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Zahlreiche Anwohner der Karlsfelder Kreuzung Garten- und Ostenstraße klagen über schlechte Luft. Nun soll der Verkehr an der Stelle gezählt werden.

SPD wollte teure Schadstoffmessungen, Gemeinderat beschließt günstigere Methode

Karlsfeld: Verkehrszählung mittels Video

Nach Anwohnerprotesten zur Situation an der Kreuzung Gartenstraße und Ostenstraße stellte die SPD-Fraktion in der ersten Sitzung des neuen Ausschusses für Umwelt und Verkehr den Antrag, dort eine Messung von Schadstoffen vorzunehmen.

Von einem Umkehren der Vorfahrt, wie von Anwohnern gefordert, hielt SPD-Fraktionsvorsitzender Franz Trinkl gar nichts. Morgens, so Trinkl, herrsche dort oft das „blanke Chaos“. Wie Bürgermeister Stefan Kolbe auf eine Nachfrage von Thomas Nuber (Grünen) erläuterte, gebe es an dieser Stelle täglich 210 Busbewegungen. Nach den Worten von Verkehrssachbearbeiter Günther Rustler wird sich dies etwas entkrampfen, wenn die Buslinie 710 nicht mehr die Schleife durch den Ort über die Gartenstraße fährt.

Zweifel bestanden bei allen Ausschussmitgliedern, ob eine Messung ein Überschreiten des zulässigen Grenzwerts für Stickoxide von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft ergeben werde. Wie die Umweltsachbearbeiterin Claudia Schreiner in der Sitzung berichtete, habe das Landesamt für Umwelt an der noch wesentlich stärker belasteten Münchner Straße auf Höhe der Hausnummer 218 bereits seit 2004 eine Reihe von Jahresmessungen durchgeführt. Die Werte hätten zuletzt 2018 bei 42 Mikrogramm gelegen. Doch selbst wenn der Grenzwert an der Kreuzung Garten- und Ostenstraße nicht überschritten werde, so Franz Trinkl, könne das auch zu einer Entwarnung führen.

An dieser Kreuzung, also einem völlig neuen Standort für Messungen, müsse erst einmal geprüft werden, wer solch eine Messung durchführen könne, die einen vier- bis fünfstelligen Betrag erfordere, sagte Schreiner. Im nächsten Schritt müsse erst eine Berechnung erfolgen, die etwa das Landesamt noch kostenlos durchführe, bevor im dritten Schritt die eigentliche Messung erfolgen könne.

Mit 1100 bis 1200 Euro wesentlich günstiger sei es, eine sogenannte Videozählung an nur einem Tag durchzuführen, so Schreiner. Einer solchen Messung war Bürgermeister Stefan Kolbe nicht abgeneigt.

Allerdings, so Mechthild Hofner (Bündnis für Karlsfeld, BfK), dürfe die erst nach einer Corona-Normalisierung stattfinden. „Im Vorfeld sollten wir klären, wie wir handeln können“, gab Peter Neumann (BfK) seinen Bedenken Ausdruck: Die Vorfahrtsrichtung zu ändern beeinträchtige den Schulweg der Kinder aus Richtung Ostenstraße zu den Schulen, denn dann stünden die Kinder an einer Vorfahrtsstraße. Bei der derzeitigen Konzessionsdauer müsse man acht bis zehn Jahre warten, bis die Diesel-Busse durch Erdgas oder Elektroantriebe ersetzt seien.

Verkehrsreferent Bernd Wanka (CSU) sagte, würde die Vorfahrt verändert, sei mit höheren Geschwindigkeiten beim motorisierten Individualverkehr zu rechnen. Vor den Konsequenzen bei veränderten Buslinien-Führungen warnte Thomas Nuber: „Jeder Bus, der wegfällt, verschlechtert die Situation, wenn die Leute wegen schlechterer Verbindungen wieder mehr mit dem eigenen Auto fahren.“ Wanka widersprach: „Das ist ein Trugschluss! Die Busanbindung verbessert sich.“

Schließlich stimmten die Ausschussmitglieder einstimmig dafür, erst einmal nur eine Eintages-Videozählung durchzuführen. Reinhard-Dietmar Sponder

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