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Würzsalz, Wunderlicht und Weihnachtsstern

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Wunsch-Wunderlicht gefällig? Drei Stück für 3,50 Euro, ein Schnäppchen. © ep

Auf dem dritten Adventsmarkt der Mittelschule Karlsfeld, kurz MSK, haben sich die Jugendlichen wieder mit viel Zeit, Energie und Fantasie in die Produktion von weihnachtlichen Beigaben gestürzt.

Karlsfeld – Die Meinungen gehen auseinander am Stand der Klasse 8b. Wie lange haben sie gebraucht, um verschiedenste Würzsalze erst zu mischen und dann fein säuberlich in Reagenzgläschen abzufüllen: „Fünf Tage“, „nein drei Tage“. Oder doch nur zwei Tage? Auf „fünf bis sechs Stunden“ einigen sie sich schließlich – vermutlich verteilt auf fünf, drei oder zwei Tage.

Geschenkanhänger, Weihnachtskarten, Glitzerkugeln, Stollenkonfekt, knusprige Kerzen zum Aufessen, selbst bedrucktes und nachhaltiges Geschenkpapier – und eben die Würzsalze: „Die können Sie haben in verschiedenen Geschmacksrichtungen“, erklären die 14-jährigen männlichen Mischer, „in mediterran mit Kräutern, mit Curry, mit Orange-Rosmarin oder mit Zitrone“. Und wissen auch gleich, was zu wem passt: „Nehmen Sie das Currysalz für Fisch und Fleisch.“ Klar, dass man da gleich zugreift.

Ebenso wie Rektor Hakan Özcan, der sich ein ganzes Sortiment zulegt. Über das Engagement „seiner“ Klassen ist er stolz und erfreut: „Es ist wieder erstaunlich, was sie sich einfallen lassen.“ Natürlich immer „alle zusammen“, wie sie betonen, und unter tatkräftiger Unterstützung ihrer „WG“-Lehrer, die für „Werken und Gestaltung“.

Stärkung für den Bummel in der Aula kann man sich beim Stand draußen holen, mit Glühwein und Puten-Hotdogs, die der neue Elternbeirat unermüdlich herstellt und verkauft.

Ein ganzes Tablett von „Wunderlichtern“ haben die Kinder einer sechsten Klasse hergestellt. Als Muster brennt ein Teelicht, auf dessen Boden ein Bildchen mit einem Weihnachts- oder Neujahrsgruß durchscheint. Es gibt „Überraschungen“ mit unbekanntem Boden. Oder man darf sich sein Wunsch-Wunder-Licht selber zusammenstellen. Was die die drei Ausgesuchten kosten? „3,50 Euro.“ Ihr Standnachbar stupst sie an: „Bitte“. „3,50 Euro, bitte.“

Sie sind später so clever, dass sie selbst gebastelte Papiersterne in die Hand nehmen und sich unters Adventsvolk mischen, das aus Eltern, Omas und Opas und Tanten und Onkeln besteht. Beim Kauf von einem grünen Stern, der 50 Cent kostet, rundet man gerne auf einen Euro auf. Ein paar Minuten später kommen sie mit einem roten Stern zurück: „Der gehört Ihnen doch auch noch.“ Da steht man ganz gerührt da.

Geradezu euphorisch steht man da, als ein Schüler die Besucherin fragt: „Sie haben doch sicher eine kleine Tochter zuhause, die auf Elfen steht?“ Dass es eine große Tochter ist, ficht ihn nicht an: „Dieser Kalender ist immer gültig.“ Aber für den Fall, dass sie mehr für Tiere zu haben ist, gibt es den Kalender 2020 auch mit Hundemotiven. Der mit den Elfen wird aber dann doch gekauft – wer kann so einem Jungbrunnen widerstehen.

Bürgermeister Stefan Kolbe und sein Stellvertreter Stefan Handl sind voller Anerkennung für das Angebot und den Einsatz der Kids: „Letztes Jahr war das schon toll, aber jetzt haben sie noch mal was draufgelegt.“

Wenn dann noch die Bandklasse „All I Want for Christmas is You“ von Mariah Carey schmettert und der Lehrerchor die ewig arbeitende „Weihnachtsbäckerei“ Rolf Zuckowski begeistert besingt, ist auch den letzten Muffeln klar: Es ist bald soweit.

ep

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