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Großbaustelle: Hier baut die Gemeinde Karlsfeld ihre 34-Millionen-Euro-Schule.

Karlsfeld baut Grundschule für 34 Millionen Euro

Finanzieller Kraftakt

In Karlsfeld entstehen zwei neue sechszügige Grundschulen - die eine baut Karlsfeld, die andere München.

Karlsfeld – Neben der BRK-Kindertagesstätte „Nesthäkchen“ und einen Steinwurf entfernt von den beiden Schulen an der Krenmoosstraße befinden sich Karlsfelds zurzeit größte Baustelle. Dort baut die Gemeinde Karlsfeld eine sechszügige Grundschule samt Sporthalle. Im August 2021 soll die Schule bezugsfertig ein.

Für die Gemeinde ist der Bau ein finanzieller Kraftakt. 34 Millionen Euro kostet die Schule nach jüngsten Ermittlungen. Etwa 15,3 Millionen kommen zwar über staatliche Förderungen wieder herein, aber der Rest der Kosten bleibt bei der Gemeinde.

Ohne neue Schulden ist das nicht zu machen. Wie Bürgermeister Stefan Kolbe vor wenigen Wochen auf der Bürgerversammlung im Bürgerhaus mitteilte, seien von den rund 28 Millionen Euro Schulden, die Karlsfeld am Ende des Jahres 2019 voraussichtlich haben wird, mehr als 18 Millionen auf den Schulneubau zurückzuführen.

Allerdings bekommt Karlsfeld auch etwas für das Geld. Die neue, hochmoderne Schule erhält eine Mensa für 300 Personen und eine Versammlungsstätte für rund 1000 Personen. Gerade eine solche Versammlungsstätte in dieser Größe fehlt in der Gemeinde. Die sechszügige Grundschule bietet 650 Schülern Platz. Zwei Züge werden Ganztagsschule.

Auch an der Schulstraße wird schon fleißig gearbeitet. Dort wird bis Mitte 2022 ebenfalls eine neue sechszügige Grundschule gebaut, ebenfalls mit Mensa und ebenfalls mit zwei Zügen Ganztagsschule. Bauherrin ist hier allerdings die Landeshauptstadt München. Sie finanziert die rund 40 Millionen Euro teure Schule auch. Die Gemeinde Karlsfeld zahlt später Miete.

Eine Besonderheit haben beide neuen Schulen: das pädagogische Konzept. Sowohl an der Krenmoosstraße als auch an der Schulstraße entsteht ein so genanntes Lernhaus, das ein zukunftsweisendes Raum- und Pädagogikkonzept ermöglicht. In vielen Münchner Schulen wird es schon umgesetzt.

Das Lernhaus-Konzept beinhaltet Ganztagesbetreuung und Inklusion, und es bedeutet: weg vom Frontalunterricht, weg vom kleinen, abgeschotteten Klassenzimmer. Die Kinder sollen – ähnlich wie in Montessori-Schulen – in kleinen Gruppen lernen, und das in einer offenen und transparenten Umgebung.

tol

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