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In seinem Element: Hans Guldner feiert am heutigen Freitag seinen 80. Geburtstag.

Hans Guldner wird heute 80

Der Weitgereiste

Karlsfeld - Der langjährige SPD-Gemeinderat Hans Guldner feiert heute seinen 80. Geburtstag. In seinem Leben verschlug es ihn an manchen Ort. Dass er nun schon seit 1973 in Karlsfeld lebt, hat er seiner Frau zu verdanken.

Als langjähriger Gemeinderat hat sich Hans Guldner einen Namen gemacht. In Karlsfeld ist er aber vielleicht noch bekannter als Schwimmer und vor allem als Schwimmlehrer. Heute feiert Guldner seinen 80. Geburtstag – und bekennt: „Ich bin froh, wenn der Tag vorbei ist.“

Hans Guldner wurde am 13. Januar 1937 in Rudolfsgnad (Knicanin) im heutigen Serbien geboren. 1944 musste seine Familie die Heimat verlassen, sie floh vor der anrückenden Roten Armee. Guldner erinnert sich noch gut an die „14-tägige Irrfahrt“, die im österreichischen Raad endete. Dort verbrachte Guldner die nächsten Jahre, eh er mit 20 Jahren zu Mutter und Schwester nach Schwenningen im Schwarzwald zog. Guldner studierte in Stuttgart, wurde Ingenieur und arbeitete zunächst für das Max-Planck-Institut. Sein Chef dort brachte ihn zur Überzeugung, dass etwas passieren musste: „Ich sah ihn dick und rund in seinem Sessel sitzen und hatte Angst, in 30 Jahren auch so auszusehen.“

Also ein Ortswechsel – und der ging über Tausende Kilometer. Mit dem Schiff ging es über den Atlantik. Über Umwege landete Guldner in Montreal in Kanada. Christine, seine damalige Freundin und später seine Frau, kam nach.

Zwei Jahre verbrachte das Paare in Kanada – und zwei Winter. „Bei den Temperaturen bis zu minus 35 Grad hatten wir bald genug“, erinnert sich Hans Guldner.

Die beiden sehnten sich nach wärmeren Gefilden und fanden diese 600 Meilen südlich im US-Staat Virginia. In einer Zeitung hatte Guldner gelesen, dass ein Unternehmen aus der Metallbranche in der Stadt Alexandria einen deutschsprachigen Ingenieur sucht.

Man ließ sich nieder, die Töchter Astrid und Jennifer wurden geboren. „„Mir hat es dort sehr gut gefallen“, sagt Guldner, „aber meine Frau hatte Heimweh – also ging es wieder zurück nach good old Europe.“

Die Wahl fiel auf Karlsfeld, weil das so ziemlich in der Mitte von Schwenningen und Christine Guldners Heimat Österreich lag. Und weil Hans Guldner Arbeit in der MTU fand, das war 1973.

Der begeisterte Sportler Guldner trat dem TSV Eintracht Karlsfeld bei. Dort traf er Georg Froschmayer, Vereinsvorsitzender und Gemeinderat der CSU. Froschmayer wollte Guldner dazu bewegen, sich politisch zu engagieren. Das tat Guldner auch. Allerdings nicht für die CSU. Froschmayer hatte keine Ahnung gehabt, dass sein Vereinskamerad schon ein SPD-Parteibuch hatte.

Von 1990 bis 2014 saß Hans Guldner für die SPD im Gemeinderat, wurde 1996 auch Sportreferent der Gemeinde. Noch länger währte sein Engagement für die Schwimmabteilung des TSV Eintracht, die er 31 Jahre lang führte. Kraul und Delphin waren Guldners bevorzugte Disziplinen („Brust kann ich gar nicht“, bei den Bayerischen Seniorenmeisterschaften landete einmal sogar auf Platz fünf.

Zu seinem Ehrentag erwartet Guldner „den eine oder anderen Besucher“. Und vor allem seine drei Enkelkinder: „Das sind meine Lieblinge!“ (tol)

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