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2006 wurde der Ratstisch angeschafft. Für 30 Gemeinderäte ist er zu klein.

Bald 30 statt 24 Gemeinderäte

Umbau des Sitzungssaals kostet sechsstelligen Betrag

Bald hat der Gemeinderat 30 statt 24 Mitglieder: Karlsfeld muss für den Umbau des Sitzungssaals im Rathaus einen sechsstelligen Betrag in die Hand nehmen.

Karlsfeld – Weil die Gemeinde Karlsfeld die 20 000-Einwohnergrenze überschritten hat, wächst auch der Gemeinderat, nach den Statuten der bayerischen Gemeindeordnung von jetzt 24 auf 30 Mitglieder nach der Kommunalwahl 2020. Also muss ein neuer Ratstisch her.

Und das ist alles andere als billig, wie am Dienstagabend im Hauptausschuss des Gemeinderats deutlich wurde. In jedem Fall muss die Gemeinde für den Umbau des großen Sitzungssaals im dritten Stock des Rathauses einen sechsstellige Summe in die Hand nehmen. 300 000 Euro ergab eine erste Schätzung der Bauverwaltung.

„Das kann aber auch mit 100 000 Euro machbar sein“, betonte Bürgermeister Stefan Kolbe. Exakte Angaben zu den Kosten seien erst nach einer genaueren Planung möglich.

Der Hauptausschuss sollte zunächst über Grundlagen entscheiden. Lange wurde über die Anordnung der Sitze diskutiert. Die Verwaltung hatte eine sogenannte „parlamentarische Variante“ vorgeschlagen, drei leicht gerundete Sitzreihen hintereinander. Adrian Heim (Bündnis für Karlsfeld) argumentierte dagegen: „Ich will keinen Kollegen von hinten ansprechen müssen.“ Auch Holger Linde (CSU) warb dafür, es bei einem Ratstisch zu belassen, damit alle Gemeinderatsmitglieder „auf einer Ebene“ arbeiten können.

So verwarf der Ausschuss die „parlamentarische Variante“ letztlich einstimmig. Stattdessen soll der jetzt U-förmige Ratstisch an der offenen Seite geschlossen werden. Mit einem einfachen Anbau an den 2006 angeschafften Tisch ist es jedoch nicht getan. Um alle 30 Gemeinderäte unterzubringen, muss das „U“ deutlich aufgeweitet werden – was höhere Kosten bedeutet. Hinzu kommen Arbeiten am Estrich, neue Leitungskanäle, ein neuer Teppichboden, neue Stühle. Zudem soll der Sitzungssaal auch technisch auf den neuesten Stand gebracht werden.

Bürgermeister Kolbe hatte sich gewünscht, dass der Sitzungssaal nach dem Umbau flexibler genutzt werden kann, etwa auch für große Trauungen oder Vortragsveranstaltungen. Da hätte man allerdings auf einen fest installierten Ratstisch verzichten müssen. Und das wollte die Ausschussmehrheit nicht. Stefan Handl (CSU) sagte, dass der große Sitzungssaal „ein Aushängeschild“ einer Gemeinde sei, „Klapptische sind nicht das Bild, das wir nach außen abgeben sollten“.

Das Projekt geht nun zurück an die Planer mit der Vorgabe, einen fest installierten, nach allen Seiten geschlossenen Ratstisch vorzusehen. Weiterer Wunsch der Gemeinderäte: Es sollen so viele Zuschauerplätze wie möglich erhalten bleiben. THOMAS LEICHSENRING

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