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Partyzone Karlsfelder See: Den Dreck sollen Andere wegmachen, haben sich die gedacht, die dort vor ein paar Tagen feierten. Leider kein Ausnahmefall. 

„Es wird immer schlimmer!“

Müll und Vandalismus sind am Karlsfelder See leider ein Dauerärgernis

Die herbstliche Idylle am Karlsfelder See wird nachhaltig getrübt – durch Dutzende Plastikbecher, leere Wein- und Wodkaflaschen, Tetrapaks, Kartons und sogar zwei Leitpfosten. Dieser gesamte Unrat ist gerade mal auf zwei Quadratmetern Liegewiese verteilt.

Selbst im Herbst bleibe die Müllverschmutzung ein Problem in dem Erholungsgebiet – obwohl auch außerhalb der Badesaison ein Security-Dienst zweimal in der Woche für je zwei Stunden vor Ort ist, so Landratsamtssprecher Wolfgang Reichelt. Der Security-Dienst soll am See für Ordnung sorgen und bei Regelverstößen Bußgelder verhängen. Doch es stellt sich die Frage: Reicht die Einsatzzeit von zweimal pro Woche aus?

Während der Wochenenden in der Badesaison ist der Sicherheitsdienst sogar jeden Tag am Karlsfelder See. Denn immer wieder beschweren sich Badegäste über das dortige Müllproblem: Erst im vergangenen August monierte der Karlsfelder Seniorenbeirat, dass Unbekannte ihren Sperrmüll neben den Containern entsorgt hätten. Die Zerstörungen an Toiletten, Bänken, Müllbehältern, Spielgeräten und Schildern nahmen zu, die Behörden kamen mit den Reparaturarbeiten fast nicht mehr hinterher, sagte der zuständige Mitarbeiter für Gebäudemanagement des Landratsamtes, Peter Selmeier damals. Außerdem gab es Proteste, weil die Liegewiese übersät war mit Kippen und Gänsedreck.

Seniorenbeirat Günter Krebs hoffte damals auf die Vernunft und die Unterstützung der Badegäste, „damit unser See wieder zu dem wird, was er mal war: ein sauberes und wunderschönes Erholungsgebiet“. Es bleibt beim Wunsch, wie es derzeit scheint.

Das Landratsamt schreibt dazu auf Anfrage: „Wir bedauern es, dass sich das Verhalten von Einzelnen negativ für die Allgemeinheit auswirkt und dem Landkreis dadurch erhebliche Mehrausgaben entstehen“ – schließlich müssen Mitarbeiter den Müll aufräumen und entsorgen.

Im Fall der aktuellen Müllhalde wurde offensichtlich eine Party gefeiert mit viel Alkohol und Pappbechern, und dann kam irgendjemand auf die Idee, Leitpfosten auszureißen. Doch dieser Eingriff in den Straßenverkehr ist strafbar, die Leitpfosten mit Sockel kosten jeweils 18 Euro, dazu kommen Personalkosten fürs Montieren. Und wer das Erholungsgebiet Karlsfelder See verschmutzt, muss ebenfalls mit einer Strafe rechnen, schreibt Landratsamt-Sprecher Wolfgang Reichelt: „Verstöße gegen die Benutzungssatzung werden mit Geldbußen von mindestens 100 Euro belegt.“

Oft ist es aber gar nicht so einfach, die Vandalen am Karlsfelder See zu schnappen, deshalb bittet das Landratsamt: „Sachdienliche Hinweise zu wahrgenommenen Beschädigungen oder bewussten Verunreinigungen sollen an die Polizei gemeldet werden.“ Insgesamt bewertet das Landratsamt die derzeitige Müllsituation am See aber als „leider normal“. Reichelt: „Da das Müllproblem aktuell nicht schlimmer ist als sonst und im Herbst/Winter ohnehin sehr viel geringer als im Sommer, werden wir den Kontroll-Rhythmus momentan nicht erhöhen.“

Für den Karlsfelder See sind das Landratsamt Dachau und der Erholungsflächenverein zuständig, nicht die Gemeinde. Aber dort werden natürlich viele vorstellig, die sich über die anhaltenden Verschmutzungen ärgern. Bürgermeister Stefan Kolbe kann den Unmut bestens verstehen: „Es ist erschreckend, was dort passiert, und es wird immer schlimmer.“ Seine Forderung: Es müsse mehr kontrolliert werden, „hier liegt der Ball beim Landkreis“. Anna Schwarz und Thomas Leichsenring

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