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In der Straße An der Wögerwiese bleibt es bei den bisher geltenden Regelungen. 

Karlsfelder Bauausschuss lehnt SPD-Antrag ab

Nein zur Fußgängerzone in der Neuen Mitte

Aus der die Neue Mitte durchschneidenden Straße An der Wögerwiese wird weder eine Fußgängerzone noch ein verkehrsberuhigter Bereich. Das hat der Bauausschuss des Karlsfelder Gemeinderats mehrheitlich beschlossen.

Karlsfeld – Der Ausschuss folgte damit dem Beschlussvorschlag der Gemeindeverwaltung, die die Situation nach einem entsprechenden Antrag der SPD-Fraktion überprüft hatte.

Die Straße ist sechs Meter breit und rund 110 Meter lang. Sie verbindet die Gartenstraße mit der Pfarrer-Mühlhauser-Straße. Dort, im Zentrum der Neuen Mitte, darf schon jetzt wie in einem verkehrsberuhigten Bereich nur für 30 Minuten auf gekennzeichneten Flächen geparkt werden. Aktuell gilt auf der Straße Tempo zehn. Der Unterschied zu einem verkehrsberuhigten Bereich, in dem Autofahrer nur Schrittgeschwindigkeit fahren dürfen, sei demnach „nur marginal“, sagte Alfred Rustler vom Ordnungsamt im Ausschuss.

Bei einem verkehrsberuhigten Bereich sehen Rustler und auch die Fachleute der Dachauer Polizei hingegen einen maßgeblichen Nachteil gegenüber der aktuellen Regelung: Laut Straßenverkehrsordnung sind in einer verkehrsberuhigten Zone Kinderspiele überall erlaubt. Dafür ist der Verkehr auf der Straße An der Wögerwiese laut Rustler zu stark, denn die Straße erschließt die Tiefgarage der drei großen Einkaufsmärkte, die Tiefgaragen der Anwohner sowie mehrere kleine Geschäfte. Außerdem ist die Straße durch mehrere bauliche Maßnahmen von den Fußgängerbereichen optisch deutlich abgegrenzt. Rustler: „Durch diesen Ausbau lässt sich nicht auf eine Mischfläche schließen, in der die Aufenthaltsfunktion überwiegt. Schon gar nicht wird mit spielenden Kindern gerechnet.“

Weil es sich bei der Straße An der Wögerwiese um eine Erschließungsstraße für die Märkte und Geschäfte handelt, riet Rustler auch von der Umwandlung in eine Fußgängerzone ab. Denn in Fußgängerzonen ist jeglicher Fahrzeugverkehr verboten, sogar das Radfahren. „Eine Umfahrung der Neuen Mitte über die Garten-, Münchner- und Pfarrer-Mühlhauser-Straße würde zusätzlichen Verkehr verursachen“, sagte Rustler. Auch seien möglicherweise geschäftsschädigende Auswirkungen für die Gewerbetreibenden zu beachten. Bürgermeister Stefan Kolbe sagte, dass sich der Betreiber des großen Edeka-Marktes schon gegen eine Fußgängerzone ausgesprochen habe.

Noch ein weiteres Gegenargument nannte Rustler: Die Fußgängerzone würde eine gewünschte städtebauliche Variante für die Zukunft blockieren: die Weiterführung der Straße in Richtung Südosten zur Krenmoosstraße. Thomas Leichsenring

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