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„Vielleicht irgendwann“ heißt das Theaterstück von Johannes Sillem, das am Donnerstag in Karlsfeld aufgeführt wird. foto: ep

Theater an der FOS Karlsfeld

Autor, Regisseur – und Manager

„Vielleicht irgendwann“ heißt das Theaterstück, das Johannes Sillem geschrieben hat. Am heutigen Donnerstag ist es in Karlsfeld zu sehen - an Sillems Schule.

Karlsfeld – Die Nöte eines Regisseurs durchlebt Johannes Sillem, Schüler aus der Klasse 12 an der Fachoberschule Karlsfeld, gerade intensiv: Zwei Tage vor der Generalprobe seines Theaterstücks wird ein Darsteller krank, ein anderer hat in der Arbeit Terminprobleme. „Ich bin nur noch am Managen“. Das Probenwochenende hat ihn auch nicht gerade beruhigt: „Da hatten einige noch Texthänger.“ Aber er sagt: „Es macht Spaß.“ Und er freut sich, wenn endlich am heutigen Donnerstag das Stück „Vielleicht irgendwann“ in der Sporthalle der FOS Karlsfeld auf die Bühne kommt

Das Stück, in dem auch junge Geflüchtete mitwirken, beschreibt die Erfahrungen von zwei Jugendlichen nach ihrer Flucht in Deutschland. Geschrieben hat Sillem es zusammen mit Niklas Pötsch und Max Kuttkat. Schon im März 2018 wurde es in der Pasinger Fabrik aufgeführt. Das, was die Gäste heute erwartet, ist komplett umgearbeitet, einschließlich eines neuen Bühnenbilds – es wird also eine Premiere der zweiten Dimension, gewissermaßen.

Dass sich diese jungen Leute – aus gesicherten Verhältnissen – mit den Problemen und Sorgen von Geflüchteten beschäftigen, hat mit einem persönlichen Erlebnis zu tun. Die Familie von Niklas Pötsch hat ein Patenkind aus Afghanistan aufgenommen. „Wir haben gemerkt, dass sie ihre eigenen Ängste haben. Aber dass sie als Jugendliche auch mit ähnlichen Problemen wie wir zu kämpfen haben“, sagt der Münchner Sillem. Die oft negative Diskussion um Flüchtlinge ärgert ihn und seine Mitstreiter: „Es wird viel zerrissen dadurch.“

Lange haben die drei getüftelt am Drehbuch. „Wir hatten irre viele Ideen.“ Die dann in eine klare Struktur und die wiederum in spielbare Szenen und sprechbare Dialoge umzusetzen, „dazu haben wir Ewigkeiten gebraucht“, sprich: etwa eineinhalb Jahre.

Johannes Sillem hat einschlägige Berührungen mit dem Theater: Der Vater war ursprünglich Schauspieler, er selbst schon mal Komparse. Und als Zehnjähriger hatte er einen Auftritt in einem Werbefilm des Kultusministeriums mit der Titelfrage: „Was spielt mein Kind?“

Aktuell heute spielt „das Kind“ nur dann, wenn es für jemanden einspringen muss – was nach all dem Managen der letzten Tage wohl nicht der Fall sein wird. So freut sich Johannes jetzt ganz entspannt, dass „Vielleicht irgendwann“ heute auf die Bühne kommt, in „meiner Heimatschule“, wie er mit etwas Stolz sagt. 

Die Aufführung am heutigen Donnerstag beginnt um 19 Uhr in der Turnhalle der FOS, Zugspitzstraße 3. Der Eintritt kostet 5 Euro, Karten gibt es an der Abendkasse (Dauer 60 Minuten, anschließend Publikumsgespräch). Der Erlös geht an die Einrichtung „Bellevue di Monaco“, ein Begegnungszentrum für Flüchtlinge in München. Elfriede Peil

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