+
Karlsfelds neuer Gemeindeteil: Architekt Klaus Kehrbaum erklärt Details der Ludl-Planung. Vorne Bürgermeister Stefan Kolbe (Mitte) mit den Rathausmitarbeitern Francesco Cataldo (links) und Günter Endres.

Karlsfeld: Die neuesten Pläne für das 3,6 Hektar große Grundstück

Ludl-Gelände: Planer haben nachgebessert

Wohnungen, ein Lidl-Markt, eine Kita, ein Medizintechnik-Unternehmen, Gastronomie, ein Hotel – die Gemeinde Karlsfeld hat auf dem  Ludl-Gelände an der Münchner Straße viel vor. Mit der jüngsten Planung waren jedoch viele nicht einverstanden. Jetzt wurde nachgebessert.

VON THOMAS LEICHSENRING

Karlsfeld – Mit dem Brückenschlag von der Gartenstraße auf die Westseite der Münchner Straße entsteht auf dem 3,6 Hektar großen Ludl-Gelände ein neuer, urbaner Karlsfelder Gemeindeteil mit einem breiten Nutzungsmix. In einer dreistündigen Beratung im schweißtreibenden Sitzungssaal des Rathauses fällte der Gemeinderat am Donnerstagabend weitere Entscheidungen, was die Gestaltung des Areals betrifft.

Vorausgegangen waren in den vergangenen Wochen intensive Gespräche zwischen Planern, Bauverwaltung, Investoren und Bauausschuss. „Wir waren mit dem jüngsten Entwurf der Planer nicht glücklich“, sagte CSU-Fraktionschef Bernd Wanka.

Mit der Bebauung des Ludl-Geländes wird sich schon allein das Gesicht der Münchner Straße maßgeblich verändern. Gegenüber der Gartenstraße wird eine städtebauliche Dominante gebaut, ein bis zu 36 Meter hohes, elliptisches Gebäude. 36 Meter werden es allerdings nur, wenn es den Investoren gelingt, für das oberste Geschoss einen Interessenten zu finden, der dort Gastronomie betreibt.

Für ein großes Restaurant sei die Suche bislang ohne Erfolg geblieben, teilte Architekt Klaus Kehrbaum mit. Besser sieht es wohl aber für eine kleine Bar oben auf dem Dach aus. Sollte es nichts werden mit einem Gastronomiebetrieb, darf der Investor nur 32 Meter hoch bauen. Aber selbst dann bekommt Karlsfeld nichts weniger als ein weithin sichtbares Wahrzeichen.

Zweiter wichtiger Punkt an der Münchner Straße: die Ludl-Kapelle. Kehrbaum hat sich das Kirchlein mit Vertretern des Denkmalschutzes angeschaut. „Die Kapelle ist innen in einem hervorragenden Zustand“, sagte Kehrbaum, das sei beim Anblick von außen nicht zu erwarten.

Angetan waren wohl auch die Denkmalschützer. Ihrer Forderung, dem einzigen denkmalgeschützten Gebäude in ganz Karlsfeld durch eine angemessene Gestaltung des Umfelds die gebührende Geltung zu verschaffen, wollen die Planer nachkommen: Die Höhen der angrenzenden Gebäude werden abermals reduziert, zudem soll die kleine Kapelle – derzeit eingezwängt zwischen McDonald’s und alter Hofstelle – dann in einem netten, grünen Anger stehen.

Überhaupt: Das gesamte Areal soll grüner werden. Der Gemeinderat beschloss zum Beispiel, dass der Grünzug hinter der Ludl-Kapelle von zwölf auf 17 Meter verbreitert wird. Auch die Dächer im Quartier sollen nach Möglichkeit begrünt werden.

So begeistert Kehrbaum über das Innere der Ludl-Kapelle war, so entsetzt war er, als er das ebenfalls unmittelbar an der Münchner Straße stehende Sommerhaus betrat: „Das ist ein Fake, außen Holz, aber innen nur Beton!“ „Nicht erhaltenswert“, befand auch der Denkmalschutz. Das Haus kommt also weg und wird nun doch nicht an anderer Stelle aufgestellt.

Die Supermarktkette Lidl, eine der Investoren, baut und finanziert eine Kindertagesstätte auf dem Gelände. Die Bündnis-Gemeinderäte sind der Ansicht, dass der Standort im Quartier ungeeignet ist. Eine Tagesstätte im ersten Stock sei „nicht kindgerecht“, sagte Peter Neumann. Wegen des Anlieferverkehrs für den Supermarkt im Erdgeschoss seien die Kinder auch Schadstoffen und Lärm ausgesetzt. Wegen der umliegenden Wohnbebauung sei die Kita außerdem zu einsehbar.

In einer Sondersitzung am 19. September wird sich der Gemeinderat wieder mit dem Ludl-Gelände befassen. Dann steht eine große Streitfrage zur Entscheidung: Wie viele Pkw-Stellplätze müssen die Investoren auf dem Grundstück schaffen? Laut Karlsfelder Stellplatzsatzung wären es rund 1800. Die seien aber nur zu realisieren, wenn zwei Tiefgaragendecks unter das gesamte Areal kommen, so Kehrbaum. Der Bau des unteren Decks wäre wegen des hohen Grundwasserspiegels nur mit hohem technischen Aufwand möglich. Kehrbaum verwies allerdings auf Erhebungen, wonach eine deutlich niedrigere Stellplatzanzahl eher dem tatsächlichen Bedarf entspreche.

Streit um Stellplätze

steht noch bevor

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Feuerwehr sichert für Kinder Martinsumzug - Autofahrer beschimpfen sie wüst
300 Menschen treffen sich zu einem Martinsumzug mit Gesang und Laternen. Die Feuerwehr sperrt eine Straße zum Schutz der Kinder - und wird von Autofahrern übel …
Feuerwehr sichert für Kinder Martinsumzug - Autofahrer beschimpfen sie wüst
TSV Arnbach bleibt unter bewährter Führung
Edeltraud Lachner bleibt Vorsitzende des TSV Arnbach. Sie geht in ihre achte Amtszeit.
TSV Arnbach bleibt unter bewährter Führung
Widderzwerge eignen sich gut zum Schmusen
Der Kleintierzuchtverein Indersdorf zeigt wieder seine Rassetiere bei einer großen Ausstellung. Bei allem Spaß an der Veranstaltung: Die Züchter haben Sorgen.
Widderzwerge eignen sich gut zum Schmusen
Dachau probt Aufstand gegen Kreisumlage
Die Stadt Dachau will die angekündigte Erhöhung der Kreisumlage nicht mitgehen. Begründung: Wenn schon alle sparen müssen, dann bitte auch der Landkreis! Landrat Stefan …
Dachau probt Aufstand gegen Kreisumlage

Kommentare