Gute Nachrichten für Skater: Die Anlage hinterhalb des Karlsfelder Jugendzentrums wird bald erneuert. foto: hab

Gemeinderat beschließt umfangreichen Umbau

Eine neue Skateranlage für Karlsfeld

Gute Nachricht für Karlsfelder Jugendliche: Die Gemeinderäte wollen die Skateranlage hinter dem Jugendzentrum erneuern. Einem war das Projekt allerdings zu teuer.

Karlsfeld– Im Januar hatten zwei Elfjährige schon einmal vor dem Karlsfelder Hauptausschuss im Rathaussitzungssaal für das Projekt einer erneuerten Skateranlage hinter dem Jugendzentrum geworben. Laut einem Kostenvoranschlag sollte das 121 000 Euro kosten. Doch damit ist es nicht getan, wie in der jüngsten Ausschusssitzung deutlich wurde.

Weil die Oberfläche nicht mehr verkehrssicher ist, so Friedrich Maier von der Tiefbauabteilung im Bauamt der Gemeinde, müsse unbedingt wieder eine drei bis vier Zentimeter starke Deckschicht aufgetragen werden. Kostenpunkt: Etwa 45 000 Euro. Außerdem kommen noch die 20-prozentigen Planungskosten auf die 121 000 Euro oben drauf. Doch Genaueres ergibt erst eine noch ausstehende Ausschreibung, erläuterte Gemeinde-Geschäftsstellenleiter Francesco Cataldo in der jetzigen Sitzung. Auf alle Fälle, so Bürgermeister Stefan Kolbe (CSU) gehe er jetzt nicht mehr von 150 000, sondern von 200 000 Euro Gesamtkosten aus.

Genau hier setzte die Kritik von Finanzreferent Holger Linde (CSU) an: „Ich werde dagegen stimmen, denn das gibt unser Haushalt nicht mehr her.“ Die Skaterpark-Fans sollten lieber den Weg nach Dachau zur dortigen Skateranlage auf sich nehmen. Das sah Bürgermeister Kolbe jedoch anders: „Ich war am Sonntag in Dachau auf der Anlage. Die war so stark frequentiert. Wenn da noch die Karlsfelder hinzukommen, wird es zu viel.“ Außerdem bezweifelte Kolbe, dass Karlsfelds Haushaltslage im kommenden Jahr besser aussehen werde.

Schützenhilfe gab ihm SPD-Sprecherin Venera Sansone. Sie erinnerte an die Vorstellung des Projekts im Januar und freute sich über das Engagement der jungen Leute. „Das ist ein positives Beispiel, wie sich die Jugend für etwas einsetzt.“ Deshalb dürfe man sie nun auch nicht allein lassen, sondern müsse das Projekt jetzt durchziehen. Sie fragte, wie lange die geltende Baugenehmigung gültig sei und was eventuell geschehe, wenn das Projekt doch abgelehnt werden sollte. „Die Baugenehmigung besteht“, beruhigte sie Kolbe. Außerdem stehe noch ein Teil der Skateranlage. „Wir haben die nie gänzlich aufgegeben. Wir müssen für unsere Jugend etwas tun.“

Durchaus Verständnis für Lindes Ablehnung brachte zweiter Bürgermeister Stefan Handl (CSU) auf, denn Linde sehe das durch die Brille des Finanzreferenten. „Aber wir sollten eine andere Brille aufhaben.“ Wegen der Verkehrssicherheit müsse unbedingt schnell etwas geschehen und dann solle man das gleich „g’scheid“ machen.

Ins gleiche Horn stieß Adrian Heim (Bündnis für Karlsfeld): „Ich möchte das jetzt nicht aufschieben.“ Er verwies auf die demografische Entwicklung in der Gemeinde, wonach jetzt viele Kinder in das skater-affine Alter kämen. „Wir müssen wirklich jetzt was tun.“ Generell könne man die Oberfläche gleich wiederherstellen, warf Friedrich Maier ein. „Bei einem positiven Entscheid würde ich das auch vorziehen, damit wir wieder eine glatte Fläche bekommen“, betonte Bürgermeister Kolbe.

Auch Anton Flügel (FW) meinte: „Die Kinder haben schon die Vorarbeit geleistet. Wir sollten zumindest heuer noch mit der Planung beginnen und die spätestens 2020 umsetzen.“ Die Gemeinde dürfe nicht kneifen, weil das jetzt Geld koste. Dem schloss sich auch Stefan Theil (CSU) an. „Der Untergrund ist kein Thema“, bemerkte Kolbe: „Die Frage ist die Ausschreibung und wie schnell die Firmen dann anfangen können.“ Auf jeden Fall müsse jetzt ein Planer für die Ausschreibung beauftragt und der Rest spätestens 2020 gemacht werden. So beschloss es der Hauptausschuss gegen die Stimme von Holger Linde.

R.-Dietmar Sponder

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