Das war eine der schwierigsten Aufgaben meiner beruflichen Laufbahn. Andreas Tostmann
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Das war eine der schwierigsten Aufgaben meiner beruflichen Laufbahn. Andreas Tostmann

Andreas Tostmann verweist auf „dramatisch verschärfte“ Lage wegen Corona

MAN-Chef verteidigt Sparkurs

Mit klaren Worten hat Andreas Tostmann, der Vorstandsvorsitzende der MAN SE, die Notwendigkeit von Kostensenkungen und den damit verbundenen Personalabbau auf der Hauptversammlung des Konzerns verteidigt.

München/Karlsfeld – Tostmann bezeichnete die Maßnahmen, die mit dem Abbau von Arbeitsplätzen verbunden sind, als „eine der schwierigsten Aufgaben meiner beruflichen Laufbahn“. Die Versammlung fand aufgrund der Pandemie-Einschränkungen erstmals virtuell statt.

Er verstehe, dass sich „die Kolleginnen und Kollegen Sorgen machen“, sagte Tostmann. Deswegen seien konstruktive Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern nötig. Er freue sich, dass diese zeitnah fortgesetzt würden.

Tostmann betonte in seiner Rede vor den Aktionären auch, dass dem Vorstand schon vor der Corona-Krise klar gewesen sei, dass das Jahr 2020 für MAN nicht einfach werden würde. Die Pandemie habe jedoch „die Lage dramatisch verschärft“. So werde das operative Ergebnis der MAN Gruppe in 2020 voraussichtlich im Bereich zwischen minus 550 und minus 750 Millionen Euro liegen. Entsprechend werde sich auch die operative Rendite im Vergleich zum Vorjahr drastisch verschlechtern. Weil die Lage „extrem volatil“ bleibe, „achten wir strikt auf unsere Kosten“.

MAN stehe vor einem tief greifenden Wandel, so der MAN-Chef. Elektrifizierte Nutzfahrzeuge würden die Straßen erobern, der Gesetzgeber fordere für Lkw über 16 Tonnen bis 2030 eine CO2-Reduzierung von 30 Prozent im Vergleich zum aktuellen Niveau. Immer häufiger könnten die Fahrer automatisierte Fahrfunktionen nutzen. Und die Wertschöpfung verschiebe sich mit der Digitalisierung hin zu den Dienstleistungen.

Um diesen Wandel stemmen zu können, seien erhebliche finanzielle Mittel erforderlich. Deswegen möchte MAN das operative Ergebnis bis 2023 um 1,8 Milliarden Euro verbessern und dann eine operative Rendite von acht Prozent über diesen Zyklus erreichen. Nur so bekomme der Konzern „den finanziellen Spielraum, um unser Potenzial zu entfalten“. Dazu gehöre „ein Abbau von Arbeitsplätzen bei MAN Truck & Bus“.

Auf eine Frage eines Aktionärs, wie die Situation für MAN in der Übergangsphase, in der mehrere Antriebstechniken parallel produziert und nachgefragt würden, sei, antwortete der MAN-Chef: „Auch die Übergangsphase lässt sich mit einer reduzierten Mannschaft bewältigen.“

Tostmann hatte auch Erfreuliches zu berichten. Mit der neuen Truck Generation habe MAN in diesem Jahr herausragende Produkte auf den Markt gebracht. Der TGX, das neue Flaggschiff, erhielt vor zwei Wochen sogar den „Oscar der Nutzfahrzeugbranche“: Er ist International Truck of the Year 2021.

MAN hatte im September angekündigt, mehr als 3000 Arbeitsplätze am Standort München/Karlsfeld abbauen zu wollen. 2600 MAN-Beschäftigte leben im Landkreis Dachau.

Bernhard Hirsch

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