nach dem Moses‘ „Mund und Zunge nämlich schwerfällig sind“. Gott stärkt Moses, indem er ihn darauf hinweist, dass er ihn so geschaffen hat und ihn trotzdem ruft.

Die Primizfeier am kommenden Sonntag wird um 9 Uhr in St. Josef und um 11 Uhr in St. Anna stattfinden – mit begrenzter Teilnehmeranzahl und mit Maskenpflicht. Was normal ein großes Fest für die Gemeinde ist, muss nun eingeschränkt begangen werden. „Aber vielleicht können wir es nachholen am ersten Jahrestag der Primiz“, hofft Hofmann.

Seine erste Pfarrstelle tritt er im August in Stralsund an. Auch die Insel Rügen gehört zu dieser Diözese in der Diaspora, in der nur sieben Prozent der Einwohner katholisch sind. „Ich freue mich schon sehr auf diese Region mit vielen Touristen und besonderen Aufgaben.“

Elfriede Peil

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

„Meine Medizin“: Mann (26) raucht am Arbeitsplatz Cannabis - Vorfall nimmt ungewöhnliches Ende
Ein 26-jähriger Mann rauchte am Arbeitsplatz Cannabis - und blies seiner Kollegin den Rauch ins Gesicht. Der Vorfall nahm jedoch ein anderes Ende, als wohl erwartet.
„Meine Medizin“: Mann (26) raucht am Arbeitsplatz Cannabis - Vorfall nimmt ungewöhnliches Ende
„Da geht man kaputt!“ - Geschäftsleute am Indersdorfer Marktplatz fühlen sich von Lokalpolitikern im Stich gelassen
Die Geschäftsleute am Indersdorfer Marktplatz trifft es hart: Erst der Corona-Lockdown, dann Vollsperrungen am Marktplatz wegen der Umbaumaßnahmen. Doch das ist nicht …
„Da geht man kaputt!“ - Geschäftsleute am Indersdorfer Marktplatz fühlen sich von Lokalpolitikern im Stich gelassen
Ärzte kritisieren Tests für Urlaubsrückkehrer
Die Vernachlässigung ihrer Patienten aufgrund sinnlosen Testens von Urlaubsrückkehrern sowie Konzeptlosigkeit beim Corona-Krisenmanagement: Mehr als deutsche 60 …
Ärzte kritisieren Tests für Urlaubsrückkehrer
Corona führt zu Wechsel an SPD-Spitze
Nach dem überraschenden Rückzug von Hubert Böck als SPD-Kreisvorsitzender hat sein bisheriger Stellvertreter, Florian Heiser, das Ruder übernommen. Der 50-Jährige soll …
Corona führt zu Wechsel an SPD-Spitze

Kommentare