100 ist erlaubt, aber sehr häufig wird auf der B 304 zwischen Dachau und Karlsfeld schneller gefahren.
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100 ist erlaubt, aber sehr häufig wird auf der B 304 zwischen Dachau und Karlsfeld schneller gefahren.

Bündnis für Karlsfeld setzt sich mit Antrag für die lärmgeplagten Menschen in der Rothschwaige ein

Karlsfeld soll B 304-Petition unterstützen

Karlsfeld/Rothschwaige – Die Menschen in der Rothschwaige haben genug von einem Leben an der Rennstrecke: Vor allem wegen der nächtlichen Lärmbelastung durch Raser fordert die vor wenigen Monaten gegründete Bürgerinitiative „Lärmschutz Roth-schwaige“ eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 60 oder 70 km/h auf der B 304, der vierspurigen, autobahnähnlichen Straße zwischen Dachau und Karlsfeld (wir berichteten).

Auf der Internetplattform www.change.org hat die BI eine Petition gestartet.

Unterstützung kommt jetzt vom Bündnis für Karlsfeld. Fraktionschef Adrian Heim hat der Verwaltung in der jüngsten Gemeinderatssitzung einen Antrag überreicht mit der Forderung, der Gemeinderat solle sich „in Form einer Resolution“ hinter die Forderungen der Petition ,Lärmschutz für die Anwohner der B 304 im Landkreis Dachau’ stellen und die Forderungen bei den zuständigen Behörden unterstützen. Eine Geschwindigkeitsreduzierung sei „eine einfache und kostengünstige Lösung, etwas für den Gesundheitsschutz unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger in der Rothschwaige zu tun“.

Im Münchner Norden gibt es keine andere durchgehend vierspurige Schnellstraße, auf der so schnell gefahren werden darf wie auf dem zwei Kilometer langen Teilstück der B 304. „Dieses Kriterium fungiert als ein starker Pull-Faktor für nächtliche Straßenrennen, die die Anwohner immer wieder aus dem Schlaf schrecken lassen“, heißt es in der Petition der Bürgerinitiative.

Tatsächlich halten sich viele nicht an das Tempo 100, das auf der Straße gilt. Am 21. November blitzte die Polizei auf der B 304. Der Spitzenreiter war mit 170 km/h unterwegs. „Zwischen 23 und 3 Uhr nachts ist es am schlimmsten“, klagte kürzlich ein Anwohner.

Die BI verweist auf eine EU-Richtlinie, wonach Anwohner von Straßen eine Lärmbelästigung von 59 dB (A) tagsüber und 49 dB(A) nachts zu ertragen haben. „Laut der Lärmkartierung des Bundesamts für Umwelt sind wir mit kontinuierlichen 60 dB (A) weitaus stärker belastet als der Grenzwert es empfiehlt“, schreibt die BI. Und diese 60 dB gelten für Fahrzeuge, die mit maximal Tempo 100 fahren.

Die BI fordert nicht nur eine Temporeduzierung auf 60 oder 70 km/h, wie es auf Bundesstraßen in unmittelbarer Nähe zu Wohngebieten üblich ist, sondern zudem „die Fortsetzung der Lärmschutzwand an dem gesamten Teilstück der B 304 zwischen Karlsfeld und Dachau, die bisher nur einen minimalen Prozentsatz des Anfangs der Rothschwaige umfasst“. Wer mit Tempo 60 fährt, verliert auf dem Teilstück 30 Sekunden, hat die BI herausgefunden. Dies lasse sich mit „besserem Ampeltiming“ an den Ortsgrenzen ausgleichen.

Bündnis-Gemeinderat Adrian Heim schlägt in seinem Antrag vor, dass die Petition in einer der nächsten Ausgaben des Gemeindeblatts „Journal K“ bekannt gemacht werden könnte. Heims Gemeinderatskollege Franz Trinkl von der SPD dürfte das gerne hören. Er wohnt in der Rothschwaige: „Es ergibt verkehrstechnisch überhaupt keinen Sinn, dass die Leute für diese kurze Strecke auf 100 beschleunigen und dann an den Ampeln wieder voll abbremsen müssen.“  

ep/tol

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