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Angekommen: Charide Christin von der Ahe. 

Charide Christin von der Ahe ist seit einem Monat im Amt

Karlsfelds neue Jugendarbeiterin hat viel vor

Seit einem Monat füllt Charide Christin von der Ahe die Stelle der Aufsuchenden Jugendarbeit in Karlsfeld aus. Das tut sie mit großem Tatendrang und ebensolcher Kompetenz.

Zwei Jahre haben sie warten müssen in der Gemeinde Karlsfeld. Zwei Jahre konnte die Stelle Aufsuchende Jugendarbeit nicht besetzt werden – teils weil überhaupt wenig Bewerbungen reinkamen, teils weil die, die sich beworben hatten, nicht die gewünschte Qualifikation hatten. Das Warten hat sich gelohnt: Seit dem 1. Oktober ist Charide Christin von der Ahe neue Mitarbeiterin in der Aufsuchenden Jugendarbeit und zwar eine, die nur so sprüht vor Tatendrang und guter Laune und die auch umfangreiche Kompetenzen mitbringt.

Entsprechend froh ist man in der Gemeinde. Tobias Schmitt, der Leiter der gemeindlichen Jugendarbeit, spricht von einem „Glückstreffer“. Charide Christin von der Ahe hat sich vielfältig qualifiziert. Ihre erste Ausbildung machte sie in Bückeburg zur staatlich anerkannten Ergotherapeutin, bei der sie unter anderem Verhaltenstrainings für Kinder und Jugendliche durchführte. Danach studierte sie in Düsseldorf Sozialpädagogik, dem sie noch Ausbildungen in Berlin zur Mediatorin und zum Coach anschloss.

Wenn sie von ihren praktischen Erfahrungen spricht, hört man sehr gespannt zu. Da ist etwa ihre sozialpädagogische Diplomarbeit über einen Berliner Brennpunkt, den Görlitzer Park. „Aufsuchende Jugendarbeit ist zu einem großen Teil Vertrauensarbeit. Ich möchte einen guten Kontakt zu den Jugendlichen aufbauen.“ Oder ihre Mitarbeit bei dem Projekt „InAktion“, bei dem sie bei jungen Menschen in extremen Lebenslagen intensive, individuelle Betreuunghilfe geleistet hat. Oder ihr Engagement bei einem Modellprojekt „Jugendstrafvollzug in offenen Formen“. Charide Christin von der Ahe hat mit unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen ebenso gearbeitet wie mit suchtgefährdeten Jugendlichen in der Türkei.

Zwei wichtige Erkenntnisse bringt von der Ahe jetzt in ihren neuen Karlsfelder Job mit ein: „Immer war die Zusammenarbeit mit Jugendämtern, Gerichten, Schulen, Polizei eine wesentliche Unterstützung für meine Arbeit.“ Diese Kontakte will sie auch in Karlsfeld knüpfen; bei verschiedenen Stellen im Ort und im Landkreis hat sie sich schon vorgestellt: „Vernetzung ist das A und O.“

Die zweite Erkenntnis: Die Erlebnispädagogik schafft eine gute Basis für gute Beziehungen. Sie möchte, dass sich die Jugendlichen wieder selbst mehr wahrnehmen und ihre eigenen Bedürfnisse erkennen. Und sie kann sich da auch mit der ihr eigenen Begeisterung einbringen: „Ich liebe das Klettern, vor allem das Mehrseillängenklettern. Ich brauche das zum Ausgleich, das ist meine Psychohygiene.“ Nicht zuletzt waren nahe Berge auch ein Grund mit für die Bewerbung nach Karlsfeld.

Ein ganzer Berg von Arbeit wartet allerdings auch auf sie. Sie will herausfinden, was die Jugendlichen brauchen und wollen, jene, die in keinem Verein sind und sich „zum Abhängen“ an verschiedenen Plätzen im Ort treffen. Wie zum Beispiel abends und am Wochenende in der Neuen Mitte. Da gab es schon erste Gespräche mit Jugendlichen und Anwohnern, auch die Geschäftsleute sollen miteinbezogen werden. „Wie können wir das Verhältnis verbessern? Da brauchen wir noch viele Gespräche.“ Wobei das Prinzip für sie ganz wichtig ist: „Auch die Jugendlichen müssen da mit rein. Ich möchte sie nicht bevormunden.“

In der neuen Wohnanlage Parzivalstraße wird außerdem gerade eine neue Anlaufstelle für die Jugendarbeit eingerichtet, mit einem kleinen Büro und einem großen Aufenthaltsraum. „So haben wir endlich auch in diesem Teil Karlsfelds einen Treffpunkt“, freut sich Tobias Schmitt.

Charide Christin von der Ahe freut sich sehr, wie sie aufgenommen wurde, auch von den anderen Kollegen in der Gemeindeverwaltung. „Obwohl ich ja sehr direkt bin und sage, was ich denke.“ Ein Kompliment hat sie schon eingeheimst, als die Jugendlichen ihr Alter erfuhren. „Was, 37 Jahre? Naaa, das kann nicht sein. Meine Mutter ist auch so alt und ist ganz anders.“ Elfriede Peil

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