+
Schön, aber teuer in Anlage und Pflege ist der so genannte Sommerfloor wie hier in Karlsfelds Hochstraße.

Kunst und Blüten im Karlsfelder Bau- und Werkausschuss

Was soll auf die Verkehrsinseln?

Die einen sind pflegeintensiv, blühen aber das ganze Jahr. Die anderen brauchen nicht so viel Aufmerksamkeit, sind dafür aber teuer in der Anschaffung. Mit welchen Pflanzen Verkehrsinseln versehen werden sollen, darüber zerbrechen sich politische Vertretung und Verwaltung der Gemeinde Karlsfeld derzeit den Kopf. Am Ende soll Karlsfeld wohl mit einem Mischkonzept verschönert werden. Und sogar Kunst soll auf den Inseln möglich bleiben.

Karlsfeld – Bis zum Jahr 2010 gab es laut Wolfgang Keller vom Bauhof der Gemeinde in Karlsfeld Blumenwiesen auf Verkehrsinseln. Dann wurden diese in Magerwiesen umgewandelt. 2015 kam das Thema erneut auf den Tisch, wurde aber wegen der Haushaltslage noch einmal vertagt. Jetzt beschäftigte sich der Karlsfelder Bau- und Werkausschuss auf Antrag der SPD wieder mit dem Thema.

Es gehe seiner Fraktion ums Wohlfühlen, aber das müsse auch bezahlbar bleiben, betonte der neue SPD-Fraktionsvorsitzende Franz Trinkl in der Sitzung. „Wir wollten, dass wir uns auf den Weg machen. Nicht alles muss heuer gemacht werden. Wir müssen sehen, was man tun kann.“

Was so alles machbar ist, zeigte Keller in einem kleinen Referat den Gemeinderäten auf. Insgesamt gehe es um 40 000 bis 45 000 Quadratmeter im Gemeindegebiet, davon 406 Quadratmeter auf Kreiseln. Zur Auswahl stehen laut Keller Bodendecker, die in Karlsfeld teilweise bereits seit über 30 Jahren auf Verkehrsinseln wachsen. Ihr Vorteil sei der ganzjährige Bewuchs, ihr Nachteil das zahlreich dazwischen wuchernde Unkraut. Daher sei zu den 17 900 Euro Kosten für deren Anlage auch noch der Pflegeaufwand von jährlich 460 Stunden und Kosten von 19 300 Euro hinzuzurechnen.

Der Sommerfloor biete den Vorteil der besonders schönen Blütenpracht und der Bienenweide, aber zu den jährlichen Erstellungskosten von 24 200 Euro kommt der Pflegeaufwand von 980 Stunden und damit Kosten von 41 200 Euro pro Jahr.

Ganz wenig Pflege und das auch noch mit teils großen Maschinen falle beim Rasen auf der Plusseite an. Nachteil: keine Blüten. Das Anlegen des Rasens bezifferte Keller mit 8190 und dessen Pflege mit 3400 Euro.

Mit den zweithöchsten Kosten in Höhe von 22 100 Euro für die Anlage schlagen Staudenmischungen zu Buche, zu denen noch 5000 Euro Pflegekosten hinzukommen. Deren Vorteil sind die Blüten, und man könne sich gegenüber dem Sommerfloor viele Gießgänge sparen. Aber so etwas funktioniere nicht an der Münchner Straße wegen des hohen Fahrtwindes und des starken Verkehrsschmutzes. Da könne sich kein Schmetterling halten.

Das Gleiche gelte für Blumen- und Magerwiesen, die bei der Anlage 11 120 Euro und bei der Pflege nur konkurrenzlos günstige 1014 Euro pro Jahr erforderten. Der Vorteil sei hier der Blühaspekt, die Bienenweide und der ständige Wandel. Auf der Negativseite falle hier das erforderliche spezielle Substrat an.

Keinerlei Kosten ließen sich laut Keller beim Thema Kunst definieren. Außer dem Fundament fielen hier keine Kosten an, und „Kunst kann schön sein“. Aber die Gemeinde habe keinen Einfluss auf eventuelle Änderungen und es gebe keine Pflanzen oder gar Blüten.

Kellers Fazit lautete: Es gebe nicht die eine richtige Methode für alle Verkehrsinseln und Kreisel. Es brauche ein Mischkonzept je nach Situation, das der Bauhof gerne ausarbeiten würde. Genau das forderten anschließend auch die Redner aller Fraktionen, voran CSU-Fraktionschef Bernd Wanka, der ausdrücklich auch die Möglichkeit von Kunstinseln gewahrt haben wollte. Der Bauhof solle alle Varianten nach „Karlsfelder Art kombinieren“ und das Konzept bei Gelegenheit im Ausschuss vorstellen.

Als positives Beispiel hob die Fraktionsvorsitzende vom Bündnis für Karlsfeld, Mechthild Hofner, die Blumeninseln in der Hochstraße hervor. Auch wenn diese Form nur ein Tropfen auf den heißen Stein sein könne. Deshalb sei auch die pflegearme Variante der Blumen- und Magerwiese als Bienenweide attraktiv. Sukzessive sollten dann alle Karlsfelder Verkehrsinseln umgestaltet werden.

Bürgermeister Stefan Kolbe (CSU) betonte, dass bereits erste Grundsatzbesprechungen zu diesem Thema stattgefunden haben.

„Ich vertraue dem Bauhof, dass er zur richtigen Zeit das Richtige machen wird“, sagte Peter Neumann (Bündnis). Er warf allerdings auch die Frage der Verkehrssicherheit auf, wenn hinter 1,60 Meter hohen Stauden kleine Menschen fast verschwinden. Es müsse klar sein, was, wann, wo und mit welchen Folgekosten geschehen solle. Ein paar Blüten seien wünschenswert – hohe Bäume auf Kreisverkehren sah er für die Zukunft eher nicht.

Den Umfang der sanierungsbedürftigen Flächen erfragte Stefan Theil (CSU). Bürgermeister Kolbe fasste zusammen, dass die Grünanlagenabteilung ein Konzept mit der Vorgehensweise erarbeiten solle, das auch die Verkehrssicherheit und damit die Haftungsfrage für die Gemeinde berücksichtige. Dem stimmten die Ausschussmitglieder geschlossen zu.

Reinhard-Dietmar Sponder

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Reservistenkameradschaft Dachauer Land feiert 55-jähriges Bestehen
Zum 55. Jubiläum erhielt die RK Dachauer Land erstmalig in ihrer Geschichte eine eigene Vereinsfahne. Dieses Ereignis wurde im Rahmen einer großen Jubiläumsfeier im …
Reservistenkameradschaft Dachauer Land feiert 55-jähriges Bestehen
Respekt vor der Arbeit der Retter wächst mit jeder Demonstration
Der vergangene Samstag stand ganz im Zeichen des Feuerwehraktionstages in Vierkirchen. Die Vierkirchener haben ein breites Programm auf die Beine gestellt.
Respekt vor der Arbeit der Retter wächst mit jeder Demonstration
Eine völlig überlastete Kreuzung
Die Kreuzung Schleißheimer Straße/Alte Römerstraße ist schon heute überlastet. Um die für die Zukunft prognostizierten Verkehrsmengen bewältigen zu können, muss die …
Eine völlig überlastete Kreuzung
Bierflasche wird zur Waffe
Er schlug im Streit mit einer Bierflasche zu: Ein 40-jähriger Karlsfelder ist wegen versuchten Totschlags verhaftet worden.
Bierflasche wird zur Waffe

Kommentare