Männer Frau Gruppenbild Zahnarztpraxis
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Heinrich Albrecht (Zweiter von links) beim 60. Jubiläum seiner Karlsfelder Zahnarztpraxis mit (von links) Bürgermeister Stefan Kolbe, Irene Albrecht, Marcus Albrecht und Heinz Albrecht. Nun ist der Senior-Chef im Alter von 91 Jahren verstorben.

Praxis schon seit sechs Jahrzehnten in Familienhand

Er war der erste Zahnarzt im Ort: Karlsfeld trauert um Heinrich Albrecht

Er war Karlsfelds erster Zahnarzt: Heinrich Albrecht ist im Alter von 91 Jahren gestorben. Im Beisein seines Sohnes und seines Enkels schlief er nach kurzer Krankheit ruhig und friedlich ein.

Karlsfeld – Am 16. Juli 1929 wurde Heinrich Albrecht in Montevideo, der Hauptstadt Uruguays geboren. Ein Jahr später kehrte die Familie nach Deutschland zurück. In Wilhemshaven war der Vater als Marineoffizier stationiert.

Als 15-Jähriger wurde Albrecht noch von der Schulbank zum Kriegsdienst eingezogen. Er wurde verwundet und kam in Gefangenschaft, aus der er drei Monate nach Kriegsende entlassen wurde.

Die Familie siedelte nach Nittenau in der Oberpfalz um, wo die Schwester seiner Mutter eine Zahnarztpraxis in zweiter Generation führte. Sie war es, die in dem Buben das Interesse an seinem zukünftigen Beruf weckte. Nach dem Abitur ging Heinrich Albrecht nach München, um Zahnmedizin zu studieren. Im September 1954 legte er das Staatsexamen ab. Seine Assistenzzeit verbrachte er in der kieferchirurgischen Ambulanz und an der Sanitätsakademie der in München stationierten US-Armee.

„Ich weiß noch genau, wie ich damals bei Bürgermeister Eichinger nachgefragt habe, ob es hier schon einen Zahnarzt gäbe“, berichtete Heinrich Albrecht vor zwei Jahren, als in den Räumen am Marktplatz das 60-jährige Bestehen der Praxis gefeiert wurde. 1958 erhielt er also den Kassensitz in Karlsfeld. Die Anfänge waren bescheiden. Doch aus der kleinen privaten „Küchenstuhlpraxis“ wurde eine der größten Zahnarztpraxen im Landkreis.

Die Praxis blieb zu seiner großen Freude in Familienhand – bis heute. Von 1980 an führte Heinrich Albrecht sie zusammen mit seinem Sohn Heinz und dessen Frau Irene. Seit 2013 ist auch der Enkel Marcus dort tätig und führt das Lebenswerk seines Großvaters fort.

Neben der Praxis galt seine große Leidenschaft der Jagd, die er vor allem als Hege und Pflege der Natur verstand. Ein großes Hobby war auch das Reisen. Viele Wander- und Skiurlaube, Radltouren, oft auch mit den Enkeln, unternahmen er und seine Frau Elisabeth, immer daran interessiert, andere Länder und Menschen kennenzulernen. Seit seine Frau, mit der er über 60 Jahre glücklich verheiratet war, 2013 starb, klagte er zunehmend über das Alleinsein. Weder die Hochzeiten der Enkel Marcus und Stephanie, noch die Geburt der vier Urenkel hatte sie erleben dürfen. Sie fehlte ihm gerade bei diesen Ereignissen sehr.

Das Zusammensein in der Familie genoss Albrecht. Er freute sich jeden Tag auf den Besuch seines Enkels oder seines Sohnes, und es schien, als schaute er dankbar und zufrieden auf seine Familie und sein erfülltes Leben zurück. dn

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