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Runter vom Gas! Wie dies durchs richtige Atmen gelingt, erklären Ursula Eder und Franz J. Sperlich in ihrem gemeinsamen Buch.

Karlsfelder Ärztin Mitautorin für Ratgeber

Ratgeber für Stressgeplagte

Die Dachauer Ärztin Dr. Ursula Eder, die in Karlsfeld wohnt, und der Arzt Dr. Franz J. Sperlich aus Lilienthal bei Bremen haben einen Ratgeber geschrieben, um entspannter und gesünder zu leben.

Karlsfeld/Dachau – „Wie wir mit wenigen Atemzügen unseren inneren Arzt fit machen“, das will ihr Buch. Titel: „Das Parasympathikus- Prinzip.“

Diese Erfahrungen kennen alle: Bei Stress, den es reichlich gibt im Beruf, in der Familie, in Beziehungen, beim Autofahren oder beim Anschauen von Politik-Nachrichten, atmen wir hastiger, oberflächlicher und werden dadurch noch unruhiger. Viele seelische Gefühle benennen wir mit körperlichen Ausdrücken zu unserem Atem: „Mir bleibt die Luft weg“, wenn ich etwas schockierend finde. Wir seufzen, wenn uns etwas bedrückt. Und wir gähnen, wenn es langweilig ist. „Da muss ich erst mal tief durchatmen“ sagen wir, wenn wir eine besondere Stresssituation meistern müssen.

Diesen Zusammenhang zwischen Stress und Atmung bringen die Autoren in ihrem Buch auf den Punkt. Unser Nervensystem wird gesteuert von „zwei schlauen Managern“, wie es die Autoren ausdrücken: dem Sympathikus, der uns aktiv und leistungsfähig macht, dafür unsere Reserven verbraucht, und vom Parasympathikus, der als unser innerer Arzt Entzündungsprozesse stoppt, Stresshormone bremst und für Regeneration sorgt. Wir brauchen beide, betonen Eder und Sperlich. Genauso, wie ein Auto ein Pedal zum Gasgeben und eines zum Bremsen braucht.

Der Haken an der Geschichte ist: Wenn wir in Hektik sind, geben wir mehr Gas, als uns guttut. Und wir meinen, mehr Gas zu kriegen, gewissermaßen, wenn wir einatmen und einatmen und einatmen… Das bewusste, intensive Ausatmen dagegen bringt uns wieder „runter“, wie man so sagt. Dann kann wieder der „innere Arzt, Herr Doktor Parasympathikus“, sein gutes Werk tun.

Das lässt sich nachweisen mit der Messung der sogenannten Herzraten-Variabilität. Wenn wir kräftig einatmen, schlägt das Herz schneller. Beim kräftigen Ausatmen wird der Herzschlag langsamer. Je variabler der Herzschlag ist, desto besser reguliert sich der Körper im Zusammenspiel zwischen Sympathikus und Parasympathikus. Deshalb sind Atemübungen am besten mehrmals am Tag so wichtig, bei denen das bewusste, kräftige Ausatmen trainiert wird.

Dieses Buch mag man gerne lesen, weil es flott geschrieben ist. Und weil es grafisch gut gegliedert ist, mit vielen Einschüben, Fotos, Farben, Schrifttypen, Tabellen. Es macht auch Spaß, es durchzublättern und da oder dort mal genauer weiterzulesen. Eine ausführliche Gliederung und ein umfassendes Stichwortregister machen das möglich.

„Uns lag es am Herzen, die medizinischen Zusammenhänge in eine Sprache zu fassen, die jeder versteht“, sagt Ursula Eder. Es scheine nach den ersten Wochen ein „Spitzentitel“ zu werden. „Wir haben schon viele positive Rückmeldungen bekommen.“

So ein Buch gemeinsam vom nördlichen Lilienthal bis zum südlichen Karlsfeld zu schreiben, habe deshalb so gut geklappt, weil „wir uns verstehen“, wie die Autorin versichert. Die beiden kennen sich seit Jahren, in Frankfurt an der Oder absolvierten sie zusammen ein Zusatzstudium. Ursula Eder und Franz J. Sperlich arbeiten nach den Grundsätzen der komplementären, also zur Schulmedizin ergänzenden oder beziehungsweise integrativen Medizin.

Was sie selbst tun, wenn sie Stress haben? Natürlich sind sie ihre besten Kunden: „Wenn ich merke, ich atme zu hastig, nehme ich mir die Minuten zur bewussten Ausatmung,“ sagt Eder – unter zustimmendem Kopfnicken ihres Kollegen Sperlich.

Das Buch

„Das Parasympathikus-Prinzip“ ist im Verlag Gräfe und Unzer erschienen; 179 Seiten, ab 15,99 Euro.

ep

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