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Im Karlsfelder Bahnhofsuntergeschoss wurde zuletzt zwar gearbeitet, der gewünschte Kiosk kehrt aber nicht zurück. 

Bauarbeiter rücken an

Schandfleck am Karlsfelder Bahnhof beseitigt: „Fäkalien waren noch das Harmloseste“

Auf den ersten Blick sah es so aus, als erfüllte sich  in der Gemeinde Karlsfeld ein lang gehegter Wunsch: Im Untergeschoss des Bahnhofs waren Bauarbeiter am Werk. Liefen dort Vorbereitungen für die Wiedereröffnung eines Kiosks?

Karlsfeld – Dem ist leider nicht so. Die Bahn ließ dort nur eine Mauer abbrechen. Immerhin, sagt man im Karlsfelder Rathaus. Denn damit ist wenigstens auch die „tote Ecke“ und damit ein Ärgernis beseitigt worden. „Fäkalien waren noch das Harmloseste, was in diesem nicht einsehbaren Bereich zu finden war“, sagt Peter Freis, Wirtschaftsförderer der Gemeinde. „Das war dann der erste Eindruck, den jemand von Karlsfeld hatte, wenn er mit dem Aufzug vom Bahnsteig herunterkam.“

Dass irgendwann an dieser Stelle wieder ein Kiosk öffnen wird, wo Fahrgäste Fahrkarten, Tabakwaren, Snacks und Ähnliches kaufen können, das kann sich Freis mittlerweile nicht mehr vorstellen. Denn dafür müsste die Bahn eine Komplettsanierung des Bereichs im Untergeschoss vornehmen lassen – und finanzieren! Die Rede ist von einem hohen sechsstelligen Betrag. Das Geld wolle sie nicht in die Hand nehmen, teilte die Bahn der Gemeinde mit. Bürgermeister Stefan Kolbe kann das nicht verstehen: „Die Bahn kündigt vollmundig Milliardeninvestitionen in Bahnhöfe an, hier aber soll es scheitern.“

Kiosk im Jahr 2010 geschlossen

Bliebe immer noch die angedachte Alternative, den Kiosk irgendwo oben auf dem Bahnsteig unterzubringen. Aber dort gibt es technische Schwierigkeiten. Ein Wasser- und ein Kanalanschluss müssten verlegt werden, auch das wäre teuer. Ganz vom Tisch ist diese Möglichkeit jedoch nicht. Freis: „Wir sind hier noch in Verhandlungen mit der Bahn.“

2010 wurde der Kiosk im Untergeschoss geschlossen, 2011 noch einmal für wenige Monate geöffnet, ehe ganz Schluss war. Es war zu feucht dort unten, Schimmel bildete sich. Aufgrund der Feuchtigkeitsschäden sei ein Kioskbetrieb undenkbar, teilte die Bahn damals mit.

Kolbe: „Zuständigkeit bei der Bahn“

Im März vergangenen Jahres dann eine zunächst gute Nachricht: An der Bushaltestelle neben dem Bahnhof stellte eine Dachauer Bäckerei an Werktagen einen mobilen Verkaufsstand auf. Zumindest in unmittelbarer Bahnhofsnähe gab es wieder etwas zu kaufen. Das „Standl“ stand allerdings nicht lange. Denn der Betrieb war zeitlich beschränkt. Hätte der Betreiber seinen Verkaufsstand täglich länger als drei Stunden öffnen wollen, hätte er eine Personaltoilette zur Verfügung stellen müssen, das ist Vorschrift. Und eine Öffnungszeit von weniger als drei Stunden war schlichtweg nicht wirtschaftlich.

Im Karlsfelder Rathaus gab es auch Überlegungen, den Kiosk selbst zu errichten. Doch dazu fehlt vor allem die erforderliche Fläche. In Gemeindebesitz ist nur eine Fläche auf der Nordseite des Bahnhofs. Dort aber sind dringend benötigte Fahrradständer untergebracht, die auf keinen Fall geopfert werden sollen.

Für Bürgermeister Kolbe ist ein Vorgehen in Eigenregie ohnehin nicht wirklich eine Alternative: „Ich sehe die Zuständigkeit nach wie vor bei der Bahn.“ 

Thomas Leichsenring

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