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Gewöhnungsbedürftig: Kiesstreifen und befesigte Uferbereiche am Karlsfelder See.

Sanierungsarbeiten im Karlsfelder Naherholungsgebiet

Der neue Karlsfelder See gefällt nicht jedem

Zu Tausenden strömten die Badegäste an den ersten sommerlichen Tagen des Jahres zum Karlsfelder See – und wunderten sich über unübersehbare Veränderungen am Erscheinungsbild und fleißige Bauarbeiter.

Karlsfeld – Seit 2013 wird am Karlsfelder See immer wieder mal gearbeitet. Der Erholungsflächenverein München nimmt eine umfassende, über Jahre andauernde Sanierung vor. Die Maßnahmen wurden damals im Vorfeld auch mit dem Bund Naturschutz und der Umweltreferentin des Gemeinderats Mechthild Hofner abgesprochen.

Der Erholungsflächenverein versprach eine „naturnahe und behutsame“ Sanierung. Dennoch kommt mitunter schweres Gerät zum Einsatz. Das sorgt immer wieder für Verwunderung bei Badegästen, Spaziergängern und anderen Besuchern des beliebten Naherholungsgebietes.

Die Sanierung findet in mehreren Stufen statt. Abgeschlossen ist die Ufersanierung – und die hat von Beginn an reichlich Protest und Empörung ausgelöst.

Den Karlsfelder See umgibt in weiten Teilen nun ein schmaler Kiesstrand. Jens Besenthal ist Geschäftsführer des Erholungsflächenvereins München. Er betont, dass die Aufkiesungen aus Sicherheitsgründen unumgänglich gewesen seien. Nur mit Aufkiesungen sei eine auch für Nichtschwimmer sichere Uferneigung machbar gewesen. Am Nordufer wurden Teile des Ufers sogar mit kleinen Steinmauern gesichert.

Viele Büsche und Bäume an den Böschungen wurden entfernt, auch weil im Laufe der Jahre freigespülte Betonteile und Spundwände entfernt oder mit Steinen und einer dicken Erdschicht überdeckt werden mussten. Diese Bereiche wurden neu bepflanzt.

Zuvor weitgehend zugewachsene Uferbereiche sind demnach verschwunden. Das brachte viele Karlsfelder auf. Zum Beispiel Elfriede Peil. Die ehemalige SPD-Gemeinderätin gehört einer „Aktionsgruppe Natürlicher See“ an, die schon 2015 forderte: „Nicht noch mehr Kies am See!“

Die Sanierungsmaßnahmen direkt am See sieht sie nach wie vor überaus kritisch. Und noch etwas hat Peil aufgebracht: Entgegen mehrfacher Zusicherung von Seiten des Erholungsflächenvereins und Bürgermeister Stefan Kolbe sei die Öffentlichkeit vor weiteren Sanierungsmaßnahmen nicht informiert worden, nicht vom Erholungsflächenverein und auch nicht von der Gemeinde. „Entsetzt erlebe ich eine Arroganz der Macht“, schrieb Elfriede Peil an Besenthal.

Der Sanierungsprozess auf den Flächen rund um den See ist noch im Gange. Bänke, Schilder und Abfallbehälter sollen erneuert oder ausgetauscht werden. Saniert werden auch die Wege und die Grillplätze. Zum Abschluss steht die Sanierung der WC-Anlagen auf dem Programm. Zum Zeitplan für diese Arbeiten machte der Erholungsflächenverein gestern keine Angaben.

Thomas Leichsenring

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