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Ein Aufzug (Symboblbild).

Sie rangen um Luft

Stundenlange Tortur: Seniorinnen stecken im Aufzug fest - Notdienst hilft nicht

In Karlsfeld mussten zwei Seniorinnen stundenlang in einem Aufzug ausharren. Dieser war stecken geblieben. Der Notdienst vertröstete sie nur - und holte keine Hilfe.

Karlsfeld – Dass Aufzüge im Betreuten Wohnen am Prinzenpark in Karlsfeld (Kreis Dachau) defekt sind, sei leider kein Einzelfall, bestätigt Heike Schreil, die für die Erl-Immobiliengruppe sogenannte Hausdame im Betreuten Wohnen ist. 320 Frauen und Männer, manche weit über 90, leben in dem fünfstöckigen Bau, der insgesamt vier Aufzüge hat. 

In einen davon stiegen Helga Mittelbach und Christine Nordhaus zusammen mit einer Freundin am vergangenen Freitag, um vom ersten Stock ins Erdgeschoss zu fahren. Doch im Erdgeschoss ging die Tür nicht auf. „Macht nichts, haben wir gedacht“, sagt Helga Mittelbach, „da war ja ein Notrufknopf.“ Kaum gedrückt, meldete sich eine Frauenstimme mit der Ansage, Hilfe sei in spätestens 30 Minuten da. Doch nach Ablauf der Zeit geschah: nichts.

Karlsfeld: Seniorinnen stecken in Aufzug fest - Feuerwehr muss anrücken

Zwei weitere Male drückten die Frauen den Notruf, zwei weitere Male wurden sie vertröstet. Ihr Glück war, dass sie Vorbeigehende im Hausflur auf sich aufmerksam machen konnten. Die alarmierten die Feuerwehr. Um die Schiebetür aufzustemmen, musste die Kabine angehoben werden. Dann halfen Feuerwehrleute und ein Sanitäter den Frauen hinaus. Sie waren unversehrt, aber erschöpft. „Luft, Luft – und Wasser“, das war ihre erste Bitte, erinnert sich Christine Nordhaus.

Die Firma Vestner Aufzüge GmbH bedauert die Störung. Die Anlage in Karlsfeld sei eine „unrühmliche Ausnahme“, die Prüfung laufe. Dass niemand zu Hilfe eilte, erklärt die Firma mit einem erkrankten Monteur. Es sei Ehrensache, dass die drei Damen einen Blumenstrauß erhalten würden.

tol

Durch den anstehenden Betriebsausfall eines Aufzugsdroht einer Mieterin das Haus nicht mehr verlassen zu können. Ihr Sohn will das nicht hinnehmen.

Geretsried ist gefühlt eine einzige Baustelle. An vielen Ecken und Enden wird gebaggert und gemauert. In einer Serie blicken wir hinter die Bauzäune. Heute: mit dem Bauhelm durchs Centrum 20 am Karl-Lederer-Platz.

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