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Für die Betreuung ihrer Kita- beziehungweise Kindergartenkinder müssen Karlsfelder Eltern künftig tiefer in die Tasche greifen.

Kindergartengebühren steigen

Die Gemeinde Karlsfeld erhöht die Gebühren für die Kinderbetreuung. Das hat der Hauptausschuss des Gemeinderats am Dienstagabend mehrheitlich beschlossen.

Am deutlichsten fällt die Erhöhung im Kindergartenbereich aus. Hier müssen Eltern vom 1. Januar 2020 an 20 Prozent mehr zahlen. Die Gebühr steigt damit monatlich im Schnitt um 24,50 Euro.

Für die Betreuung im Hort werden ab dem Jahreswechsel 15 Prozent höhere Gebühren fällig. Das sind im Schnitt 17,60 Euro pro Monat mehr. Für die Betreuung von Krippenkindern steigt die Gebühr laut Beschluss um zehn Prozent. Das entspricht einem Plus von 29,60 Euro monatlich.

Die Kinderbetreuung verursacht alljährlich im Haushalt der Gemeinde Karlsfeld ein Defizit von gut 6 Millionen Euro. Mit der Gebührenerhöhung verringert sich dieses Defizit um jährlich gut 440 000 Euro.

Die Erhöhung gilt auch für Kindertagesstätten mit freien Trägern wie BRK und Kirchen. Auch in diesen Kindertagesstätten fallen Defizite an, die die Gemeinde übernimmt – ein Karlsfelder Sondermodell.

Dieses Modell hält die Karlsfelder SPD für nicht mehr zeitgemäß. Sie fordert schon seit Längerem neue Modelle für die Kinderbetreuungskosten. Die vollständige Defizitübernahme erfolgt nach Ansicht der Sozialdemokraten ohne ausreichende Überprüfung und Einflussnahme seitens der Gemeinde. Beate Full (SPD) klagte in der jüngsten Sitzung wie schon 2017, als zuletzt eine Erhöhung der Kita-Gebühren beschlossen worden war, dass die Verwaltung trotz mehrfacher Aufforderung der SPD nicht nach Einsparmöglichkeiten in den Tagesstätten gesucht habe. „Die SPD geht deshalb bei der Gebührenerhöhung nicht mit.“

Damit stieß die SPD in der Ausschusssitzung auf breite Kritik. Adrian Heim (Bündnis für Karlsfeld) verwies auf das immense jährliche Defizit, die Sichtweise der SPD habe mit der „Realität in der Kinderbetreuung nichts zu tun“.

CSU-Fraktionschef Bernd Wanka sagte, dass die freien Träger ihre Defizite ohne eine Übernahme andernfalls über höhere Gebühren an die Eltern weitergeben würden, oder es werde an der Qualität der Betreuung gespart. Zudem sagte Wanka, dass die Verträge mit den Trägern und die Haushaltspläne regelmäßig von der Verwaltung überprüft würden.

Auch Bürgermeister Stefan Kolbe verteidigte die Vorgehensweise: „Das ist seit Jahrzehnten ein gutes Modell.“ Ein Teil der Mehreinnahme müsse ohnehin in eine höhere Vergütung von Fachpersonal fließen, wenn man auf dem umkämpften Markt noch Fachkräfte nach Karlsfeld holen wolle. Das Personal sei der mit Abstand größte Kostenfaktor in der Kinderbetreuung. Hier dürfe nicht gespart werden.

Anton Flügel, Freie Wähler, sagte, dass die Gemeinde um eine neuerliche Gebührenerhöhung nicht herumkomme. Die Gebühren lägen im Vergleich zu Kommunen im Umkreis immer noch „an der unteren Grenze“.

Holger Linde, CSU-Gemeinderat und Finanzreferent der Gemeinde, forderte in der Diskussion sogar eine Gebührenerhöhung um 20 Prozent auch bei Krippe und Hort. Dies sei angesichts „desolater Gemeindefinanzen“ notwendig. Diesem Vorschlag aber wollte sich niemand im Hauptausschuss anschließen. Thomas Leichsenring

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