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Rund 150 Karlsfelder kamen in das Bürgerhaus. 

Bürgerversammlung in Karlsfeld

Kritik an neuer Buslinie

Bei der Bürgerversammlung beschäftigten vor allem zwei Themen die Karlsfelder: fehlende Hortplätze und die neue Buslinie.

Karlsfeld – Zwei Brennpunkte scheint es in Karlsfeld zu geben, wurden die meisten Wortmeldungen der rund 150 Besucher der Bürgerversammlung doch vor allem zwei Themen gewidmet: zum einen fehlende Hortplätze, zum anderen die neue Buslinie in der Gartenstraße.

In seinem Bericht zu Beginn der Versammlung im Bürgerhaus erzählte Bürgermeister Stefan Kolbe noch, das für 2018 ein Rekordhaushalt verabschiedet wurde und die Gemeinde am Ende des Jahres so viele Schulden haben wird, wie noch nie: über 21 Millionen Euro. Ursache seien die hohen Kreditaufnahmen von 15 Millionen Euro, die unter anderem für der Neubau der sechszügigen Grundschule in der Krenmoosstraße, aber auch der Kindertagesstätte westlich der Bahn. „Wir bauen jährlich Kindereinrichtungen und es scheint nie genug“, sagte Kolbe. Wegen des hohen Zuzugs brauche die Gemeinde immer mehr Betreuungsplätze.

Leider stehen auch in diesem Jahr Kinder auf der Warteliste. Das wussten auch einige Mütter, die zur Bürgerversammlung kamen. „Ich möchte nicht, dass mein Kind Mittags ohne Essen auf der Straße steht. Was soll ich tun, wenn ich im September keinen Hortplatz für mein Kind finde?“, fragte nicht nur eine besorgte Mutter. Die Eltern warfen Kolbe teils Fehlplanung vor. Der Bürgermeister verteidigte sich, indem er erklärte: „Wir wollten einen Hort einrichten, aber wir finden schlichtweg, wie so oft, einfach kein Personal!“ Eine Mutter schlug daraufhin Wohnungen für Erzieher vor, da die hohen Mieten abschreckend seien. Das Gemeindeoberhaupt konnte lediglich versprechen, alles zu tun, damit alle Kinder einen Platz bekommen.

In seiner Rede war Stefan Kolbe vor allem stolz über das neue Angebot im Öffentlichen Nahverkehr, genauer der Stadtbus 160 und die Nachtlinie N71 – Endstation Gartenstraße. Doch die Bewohner der Gartenstraße sind nicht begeistert: zu viele Busdurchfahrten, zu enge Stellen, zu laute, große Busse, die sich nicht ans Tempolimit 30 halten würden. Gar Busfahrer, die die genaue Linienführung nicht kennen, soll es geben. Eine Bewohnerin monierte: „Warum werden die Bushaltestellen teuer barrierefrei ausgebaut, wenn der Bus erst in einer dreijährigen Probezeit läuft?“ Kolbe entgegnete, dass alle Haltestellen nach und nach ausgebaut werden müssten. Die kritischen Bewohner waren sich sicher, dass die Linie nach drei Jahren fortgeführt werde.

Eine Gartenstraßen-Bewohnerin appellierte: „Ich möchte, dass sich der Gemeinderat vor dem Beenden des Probebetriebes, am besten noch vor dem Fahrplanwechsel, Gedanken über unsere Probleme macht.“ Die Linienführung gefalle ihr nicht, sie denke über eine Unterschriften-Aktion nach. Ein weiterer Zuhörer kritisierte ebenfalls die Linienführung: „Wir Bewohner westlich der Bahn wollten diesen Bus, doch benutzten ihn viele nicht, weil sie keine Sightseeing-Tour durch die Gartenstraße brauchen!“

Letztlich konnte Kolbe nur versprechen, dass sich das Gremium mit der Sache beschäftigen werde, genauso wie mit den anderen Problemen, die im gut gefüllten Bürgerhaus auf den Tisch kamen: Ein Kindergarten braucht ein Sonnensegel, die Badeinsel im Karlsfelder See sollte näher am Ufer installiert werden – und die Bürger westlich der Bahn wollen endlich ihren versprochenen Supermarkt.

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