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Spektakuläre Sprünge inklusive: An der Rennstrecke des MSC Karlsfeld gibt es richtig was zu sehen.

Die große Liebe zu den kleinen Flitzern

Motorsportclub Karlsfeld wird 50 – Einst klassischer MSC, heute Verein für Modellautofreunde

Auf den Tag genau 50 Jahre nach seiner Gründung hat der Motorsportclub (MSC) Karlsfeld seinen Geburtstag gefeiert. Am 10. Januar 1970 hatten sieben Karlsfelder diesen Verein in einer Tankstelle an der Münchner Straße gegründet. Jetzt, am Freitag, 10. Januar 2020, wurde in weitaus gemütlicherem Rahmen gefeiert. Der große Saal in der Gaststätte am Sportpark war festlich dekoriert, und das tolle italienische Buffet begeisterte alle.

Überhaupt war gute Laune angesagt. Dazu trug auch der erheiternde Rückblick des Vorsitzenden Anton Knobl auf die vergangenen fünf Jahrzehnte bei. Immerhin war er 28 Jahre davon selbst als Vereinschef dabei, und hat „so einiges erleben und mitmachen dürfen“, wie er sagt. Es machte allen Spaß, die lange Liste der Erfolge durchzugehen. Manche von den Älteren schwelgten in Erinnerungen: „Weißt du noch…?“

Gründungsmitglied Josef Reischl wusste natürlich am besten Bescheid über die Vergangenheit. Über die Schnauferlbälle oder den legendären MSC-Bus oder die Floßfahrt, bei der ein Grill in die Fluten stürzte.

Die ersten Jahre waren geprägt von den klassischen Aktivitäten eines Motorsportclubs: Rallyes, Orientierungsfahrten, Fuchsjagden, Autoschauen, Schleudertraining. Aber auch Fahrradturniere und -Ausflüge gar bis nach Frankreich und die Gründung einer BMX-Gruppe standen auf dem Programm. Die entscheidende Wende aber kam 2003 – der Umstieg auf wesentlich kleinere Fahrzeuge: „Das Thema Modellauto kam richtig in Fahrt“, so Anton Knobl in seinem Rückblick. Auf der 190 Meter langen Outdoor-Bahn neben dem Kindergarten an der Jahnstraße wird im Maßstab bis 1:10 ausschließlich mit Elektroantrieb gefahren.

Glückwunsch: Hinrich Groeneveld vom ADAC (links) übergibt an Vereinschef Anton Knobl die Urkunde.

Das griff auch der gratulierende stellvertretende Bürgermeister Stefan Handl auf: „Was Sie mit dieser Rennstrecke geschaffen haben, ist aller Ehre wert!“ In Zeiten der Freitagsdemonstrationen und Klimadebatten sei das sportliche Autofahren „vielleicht nicht mehr ganz so sexy wie vor 50 Jahren“. Jetzt sei es eine „drängende politische Diskussion, wie wir in Karlsfeld den Verkehr gestalten können, ohne daran zu ersticken.“ Auch das satzungsgemäße Ziel des Clubs, sich aktiv um die Verkehrserziehung von jungen Menschen zu kümmern, hob er hervor. Für die Gemeinschaft habe sich der Verein Verdienste erworben, wie bei der Aktion „Sauberes Karlsfeld“ oder dem jährlichen Ostereiersuchen.

Handl würdigte die Verdienste von Vereinschef Anton Knobl, der lange Jahre in diesem Ehrenamt „wirklich was mitgemacht hat“ und jetzt auf einen erfolgreichen Verein blicken könne mit der „stolzen Mitgliederzahl von 125“. Und wie es zu einem runden Geburtstag wunderbar passt, brachte Handl von der Gemeinde einen Scheck mit.

Auch über viel lobende Worte, eine finanzielle Zuwendung und eine Urkunde zum Ehrentag von Hinrich Groeneveld vom ADAC Südbayern freuten sich die Feiernden. Im Jahr 1974 war der Club dem ADAC beigetreten. Groeneveld: „Ihr seid eine eingeschworene Gemeinschaft, mit hohem Zusammenhalt, die was auf die Beine gestellt hat.“ Elfriede Peil


Mit 50 Sachen über die Lehmstrecke

Die Mitglieder des MSC Karlsfeld haben sich im Laufe der Jahre auf Modellfahrzeuge konzentriert. Angetrieben von Elektromotoren, flitzen die rund 40 Zentimeter kleinen Modellboliden über die Lehmstrecke des MSC an der Jahnstraße. Die Renner sind mit einem Transponder ausgestattet, mit dessen Hilfe die Rundenzeit auf die Tausendstelsekunde genau gemessen werden kann. Auf den schnellsten Streckenabschnitten erreichen die Autos bis zu 50 km/h. Der Bausatz für einen Rennwagen, die Fernsteuerung und der Akku kosten zusammen mitunter einen vierstelligen Eurobetrag.

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