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Erste Vorarbeiten für die Bebauung des Ludl-Geländes finden bereits statt.

Nur Bündnis stimmt dagegen

Karlsfelder Gemeinderat beschließt Bebauungsplan für Ludl-Gelände: So sieht der neue Ortsteil aus

Der Karlsfelder Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung der zu Ende gehenden Wahlperiode eine für die weitere Entwicklung der Gemeinde bedeutende Entscheidung getroffen: Im Bürgerhaussaal beschloss er mehrheitlich den Bebauungsplan für das Ludl-Gelände an der Münchner Straße.

Mit der Bebauung wird der schon seit Jahrzehnten vorgesehene Brückenschlag von der Gartenstraße auf die Westseite der Münchner Straße endlich vollzogen. Auf dem 3,6 Hektar großen Ludl-Gelände entsteht ein neuer, urbaner Karlsfelder Gemeindeteil mit einem breiten Nutzungsmix mit Wohnungen, einem Lidl-Markt, einer Kita, Gastronomie und Hotel.

Auch Gewerbe kommt auf das Grundstück. Lange ging man in Karlsfeld davon aus, dass sich ein renommiertes Unternehmen für Medizintechnik auf dem Ludl-Gelände in Karlsfeld niederlassen werde. Doch das Unternehmen machte einen Rückzieher und zieht nach Unterschleißheim (wir berichteten). Es gebe jedoch weitere Interessenten, sagte Peter Freis, Wirtschaftsförderer im Karlsfeld Rathaus.

Mit dem Gemeinderatsbeschluss besteht Baurecht. Das heißt, der Bauherr kann seine Bauanträge stellen. Diese werden in den nächsten Monaten im Karlsfelder Bauamt bearbeitet. Gleichzeitig konkretisiert das Bauamt die Straßenplanung. Es ist demnach nicht damit zu rechnen, dass auf dem Grundstück heuer mehr als erste Vorarbeiten stattfinden werden – ganz abgesehen von etwaigen Verzögerungen wegen der Corona-Krise.

Dort, wo bis vor wenigen Wochen der marode Ludl-Hof und das Sommerhaus standen, entsteht mit der Neubebauung eine weithin sichtbare städtebauliche Dominante: ein bis zu 36 Meter hohes, elliptisches Gebäude. Die denkmalgeschützte Ludl-Kapelle bleibt stehen, sie soll freigestellt und damit aufgewertet werden.

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Gemeinderat Christian Bieberle (CSU) erinnerte in der Sitzung an die Ausgangslage. Die Grundstückseigentümer hatten Baurecht für einen Supermarkt samt Parkplatz. Eine „städtebauliche Katastrophe“ wäre die Umsetzung gewesen, so Bieberle. Die neue Planung werde dem großen Potenzial der Fläche gerecht. Es seien „gute Kompromisse“ zwischen Grundstückseigentümern, Investoren und Gemeinde gefunden worden. Bieberle erinnerte zudem an die Workshops, bei denen die Karlsfelder ihre Vorstellungen, Wünsche und Anregungen zur Gestaltung des neuen Gemeindeteils vorbringen konnten. Auch Venera Sansone (SPD) betonte, dass es gelungen sei, „die Bürger mit ins Boot zu holen“.

Das Bündnis für Karlsfeld stimmte gegen den Beschluss. Fraktionssprecher Adrian Heim wiederholte die Hauptgründe: zu wenig Stellplätze, die Höhenentwicklung und vor allem der Bau von Sozialwohnungen direkt neben dem Heizkraftwerk. Dieser Standort sei ungeeignet. Seine Fraktionskollegin Mechthild Hofner sagte, dass das Bündnis anfangs „mit Euphorie“ in die Diskussion um die Gestaltung des Areals eingestiegen sei. Die aktuelle Planung könne man jedoch nicht mittragen. Thomas Leichsenring

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