Jemand tankt sein Auto mit Strom.
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Strom tanken statt Benzin oder Diesel: Immer mehr Deutsche befassen sich mit der Möglichkeit, auf ein E-Auto umzusteigen.

Der Strom-Ausfall

In Karlsfeld gibt es keine einzige öffentliche Lademöglichkeit für Autos mit Elektroantrieb

Während die Stadt Dachau viele öffentliche Ladepunkte für E-Autos bietet, gibt es in Karlsfeld keine. Doch die Gemeinde versichert: Das Thema ist auf dem Schirm.

Karlsfeld – Die Stadt und die Stadtwerke Dachau waren vergleichsweise fleißig: 28 öffentliche Ladepunkte für E-Autos gibt es in der Großen Kreisstadt. In der Gemeinde Karlsfeld schaut’s hingegen mau aus. Zahl der öffentlichen Lademöglichkeiten: null.

Doch die Gemeinde habe das Thema auf dem Schirm, versichert Francesco Cataldo. Bislang habe es allerdings kaum Anfragen von Bürger in Sachen Ladesäulen gegeben, sagt der Leiter des Hauptamts im Rathaus.

Auch Bürgermeister Stefan Kolbe will sich des Themas annehmen. Zunächst soll das Ergebnis einer aktuellen Studie abgewartet werden, ehe über weitere Schritte nachgedacht wird. Im Auftrag des Landratsamtes hat die Gevas Humberg & Partner GmbH die Bedarfe an Ladestationen für Elektroautos im Landkreis Dachau ermittelt und potenzielle Standorte bewertet. Das Unternehmen ist auf die Themenfelder Verkehrsplanung und Verkehrstechnik spezialisiert. Das Ergebnis der Studie soll schon in wenigen Tagen öffentlich präsentiert werden.

14 öffentliche Ladesäulen stehen im Dachauer Stadtgebiet, jede hat zwei Ladepunkte. Vier weitere Ladepunkte wurden in der Altstadtgarage installiert. Seit März haben die Stadtwerke rund 2000 Ladevorgänge an den insgesamt 28 Ladepunkten registriert.

Ladesäulen haben ihren Preis. Eine Säule mit zwei Ladepunkten kostet nach Mitteilung der Stadtwerke Dachau rund 15 000 Euro.

Die Nachfrage nach Elektroautos steigt konstant, weltweit und auch hierzulande. Doch Wunsch und Wirklichkeit klaffen in Deutschland weit auseinander, was die Ziele der Mobilitätswende betrifft. Die eine Million E-Autos, die Kanzlerin Angela Merkel vor Jahren für 2020 ankündigte, ist nicht ansatzweise erreicht worden. Zu Jahresbeginn waren in Deutschland rund 239 000 E-Autos zugelassen. Die Bundesregierung will den Absatz elektrisch betriebener Fahrzeuge weiter ankurbeln. Unlängst hat sie die Förderprämien verdoppelt. Wer ein Fahrzeug mit einem Nettopreis von 40 000 Euro kauft, kann mit 6000 Euro staatlicher Prämie rechnen.

Nur: Wer ein E-Auto anschafft, will es auch ohne großen Aufwand aufladen können. In Privathaushalten können sich E-Autofahrer eine eigene Ladestation installieren lassen. Wer in einem Mehrfamilienhaus wohnt, hat hingegen Probleme, weil alle Eigentümer dem kostenintensiven Einbau einer Lademöglichkeit zustimmen müssen. Und das kann dauern.

Bleibt die öffentliche E-Säule – die es in Karlsfeld (noch) nicht gibt. Sicher ist zumindest, dass Ladesäulen im neuen Baugebiet auf dem Ludl-Gelände auf der Westseite der Münchner Straße aufgestellt werden, wenn die Bebauung einmal fertig ist. E-Tankstellen sind Bestandteil des Mobilitätskonzepts, das dort gelten wird. Die Säulen bezahlt allerdings der Investor.

Thomas Leichsenring

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