Dachau hat‘s vorgemacht: Heribert Lorenz, Leiter der Verkehrstechnik bei der Stadt, installierte vor wenigen Monaten für die Große Kreisstadt bereits die neue Ampeltechnik an der Münchner Straße.

Wärmebildkamera am Fußgängerüberweg eine Alternative?

Karlsfelder CSU will intelligente Ampel ohne Knopfdruck 

Fußgänger und Radfahrer, die in Karlsfeld an den Ampelanlagen der Münchner Straße und der Bajuwarenstraße über die Straße wollen, brauchen Geduld. Die Gemeinde Karlsfeld kämpft seit Jahren um eine Verbesserung. Die CSU-Gemeinderatsfraktion unternimmt nun einen weiteren Vorstoß.

Sie hat einen Antrag auf Installation von Fußgängererkennungssystemen an den Ampelanlagen der Münchner Straße und Bajuwarenstraße gestellt. Fraktionschef Bernd Wanka überreichte den Antrag in der zurückliegenden Gemeinderatssitzung an Bürgermeister Stefan Kolbe.

Die Münchner Straße/B304 ist eine Bundesstraße, die Bajuwarenstraße eine Staatsstraße. Deshalb ist in beiden Fällen nicht die Gemeinde, sondern das Straßenbauamt Freising zuständig. Dieses Amt hat bislang eine Programmierung der Ampelsteuerungen zur Grünlichtschaltung ohne Knopfdruck mit dem Argument abgelehnt, dass die Ampelanlagen bei fehlendem Querungswunsch eines Fußgängers schneller wieder umschalten können und so den Durchgangsverkehr in Karlsfeld weniger aufstauen würden.

Doch jetzt habe sich hier im technischen Bereich etwas getan, teilt Wanka mit. „Es gibt es ein Modul der Firma Swarco auf Basis einer Wärmebildkamera auf dem Markt, das ohne Zutun des Fußgängers oder Radfahrers einen Fußgänger erkennt und so ohne Knopfdruck die Grünlichtschaltung aktiviert.“ Natürlich sei es allen bewusst, dass diese Investition Geld koste, so Wanka im Antragsschreiben. Doch diese Alternative könne auch bei extrem hoher Verkehrsbelastung „für eine optimierte Querungsmöglichkeit über die stark belastete B304 und die Staatsstraße“ sorgen. Die Maßnahme unterstütze das Bemühen der Gemeinde im laufenden Verkehrsentwicklungsplan, den Fuß- und Radwegeverkehr als Alternative zum Auto zu fördern. Auch benötige die Gemeinde mit den Umsteigehaltestellen im ÖPNV attraktive Querungsmöglichkeiten beim Umstieg von der Ortslinie auf die überörtlichen Buslinien an der Münchner Straße.

Die Gemeinde solle sich deshalb beim Straßenbauamt dafür einsetzen, dass diese Module an den Ampelanlagen zur Verbesserung eingebaut werden. Etwaige Erfahrungen könnten bei der Stadt Dachau abgefragt werden, schreibt Wanka. Dort wurde ein derartiges System nämlich schon eingeführt (wir berichteten).

Er freue sich schon auf die Diskussion mit dem Straßenbauamt, sagte Bürgermeister Stefan Kolbe mit unüberhörbar ironischem Unterton, als er das Antragsschreiben am Ende der öffentlichen Sitzung entgegennahm. „Ich weiß auch schon, wie der erste Satz vom Amt lautet: Sie können alles haben – wenn Sie es auch bezahlen!“ tol

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