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Bei ihr spielt die Musik: Monika Fuchs-Warmhold ist seit 1969 in Karlsfeld. Damals begann eine Erfolgsgeschichte, die schon fünf Jahrzehnte andauert.

Eine Erfolgsgeschichte über 50 Jahre

Die Tonformerin

Sie kann‘s selbst kaum fassen: 50 Jahre ist es schon her, dass sie das Musikstudio Karlsfeld gegründet hat. Da war Monika Fuchs-Warmhold 18, das heißt, dann ist sie jetzt 68?

Karlsfeld – Das wiederum kann man selbst kaum glauben, so fit und dynamisch wie diese Frau auftritt. Bei den Konzerten, die sie dirigiert, wirkt sie ewig jung und temperamentvoll. Das muss an den jungen Leuten liegen, mit denen sie im Studio und im Orchester zu tun hat. „Das eine oder andere geht allerdings nicht mehr so flott wie vor Jahrzehnten.“ Das merkt aber nur sie.

Ihre Erfolgsgeschichte beginnt mit einem Irrtum, gewissermaßen. Ursprünglich wollte sie Querflöte studieren. Aber die Gitarre, die sie als Jugendliche schon gespielt hatte, war ihr dann doch lieber. „Das hat mir mehr entsprochen, dieses Mehrstimmige, das man darauf auch alleine spielen kann.“ Obwohl die Gitarre damals als Schrumm-Schrumm-Instrument galt und „nur“ als Begleitung gesehen wurde.

Noch verpönter war die Mandoline, die Fuchs-Warmhold ebenfalls schon als Kind gerne spielte. „Die Geiger haben sie von oben herab angesehen. Das ist zum Teil noch heute so. Dann sagen die Eltern: Jetzt soll das Kind auch mal ein richtiges Instrument spielen.“ Zum Beispiel Klavier.

Dabei sind Zupfinstrumente, so Fuchs Warmhold, nicht so einfach zu erlernen. „Beim Klavier liegen die Töne immer auf der gleichen Taste, bei der Gitarre muss man den Ton selber formen.“ Und das kann auch mal etwas schräg klingen.

Als ihre Eltern aus dem Saarland nach München zogen, setzte sie ihr Studium der Gitarre – nach der Musikhochschule Saar – im Konservatorium München fort. Und wollte dann ihr Wissen und ihr Können gerne weitergeben. „Unterrichten – das lag mir.“ Nach einer Ausbildung zur staatlich anerkannten Musikpädagogin meldete sie am 1. April 1969 ihr Musikstudio an, mit sechs Schülern anfangs. Und weil sie gerne mit anderen zusammenspielte, es aber kein Orchester für die Zupfinstrumente gab, gründete sie ein Jahr später das inzwischen berühmte Vivaldi-Orchester Karlsfeld.   

1974 folgte die Gründung des Jugend-Orchesters. Dieses wurde, nachdem es sich immer mehr zu einem eigenständigen Ensemble entwickelt hatte, in zwei Gruppen aufgeteilt, die „Vivaldi-Mäuse“ und die „Vivaldi-Tiger“. Die zahlreichen Wettbewerbe und Auszeichnungen des Orchesters, aber auch vieler einzelner Preisträger bei „Jugend musiziert“ lesen sich wie eine einzige Erfolgsbilanz. Die Ehrungen für die Dirigentin, etwa die Bürgermedaille der Gemeinde Karlsfeld, zeigen die Wertschätzung für dieses außergewöhnliche musikalische Engagement.

Wenn Monika Fuchs-Warmhold erzählt, was sie motiviert, so viel Energie in ihr Lebenswerk zu stecken, kommt auch was rüber von der Kraft der Musik selbst. „Das Zusammenspielen macht was mit den Menschen. Sie kommen sich näher, es entstehen Freundschaften oft über Jahre hinweg.“ Ganz besonders liegt ihr am Herzen, dass es seit 2009 an der Verbandsgrundschule und an der Grundschule Krenmoosstraße eigene „Zupferklassen“ gibt. Kinder der 3. und 4. Klasse haben dort die Gelegenheit, Gitarre oder Mandoline zu lernen. Jedes Kind hat ein Instrument, die Eltern zahlen keine Gebühr – eine Chance für Kinder, die sonst keinen Zugang zu Musikausbildung haben. In den zwei Jahren haben sie auch die Chance, zu einer Gemeinschaft zusammenzuwachsen. „Es ist toll, das zu erleben, wie die Musik das schafft“, sagt Monika Fuchs-Warmhold.

Wie sie ihr riesiges Pensum schafft, ist ihr manchmal selbst ein Rätsel. Kein Tag sieht wie der andere aus. Zeit für sich selbst bleibt da wenig. Lesen, malen, Reisen nach Frankreich, kochen („ich kann sogar Saumagen selber machen“), Zeit für Tochter Julia und die Enkelin Ida und für den Lebensgefährten Wolfgang Bössenroth ist ebenso knapp bemessen. Und dann fällt ihr noch ein: „Ich spiele ja auch als Mandolistin bei den Münchner Philharmonikern.“ Hin und wieder, einschließlich Konzertreisen nach Paris oder sonst wohin in Europa.

Aber musikalischer Mittelpunkt ist immer wieder Karlsfeld. Zum Glück für alle, die sie so schätzen.

ep

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