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Planer Klaus Kehrbaum im Karlsfelder Gemeinderat: Er hatte gute Nachrichten dabei.

Bebauung Ludl-Grundstück

Investor trägt alleBürgerwünsche mit

Bei der Bebauung und Gestaltung des Ludl-Grundstücks im Zentrum sollen die Karlsfelder Bürger ausdrücklich mitreden. Und das taten sie  bei einem Workshop im Oktober. Nach der Auswertung steht fest: Der Investor zeigt großes Entgegenkommen.

Karlsfeld – Rund 80 Interessierte waren Mitte Oktober dabei, als in der Aula der Grundschule der Bürger-Workshop zur Gestaltung des Ludl-Grundstücks stattfand. Für sie hatte Architekt Klaus Kehrbaum, der die Planung des knapp vier Hektar großen Quartiers auf der Westseite der Münchner Straße im Auftrag der Romulus Areal GmbH aus Starnberg übernommen hat, gute Nachrichten. „Alle Bürgerwünsche des Workshops werden vom Investor getragen“, sagte Kehrbaum im Gemeinderat.

Eine Einschränkung schob Kehrbaum sofort hinterher: „Wir müssen abklären, ob es auch funktioniert.“

Das gilt in besonderem Maße für einen Wunsch, der beim Bürgerworkshop im Oktober mehrfach geäußert worden war: Nicht nur die denkmalgeschützte Ludl-Kapelle solle erhalten werden, sondern das gesamte Ensemble mit ehemaliger Hofstelle und Sommerhaus. Der Investor sei zwar „geschockt“ gewesen, als er mit diesem Ansinnen konfrontiert wurde, weil durch den Erhalt des Ensembles Bauland verloren ginge. „Aber er hat grundsätzlich nicht Nein gesagt“, so Kehrbaum. Technisch sei der Erhalt der betagten Gebäude durchaus möglich, „das ist ganz charmant, man kann es modern ausbauen“. Voraussetzung aber sei ein schlüssiges Betriebskonzept für die beiden Gebäude. Hier sei Eigeninitiative der Karlsfelder gefragt.

Ob die Ludl-Kapelle öffentlich zugänglich gemacht werden kann, wie es sich viele Karlsfelder wünschen, ist laut Kehrbaum noch unklar. Die Kapelle ist in Privatbesitz.

Immer ein Thema, wenn es um Bauprojekte in Karlsfeld geht: der Verkehr. Hier gab es beim Workshop besonders viele Beiträge der Teilnehmer. Kehrbaum wiederholte zunächst, was er schon bei Workshop gesagt hatte: Eine übergeordnete Verkehrsplanung für ganz Karlsfeld sei zwingend notwendig. Den Autoverkehr im neuen Baugebiet will er so weit wie möglich reduzieren. So soll die Tiefgarageneinfahrt möglichst nah an der Kreuzung zur Münchner Straße vorgesehen werden. Kehrbaum will zudem Barrieren einbauen, „damit Autos nicht mit 50 durchbrettern“. Der Planer schlägt einen sogenannten „Shared Space“ (geteilten Raum) mit Platzcharakter vor, in dem nur Schrittgeschwindigkeit gefahren wird und in dem sich Verkehrsteilnehmer und Fußgänger arrangieren. Hiervon verspricht sich der Planer eine deutliche Steigerung der Aufenthaltsqualität; ebenso von der Gestaltung mit vielen Bäumen und eventuell sogar einem Wasserlauf.

Wie der Planer in der Gemeinderatssitzung versicherte, habe die Romulus Areal GmbH auch bei weiteren Wünschen und Anregungen der Workshop-Teilnehmer Entgegenkommen signalisiert: maßvolle Höhenentwicklung bei den Gebäuden, öffentliches WC, Spielplatz, Vielfalt in der Architektur.

Ein großes Unternehmen aus München hat laut Kehrbaum großes Interesse daran, sich auf dem Ludl-Grundstück niederzulassen. „Die wollen nicht nur Arbeitsplätze schaffen, sondern auch etwas für die Allgemeinheit tun“, sagte Kehrbaum. Denkbar sei eine Galerie.

Die Entwicklung des Ludl-Grundstücks, mit welcher der seit Jahrzehnten gewünschte Brückenschlag von der Gartenstraße auf die andere Seite der Münchner Straße realisiert wird, „ist wahnsinnig positiv für unsere Gemeinde“, sagte Bürgermeister Stefan Kolbe.

Stefan Handl, wie Kolbe CSU-Mitglied, dämpfte allerdings die Euphorie. Auf dem „Platz mit Aufenthaltsqualität“ seien Konflikte mit den Anwohnern programmiert, auch hielten sich viele Autofahrer leider nicht an Verbote.

Auch Birgit Piroué (Bündnis für Karlsfeld) äußerte Bedenken. Sie fühle sich an die Neue Mitte erinnert, „der Platz dort ist tot“. Es bestehe die Gefahr, dass sich dies auch auf dem Ludl-Grundstück wiederhole.

Thomas Leichsenring

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