Lawinenabgänge in den Chiemgauer Alpen - verschüttete Personen vermutet

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Dieser Motorradfahr er rast nicht, andere schon: Besonders nachts wird die Münchner Straße in Karlsfeld zur Rennstrecke.

Karlsfelder Anwohner können nicht schlafen

Münchner Straße wird nachts zur Rasermeile

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Karlsfeld hat ein Raserproblem. Brennpunkt ist die Münchner Straße: Aufgemotzte Motorräder und Autos stören vor allem am Wochenende die Nachtruhe von Anwohnern. Treffpunkt der Karlsfelder Raser-Szene war offenbar eine Bar an der B 304.

Karlsfeld– Vor vier Monaten hat das Berliner Landgericht zwei Raser wegen Mordes schuldig gesprochen: Die jungen Männer hatten sich auf dem Kurfürstendamm ein illegales Autorennen geliefert. Es kam zu einem Crash an einer Kreuzung, ein unbeteiligter Rentner wurde getötet. So weit ist es in Karlsfeld noch nicht gekommen, aber auch dort finden vor allem am Wochenende immer wieder illegale Straßenrennen statt. Treffpunkt der Raser war offenbar lange Zeit eine Bar an der Münchner Straße.

Die Münchner Straße sei die beliebteste Rennstrecke unter den Rasern in Karlsfeld, „weil man da so richtig durchpfeifen kann“, vor allem in den Abendstunden und am Wochenende, sagt Karlsfelds Verkehrsreferent Johann Willibald. Anwohner der Münchner Straße sprechen ihn immer wieder auf das Raserproblem an, aber stoppen kann die Gemeinde die übermütigen Fahrer bisher nicht.  

Auch Gemeindratsmitglied und ehemaliger Verkehrsreferent Bernd Wanka kennt das Problem. Er wohnt in der Nähe der B 304: „Vor allem zwischen 22 und zwei Uhr gibt es Raser, die mit weit über 100 in der Tempo-50-Zone fahren.“ Wanka wird immer wieder vom nächtlichen Lärm der Autos wach.

Das Problem, so der Verkehrsexperte der Polizei Dachau, Karl-Heinz Kellerer: Viele Motorräder sind zwar etwa 100 Dezibel laut, aber sie haben eine Zulassung: „Das ist lauter, als ein Faschingsumzug sein darf: mit 90 Dezibel. Aber es ist legal.“

An den vielen Ampeln in der Münchner Straße wollen die Raser zeigen, wer mit seinem Gefährt am schnellsten abzieht und am schnellsten aus Karlsfeld draußen ist, so Willibald: „Da kriegt man einfach nur einen Vogel.“

Doch Karlsfeld ist mit seinem Raserproblem nicht allein. Auch in Dachau beklagen sich immer mehr Bürger in den sozialen Netzwerken über Raser, die ihre Nachtruhe stören (wir haben berichtet). Die Lärmbrennpunkte sind über die ganze Stadt verteilt. In einem Teilabschnitt der Mittermayerstraße hat sich der Stadtrat im vergangenen März für eine nächtliche Tempo-30-Zone entschieden. Eine Gesamtlösung für das Raserproblem gibt es in Dachau aber nicht.

In Karlsfeld will der Gemeinderat jetzt etwas gegen die übermütigen Auto- oder Motorradfahrer auf der B 304 tun: In einem Gespräch mit der Dachauer Polizei will Verkehrsreferent Willibald klären, ob Beamte in Zivilstreifen vor allem am Wochenende die Straße überwachen könnten.

Ein Treffpunkt der Karlsfelder Raser-Szene war laut Wanka eine Bar an der Münchner Straße. Noch vor wenigen Wochen haben die Motorsportfans ihre aufgemotzten Autos auf einer Wiese neben der Bar abgestellt, Lack poliert und Felgen miteinander verglichen. „Dann sind sie die Münchner Straße entlanggeheizt“, sagt Wanka – bis die Gemeinde vor rund sechs Wochen auf der Wiese Pfosten aufgestellt hat: „Seitdem ist es dort ruhiger geworden.“ Diese Raser mit mehrheitlich Münchner Kennzeichen sind offenbar verschwunden. Das Raserproblem allerdings bleibt.

Verkehrsreferent Willibald will sich deshalb mit Bürgermeister Stefan Kolbe, dem Verkehrsbeauftragten der Gemeinde, Günther Rustler, und der Dachauer Polizei zusammensetzen, um über festinstallierte Blitzer an der Münchner Straße zu sprechen – die Kosten dafür stehen noch nicht fest.

Zu festen Blitzern müsste der Gemeinderat zustimmen, betont Johann Willibald: Denn die Gemeinde könne die Raser nur mit einem Griff in den Geldbeutel ausbremsen.

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