Die Eiche steht: Die Karlsfelder Mittelschüler bejubeln das Werk. Am Wasserwerk wurden noch wesentlich mehr Bäume gepflanzt.

Karlsfelder Schüler pflanzen Bäume

Ein Zeichen pro Natur

Die drei Übergangsklassen der Mittelschule Karlsfeld setzen mit Begeisterung ein Projekt der Firma Lacon   um. Natur, Schule und Elektronik miteinander zu verbinden, ist das Ziel dieser Aktion.

Karlsfeld – „Herr Özcan, kommen Sie auch mit aufs Bild“, rufen die Schülerinnen und Schüler herzlich ihrem Rektor zu, als sie sich zum Gruppenfoto aufstellen sollen. „Nein“, antwortet der, „das ist doch Euer Baum.“ Und das ist ihr Tag, an dem die drei Übergangsklassen der Mittelschule Karlsfeld ein Projekt der Firma Lacon mit Begeisterung umsetzen. Natur, Schule und Elektronik miteinander zu verbinden, ist das Ziel dieser Aktion.

Die Idee dazu hatte der Leiter der Lacon Electronic Gruppe, Dr. Ralf Hasler. Anstelle der üblichen Weihnachtskarten an Geschäftspartnerfreunde wollte er ein Zeichen „pro Natur“ setzen. Bei der Gemeinde stieß er damit auf Interesse. Die Umsetzung der Idee an diesem sonnigen Tag macht allen sichtlich Spaß.

In drei Gruppen probieren die Schülerinnen und Schüler, was sie mit dem Thema Wald und Baum anfangen können: Abwechselnd pflanzen sie kleine Bäumchen am Generationenwald beim Wasserwerk. Das geht noch ganz gut. Beim gemeinsamen Bau einer Hütte aus Baumstämmen kommen sie schon eher ins Stocken. Das wird nur was, wenn sie miteinander reden. „Das ist ein tolles Teambildungstraining,“ freut sich Förster Franz Knierer vom Amt für Landwirtschaft und Forsten in Fürstenfeldbruck.

Mit der Waldpädagogin Barbara Karche ist eine zweite Gruppe im Wald unterwegs, der schon steht. Karche hat ein Vogelnest mitgebracht und Zwitschertöne. „Warum singen Vögel?“, fragt sie. „Damit sie ’ne Frau finden“, kommt prompt die Antwort. Und was war das für ein Vogel? „Ein Coucou“, sagt ein Zwölfjähriger aus dem Irak. Die bekannte Unart des international bekannten Vogels umschreibt die lebensnahe Pädagogin so: „Er legt seine Eier in fremde Wohnungen. Ich bau‘ mir doch kein Nest selber, ich bin doch kein Depp.“

Kraftvoll zur Sache für alle geht es beim Höhepunkt des Projekttages. Dr. Ralf Hasler outet sich als Fan von Asterix und Obelix, die beiden berühmten Gallier haben auch schon erfolgreich für den Wald gekämpft. Als kompromissloser Baumfreund beobachtet er mit Sorge, wie viele Bäume in Karlsfeld etwa an der Würm oder am See gefällt werden. „Es ist eine Herzensangelegenheit von mir, mein persönlicher Lebensplan, die Luft, die ich verbrauche, durch neu gepflanzte Bäume zu ersetzen.“

Ob sie schon mal was von Fotosynthese gehört haben? Haben sie, sagen die Schülerinnen und Schüler. 10 000 Bäume „will ich fertig bringen.“ Und man glaubt es ihm auf‘s Wort.

Vor allem, weil Hasler zusammen mit Bürgermeister Kolbe so energisch das Pflanzloch noch weiter ausschaufelt, bis es groß genug ist für die junge Eiche. Fürsorglich wird das Loch von den Schülern mit Erde aufgefüllt, und dann steht sie. Wie sie wächst, hält eine Webcam fest, die alle paar Stunden Standbilder macht. „In 30 Jahren seht ihr sie im Zeitraffer größer werden“, sagt Hasler. Das aktuelle Wetter zeichnet eine neu installierte Wetterstation im Wasserwerk auf. Alles ist zu verfolgen im Internet. Elektronik und Natur passen gut zusammen.

Elfriede Peil

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