Sanierungsfall Hallenbad: Karlsfeld wird wohl weitere Schulden machen müssen zur Finanzierung.
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Sanierungsfall Hallenbad: Karlsfeld wird wohl weitere Schulden machen müssen zur Finanzierung.

Kein Cent vom Bund

Teure Hallenbadsanierung: Karlsfeld wieder nicht in Sonderförderprogramm berücksichtigt

  • VonThomas Leichsenring
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Rund 11 Millionen Euro dürfte es in etwa kosten, das Karlsfelder Hallenbad wieder in Schuss zu bringen. Doch es sieht so aus, als müsste die Gemeinde die Sanierung beinahe komplett selbst bezahlen. Denn Karlsfeld ging auch in Runde zwei des von der Bundesregierung aufgelegten Programms mit dem Titel „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ leer aus, wie Kämmerer Alfred Giesinger gestern bestätigte.

Karlsfeld ‒ 600 Millionen Euro hat der Bund für das Sonderprogramm locker gemacht. Zu wenig, wie sich herausstellte. Zehnfach überzeichnet sei das Projekt gewesen, hat Kämmerer Giesinger erfahren – demnach wollten so viele deutsche Städte und Gemeinden einen Teil abhaben vom Förderkuchen, dass sechs Milliarden gerade gereicht hätten. Giesinger hatte dem Gemeinderat schon im Dezember mitgeteilt, dass die Chance, ins Programm aufgenommen zu werden, gering sei.

Es wäre so schön gewesen für die klamme Gemeinde Karlsfeld. Knapp 5 Millionen Euro hätte der Bund zugeschossen für die Hallenbad-Sanierung.

Jetzt bleibt nur, weitere Kredite aufzunehmen, und als Trostpflaster ein Sonderprogramm der bayerischen Staatsregierung für Schwimmbadsanierungen. Diese Förderung kann Giesinger ziemlich sicher in seine Planungen aufnehmen, sie fällt mit höchstens 945 000 Euro aber auch deutlich geringer aus.

Mitte April entschied der Karlsfelder Gemeinderat einstimmig, dass das Hallenbad saniert und demnach nicht geschlossen werden soll. Fünf Monate lang hatten Experten das Bad im vergangenen Jahr untersucht. Fazit: Das 1971 eröffnete und 1999 letztmals in größerem Umfang sanierte Hallenbad steht recht gut da für sein Alter. Will man es aber fit machen für die nächsten 25 Jahre, wird es teuer. Unter 11 Millionen Euro ist eine Sanierung jedenfalls nicht zu machen.

Marco Mühlenhoff von der Abteilung Gebäudemanagement der Gemeinde stellte in der Sitzung im April einige „Denkmodelle“ vor, wie das im laufenden Tagesgeschäft hochdefizitäre Bad nach der Sanierung deutlich wirtschaftlicher betrieben werden könnte. „Das Hallenbad hat viel Potenzial“, sagte Mühlenhoff damals. Eine Erhöhung der Eintrittspreise sei nicht empfehlenswert, „hier sind wir am Limit angekommen“. Es gebe jedoch andere Möglichkeiten. Das Bad könnte zum Beispiel an private Anbietern von Schwimmkursen vermietet werden, hier sei der Bedarf enorm. Man könnte zudem weitere Veranstaltungen im Bad anbieten und die Öffnungszeiten ausweiten.

Karlsfeld hatte sich noch mit einem zweiten Großprojekt um Aufnahme ins Bundes-Programm „Sanierung kommunaler Einrichtungen“ beworben: mit der Sanierung der Sporthalle an der Krenmoosstraße. Leider gab es auch hier eine Absage in der zweiten Runde.

Ganz aus dem Rennen ist Karlsfeld immer noch nicht. Wie das Büro der CSU-Bundestagsabgeordneten Katrin Staffler gestern bestätigte, ist es durchaus wahrscheinlich, dass das Sonderprogramm fortgesetzt und womöglich sogar noch einmal aufgestockt wird. Beide Karlsfelder Projekte wären automatisch wieder in der „Verlosung“.

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