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Die Jahresausstellung des Kunstkreises Karlsfeld hat heuer erstmals kein Motto.

Kunstkreis Karlsfeld

Vielfalt ohne festes Thema

Das gab’s noch nie beim Kunstkreis Karlsfeld: eine Jahresausstellung ohne Thema. Doch heuer ist’s soweit. Die Mitglieder konnten sich erst auf „Kunterbunt“ einigen. Doch das klang den meisten dann doch zu sehr nach „Kindergarten“. Die Konsequenz: Dann eben gar kein Motto.

Karlsfeld– Dass das auch funktioniert, beweist der Kunstkreis mit der Jahresausstellung, die am morgigen Freitag um 19 Uhr eröffnet wird. Wie jedes Jahr bekommen die Besucher die volle Bandbreite der modernen Kunst des Kunstkreises zu sehen. Von Aquarellen über Mischtechniken bis zu Steinskulpturen ist wieder allerhand ausgestellt. 19 Mitglieder des Karlsfelder Kunstvereines präsentieren in diesem Jahr ihr Können.

Geht man im Uhrzeigersinn durch die Galerie, steht man zuerst vor der Leinwand von Carin Szostecki und der Fotografie von Klaus Peter Kühne. Die beiden Titel der Werke „Bunt – Die Farbe Mensch“ und „Kunterbunt“ lassen das alte Thema noch erahnen. Szostecki klebte schwarz-weiß Fotografien von Kindern aus allen Herren Ländern auf eine schwarz grundierte Leinwand. „Das Thema ,Kunterbunt’ war auch nicht meine erste Wahl, mir war das nicht ernsthaft genug“, sagt die Künstlerin aus Dachau. Dennoch hat sie sich Gedanken über ein Werk gemacht. „Es geht darum, dass wir trotz unserer Vielfalt alle gleich sind. Deshalb sind die Fotos schwarz-weiß. Denn es geht nicht um die Farbe, sondern um das dahinter, den Menschen.“

Kühne wählte seine Fotografie für die Ausstellung ursprünglich, weil sie so bunt ist. Auf einer schwarz lackierten Schaufensterpuppe spiegelt sich das bunte Glasdach eines Kaufhauses. „Aber es ist tatsächlich eines meiner liebsten Fotografien von diesem Jahr“, sagt er. „Der Witz ist, dass das Foto erst mal nach Malerei aussieht und man erst auf den zweiten Blick die Puppe erkennt.“

Rein farblich würden noch einige andere Bilder zum alten aber dann doch verworfenen Thema passen. In Dieter Kleiber-Wurms Oktober-Bild verlaufen bunte Acrylfarben ineinander, in Manfred Schmölz’ Aquarell formen Lila-, Orange- und Rottöne geschmeidige Linien, und in Anita Neuhaus’ Gemälde „Du weißt, was ich meine“ bilden waagrechte bunte Pinselstriche eine stimmige Komposition.

Auch Ottilie Patzelts Gemälde sind bunt, wenn sie auch aufgrund der pastellenen Töne eher ruhiger wirken als die bunten Explosionen. „Träumende Landschaft“ und „Träumende Wolken“ sind wahre Recyclingkunstwerke. „Ich hatte nach dem Ostereierfärben noch so viel Farbe übrig, ich wollte sie nicht wegwerfen und habe sie deshalb auf zwei Leinwänden verteilt“, erzählt die Künstlerin aus Karlsfeld. Formen, die sie in den Bildern gesehen hat, hat sie mit Filzschreiber-Punkten Konturen gegeben.

Natürlich gibt es auch weniger bunte Werke. Liz Schinzlers Quadrat-Reihe „Aus dem Rahmen fallen, um im Bild zu bleiben“ besteht aus sechs Quadraten, die in Erd-Tönen gehalten sind. „Wer Ungewöhnliches will, muss Ungewöhnliches machen, auch wenn er dabei mal aus dem Rahmen fällt“, sagt die Künstlerin zu ihrem Mischtechnik-Werk. Auch das Gemälde von Ingrid Regendantz ist eher düster und wird von Brauntönen beherrscht. „Weil es kein Thema gab, habe ich mich mit der Sagenwelt beschäftigt und bin auf den Goggolori aus dem Ampertal gestoßen“, erzählt sie. Diesen Kobold hat sie nun in einer moorigen Landschaft auf Leinwand gebannt.

Ausstellende Künstler sind: Christl Buck, Renate Haffner, Lotte Helbig, Klaus Herbrich, Dieter Kleiber-Wurm, Hannelore Kraus, Klaus-Peter Kühne, Frieder Leber, Ulrike Möller, Anita Neuhaus, Ottilie Patzelt, Ingrid Regendantz, Eva Riedl, Norbert Röhrle, Liz Schinzler, Manfred Schmölz, Tayama Da Silva-Nielsen, Carin Szostecki, Leonore Welscher und Aysim Woltmann.

Die Jahresausstellung des Kunstkreises Karlsfeld in der Galerie Kunstwerkstatt am Drosselanger ist nach der Vernissage an den Wochenenden, 11. und 12. November sowie 18. und 19. November jeweils von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Miriam Kohr

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