Kündigte Einspruch gegen die 25-prozentige Gebührenerhöhung an: Karin Klehr, stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende des BRK-Kinderhortes Mooshüpfer.
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Kündigte Einspruch gegen die 25-prozentige Gebührenerhöhung an: Karin Klehr, stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende des BRK-Kinderhortes Mooshüpfer.

Protest gegen geplante Erhöhung der Kinderbetreuungsgebühren in Karlsfeld

„Müssen es gleich 25 Prozent sein?“

Wie zu erwarten, sorgt die Empfehlung des Karlsfelder Haupt- und Finanzausschusses, die Kita-Gebühren zu erhöhen, für Aufregung.

Karlsfeld - „Ich verstehe ja, dass die Beiträge erhöht werden müssen, aber doch nicht in dieser Höhe“, sagte die stellvertretende Elternbeiratsvorsitzende des vom Bayerischen Roten Kreuz (BRK) getragenen Kinderhortes Mooshüpfer, Karin Klehr. „Müssen es gleich 25 Prozent sein?“ Wie schon Heike Miebach (Bündnis 90/Die Grünen) in der genannten Ausschusssitzung erwähnt hatte, stiegen die von den Eltern pro Hortplatz zu zahlenden Gebühren in den vergangenen vier Jahren bereits zweimal um jeweils 20 Prozent.

Karin Klehr beschwerte sich: „Das ist eine enorme Erhöhung. Kein normaler Mensch kriegt so viel mehr.“ Sie könne zwar die Gemeinde verstehen, dass sie mehr verlangen müsse und selbst leere Kassen habe. Da könne kein Bürgermeister und kein Finanzreferent etwas dafür. „Aber da fühlt man sich als Eltern total schlecht.“

Außerdem kritisierte Klehr den Zeitdruck. Den Beschluss zur Empfehlung an den Gemeinderat fasste der Haupt- und Finanzausschuss am ersten Schultag, also am 14. September. Daraufhin forderte die Gemeinde Karlsfeld mit Schreiben, datiert vom Mittwoch, 15. September, die Elternbeiräte der Kindertagesstätten auf, ihre laut Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz (BayKiBiG) vorgeschriebene Stellungnahme bis spätestens kommenden Montag, 20. September, abzugeben.

Gemeinderat soll Donnerstag abschließend entscheiden

Bekanntlich soll der Gesamt-Gemeinderat bereits am kommenden Donnerstag, 23. September, den endgültigen Beschluss über die Gebührenerhöhung zum 1. Januar 2022 fassen. „Wir haben alle kleine Kinder, aber wir werden trotzdem Einspruch einlegen“, kündigte Klehr an. Das müssten allerdings noch die alten Elternbeiräte erledigen, denn die neuen seien noch gar nicht gewählt. Mitunter müssten also Leute entscheiden, die gar nicht betroffen sind, weil ihre Kinder nicht mehr in die jeweilige Einrichtung gingen.

„Die Erhöhung trifft vor allem die Eltern, die besonders auf die Kinderbetreuung angewiesen sind, wie Schichtarbeiter oder Leute, die ihre Kinder schon ganz früh in die Einrichtungen bringen müssen. Ich habe den Eindruck, dass die Gemeinde mit dieser Erhöhung die Ballungsraumzulage für die Kinderbetreuerinnen und -betreuer wieder einfangen will. Oder will sie partout vor der Wahl noch in die Schlagzeilen?“

Klehr ergänzte: „Ich bin schon sehr sozial eingestellt. Ich mache den Wunschbaum (des Sanvitanima-Gesundheitsnetzwerks) ehrenamtlich, engagiere mich als Klassenelternsprecherin und im Elternbeirat der Mooshüpfer.“ Sie verstehe, dass eine gewisse Gebührenanpassung sein müsse, die Betreuer sollten auch ihre Ballungsraumzulage haben, aber 25 Prozent höhere Gebühren seien einfach zu viel. Schließlich werde derzeit auch alles andere deutlich teurer.

rds

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