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Ein Jahr lang Essen: Thomas Rapp, Malteser Hilfsdienst gGmbH (l.), übergibt Bürgermeister Stefan Kolbe (r.) einen Gutschein für Malteser Mahlzeiten-Patenschaften.  

Karlsfeld unterstützt als erste Landkreiskommune das Malteser Projekt

Mit Mahlzeiten-Patenschaften gegen Armut

Karlsfeld geht mit gutem Beispiel voran: Als erste Kommune im Landkreis Dachau unterstützt Karlsfeld die „Malteser Mahlzeiten-Patenschaften“. Ein wichtiges Projekt gegen die Altersarmut. Die größte Herausforderung: Älteren Menschen zu helfen, ihre Hemmschwelle zu überwinden, diese Hilfe auch anzunehmen.

Karlsfeld– Freudig nahm Bürgermeister Stefan Kolbe einen Gutschein der Malteser Hilfsdienst gGmbH entgegen, den Thomas Rapp, Leiter Soziale Dienste, Mitte Januar persönlich im Karlsfelder Rathaus übergab. Mit diesem Gutschein erhalten Bedürftige ein Jahr lang täglich kostenlose warme Mahlzeiten, die von den Maltesern nach Hause geliefert werden.

„Trotz des tollen Angebotes ist es für uns eine große Herausforderung, Kunden für dieses Projekt zu gewinnen. Denn ältere Menschen sind oft so bescheiden und müssen erst einmal eine Hemmschwelle überwinden“, erklärt Thomas Rapp. Doch Bürgermeister Stefan Kolbe ist zuversichtlich: „Dank unserer sozialen Einrichtungen und vielen ehrenamtlichen Organisationen in unserer Gemeinde werden wir sicherlich einige Karlsfelder mit diesem großartigen Projekt unterstützen können.“

Das Projekt, das es seit 2009 gibt, finanziert sich durch anonyme Spender und öffentliche Zuschüsse. Zur Auswahl stehen den Bedürftigen 70 Gerichte, die flexibel bestellt werden können und täglich zwischen 7 bis 12 Uhr tiefgekühlt ausgeliefert werden. Zuhause kann sich der Kunde das Essen dann zum gewünschten Zeitpunkt erwärmen. Das engagierte Team des Malteser Hilfsdienstes fährt dafür täglich 200 bis 250 Essen in neun Touren aus.

Karlsfelder, die bedürftig sind, sollten sich daher nicht scheuen, den Malteser Hilfsdienst zu kontaktieren.

Viele ältere Menschen haben oft ein ganzes Leben hart gearbeitet, für sich und für andere. Im Alter aber schwindet die Kraft, und es bleibt häufig wenig Geld für das tägliche Leben übrig. Gerade dann sind viele auf die Dienste von Hilfsorganisationen angewiesen. Doch immer mehr Bedürftige können sich das nicht mehr leisten. Viele Senioren leben heute außerdem alleine und können sich nicht auf die Hilfe und Unterstützung von Familienangehörigen oder Nachbarn verlassen.

Bedürftigkeit oder Altersarmut kann sich aufgrund einer Krankheit oder Behinderung über Jahre hinweg entwickeln oder aber unverschuldet und ganz plötzlich wie aus heiterem Himmel über die Betroffenen hereinbrechen. Zur prekären finanziellen Lage vieler alter Menschen kommen oft körperliche Gebrechen und Krankheiten hinzu. Der tägliche Einkauf und das tägliche Kochen gestalten sich zunehmend mühsamer.   

Über eine Malteser Mahlzeiten-Patenschaft bekommen Senioren in persönlicher und finanzieller Not kostenlos ein gesundes Mittagsmenü. Die Patenschaft wird über Spenden finanziert, greift aber auch auf lokale Zuschüsse und eventuelle Eigenbeiträge zurück.

Die Malteser Mitarbeiter beraten jeden, der als Spender eine Patenschaft übernehmen will. Alle Details dazu und darüber, wer Hilfe bekommt, finden Interessierte im Infokasten links.

dn

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