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An dieser Stelle kann es nicht bleiben: Ob das Sommerhaus versetzt werden soll, ist noch offen. 

Karlsfelder Gemeinderat legt sich fest

Keine Zukunft fürs Ludl-Ensemble

Der Karlsfelder Gemeinderat hat am Donnerstagabend im Rathaus erste Entscheidungen zur Gestaltung des Ludl-Grundstücks gefällt. Die wichtigste: Die Hofstelle wird verschwinden. Auch das unmittelbar an der Münchner Straße stehende Sommerhaus muss weg, es kommt woanders hin – vielleicht.

Erwünscht und wichtig sei sie, die Beteiligung der Karlsfelder Bevölkerung an der Gestaltung des 36 500-Quadratmeter Ludl-Areals, mit dem der Brückenschlag von der Gartenstraße auf die Westseite der Münchner Straße vollzogen werden soll, so hieß es in den vergangen Monaten immer wieder. Ein maßgebliches Anliegen, das viele der rund 80 Teilnehmer am Bürgerworkshop im Oktober formulierten, bleibt jedoch unrealisiert: der Erhalt des Ensembles mit alter Hofstelle, Sommerhaus und Ludl-Kapelle.

Klar, die Kapelle, das einzige unter Denkmalschutz stehende Gebäude in ganz Karlsfeld, bleibt stehen. Das kleine Gotteshaus wird sogar freigestellt, und bei der flankierenden Bebauung wird sich der Bauherr bei der Höhenentwicklung zurückhalten. Die baufällige Hofstelle wird jedoch abgerissen. Das hat der Gemeinderat am Donnerstag letztlich einstimmig entschieden.

Ob das Sommerhaus eine Zukunft hat, ist noch ungewiss. Fest steht: Dort, wo es jetzt steht, kann es nicht bleiben. Denn der Platz wird für Straßenfläche, Radschutzstreifen und Gehweg benötigt. „Wir sollten da Sommerhaus aber nicht wegschmeißen“, sagte SPD-Fraktionschef Franz Trinkl. Adrian Heim (Bündnis für Karlsfeld) und Stefan Handl (CSU) äußerten sich ähnlich. Schließlich versah der Gemeinderat die Planer mit dem Auftrag zu prüfen, ob das Sommerhaus an einen anderen Standort im Planungsgebiet versetzt werden kann.

Birgit Piroué ist skeptisch. Sie befürchte, dass es nach der Prüfung heiße, dass eben kein Platz für das Gebäude gefunden werden konnte, so die Bündnis-Gemeinderätin.

Kritik übte Piroué auch an der Änderung des Flächennutzungsplanes, wonach das Ludl-Gelände nun nicht mehr „Allgemeines Wohngebiet“, sondern sogenanntes „Urbanes Gebiet“ ist. In einem „Urbanen Gebiet“ sind die Lärmschutzvorgaben weniger streng, zudem ist dort eine höhere Geschossflächenzahl (GFZ) möglich. Das Areal werde für den Investor „finanziell vergoldet, Wohn- und Aufenthaltsqualität werden nicht mehr erreicht“, so Piroué. Planer Klaus Kehrbaum versuchte, die Bedenken auszuräumen. Tatsächlich werde nur in einem später gewerblich genutzten Gebäude die zulässige GFZ von 3.0 auch ausgeschöpft, im Bebauungsplanverfahren könne der Gemeinderat später die GFZ-Höhen für alle anderen Baufelder frei festlegen.

Kehrbaums Kollege, Städteplaner Dietmar Sandler, verteidigte das „Urbane Gebiet“, es garantiere eine verträgliche Durchmischung der Nutzungen und vermeide im Sinne der „Stadt der kurzen Wege“ Kfz-Verkehr. Das Bündnis für Karlsfeld stimmte dennoch gegen ein „Urbanes Gebiet“.

Folgende weitere Entscheidungen traf der Gemeinderat am Donnerstag:

. Die Kreuzung wird ebenen gleich ausgebaut, es wird weder ein Steg über die Münchner Straße gebaut, noch die Unterführung ausgebaut.

. An der Zufahrt zum Baugebiet soll ein höheres Gebäude als „Städtebauliche Dominante“ errichtet werden. Das Gebäude wird voraussichtlich als Hotel genutzt. Höhe und Ausformung werden später festgesetzt.

. Im Planungsgebiet kommt die Sozialgerechte Bodennutzung (SoBon) zur Anwendung. Thomas Leichsenring

Lidl und Mc Donald’s ziehen aufs Gelände

Die Karlsfelder Lidl-Filiale wird auf das Ludl-Gelände umziehen, wenn dieses fertig ist. Das frei werdende, etwa einen Hektar große Grundstück zwischen Nibelungenstraße und Münchhausenerstraße soll nach Beschluss des Gemeinderats ein eingeschränktes Gewerbegebiet werden. Kleinfirmen, die keine störenden Auswirkungen auf die nahe Wohnbebauung haben, sollen sich dort ansiedeln können. Der Gemeinderat hatte sich fraktionsübergreifend schon im Vorfeld strikt gegen eine Wohnbebauung ausgesprochen, wie sie Stadtplaner Dietmar Sandler vorsah. Der Gemeinderat beschloss in seiner Sitzung am Donnerstagabend auch, das Mc Donald’s-Grundstück in den Bebauungsplan für das Ludl-Areal aufzunehmen. Wenn das Ludl-Vorhaben abgeschlossen ist, wird auch das Fast-Food-Restaurant ins Plangebiet ziehen. Der Mc Donald’s am jetzigen Standort an der Münchner Straße wird dann abgerissen. tol

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