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„Karlsfeld ist für mich eine Herzensangelegenheit“, versichert Peter Brandl. Links seine Frau Manuela, rechts Tochter Julia. Festreferentin Christa Berger-Stögbauer (Zweite von rechts) erhofft sich viel vom neuen Festwi rt.

Siedlerfest Karlsfeld

Die Traditionsveranstaltung wird runderneuert

Das Jubiläum im vergangenen Jahr war eine traurige Angelegenheit: Festwirt, Schausteller und Veranstalter des 60. Karlsfelder Siedlerfestes waren gleichermaßen bedient, denn es kamen wesentlich weniger Besucher als erwartet. Fest Nummer 61 soll unbedingt besser werden – dazu wird die Traditionsveranstaltung nicht weniger als runderneuert.

Karlsfeld – Schon der Ort des Pressegesprächs zeigt: Hier wird etwas auf völlig neue Beine gestellt. Die Siedlergemeinschaft Karlsfeld-Nord bittet die Medienvertreter in die Dachauer Altstadt, im schick-modernen Ambiente der Marketingagentur Weimer & Paulus wird verkündet, was anders, größer und vor allem besser werden soll auf dem Siedlerfest.

Marketing-Profi Philipp Paulus und seine Mitarbeiter kümmern sich um die Öffentlichkeitsarbeit. Paulus betont, dass das Siedlerfest zu den traditionsreichsten Volksfesten in Bayern gehöre. Doch Tradition verpflichte, „und dazu gehört, dass man ab und zu neue Wege geht“.

Die wohl wichtigste Neuerung: der Festwirt. Die Siedlergemeinschaft Nord gab Peter Brandl nach einer Ausschreibung den Zuschlag. Paulus: „Brandl bringt alles mit, Erfahrung, Know-how und Herzblut.“ Seit Jahren betreibt Brandl auf vielen Festen erfolgreich Festzelte, unter anderem auf der alljährlich von über vier Millionen besuchten Cannstatter Wasen in Stuttgart. Obendrein ist er Karlsfeld verbunden. Der Firmensitz der Brandls ist seit Jahrzehnten Karlsfeld, und in den 70er Jahren war sein Vater schon einmal Festwirt beim Siedlerfest.

Mindestens bis 2019 wird Peter Brandl Festwirt sein, so steht’s im Vertrag. Er und Festreferentin Christa Berger-Stögbauer hoffen aber auf eine wesentlich längere Zusammenarbeit. Sein Engagement sei „nicht auf kurze Dauer“ ausgelegt, sagt Brand, fürs Gelingen habe sein Unternehmen „kaum Kosten gescheut“.

Brandl stellt ein komplett neues Festzelt auf, will das Essensangebot verfeinern, hat in die Gestaltung des Biergartens und in eine neue Soundanlage investiert. Die Bühne wird im Zelt wieder mittig platziert. Es wird eine Außenbühne geben, für Musik unter Freiem Himmel, wenn es das Wetter zulässt.

Blasmusik wird auf dem Siedlerfest ebenso zu hören sein wie Pop und Rock. Brandl: „Unser Musikprogramm wird stärker auf die Jugend abgestimmt.“ Unter anderem ist die Partyband Ois Easy dabei, die zuletzt in Indersdorf gleich an zwei Abenden für ein proppevolles Festzelt sorgte.

Paulus und Weimer haben der Traditionsveranstaltung einen Zusatznamen verpasst: Familien-Volksfest am See. Vor allem Zugezogene hätten ein völlig falsches Bild vom Siedler- und Seefest, so Paulus. Sie wüssten gar nicht, dass es sich um ein Volksfest mit Bierzelt sowie 40 Schaustellern und Fahrgeschäften handle.

Neu ist auch der Termin. Die Siedlergemeinschaft hat sich nun doch entschlossen, das Fest um eine Woche nach hinten zu verschieben, um der Konkurrenz der alle zwei Jahre stattfindenden großen Fußballturnier WM und EM zu entgehen. Das Fest findet heuer vom 7. bis 16. Juli statt.

Bei allem frischen Wind, der übers Festgelände wehen soll: Traditionelles und Beliebtes wie der Seniorennachmittag und das Fischerstechen werden nicht gekippt. Schon gar nicht das Brillantfeuerwerk, das stets bis zu 40 000 Besucher nach Karlsfeld lockt. Berger-Stögbauer: „Das werden wir sicher nicht abschaffen.“

Im Internet gibt es unter der Adresse www.siedlerfest.de weitere Informationen, zum Beispiel über das Programm und die Schausteller. Auf der Seite sind auch Onlinereservierungen für das Festzelt möglich. tol

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