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Liest gern Biographien: Büchereileiterin Gabriele Küblböck

Die neue Leiterin der Gemeindebücherei Karlsfeld, Gabriele Küblböck, zieht Bilanz

„Ich mag Bücher mit kuriosen, verrückten Typen“

Die berühmten 100 Tage im neuen Amt hat sie hinter sich. Genauer gezählt sind es 108 Tage. Seit dem 1. Oktober 2017 ist Gabriele Küblböck die neue Leiterin der Gemeindebücherei Karlsfeld und sie fühlt sich „sehr gut“.

Karlsfeld –  Nach 100 Tagen zieht Karlsfelds neue Büchereileiterin Bilanz. Vorher war Gabriele Küblböck schon die Stellvertreterin von Brigitte Speer gewesen, die vergangenes Jahr in den Ruhestand ging. „Sie hat mich sehr gut eingearbeitet, und ich habe ein erfahrenes Team, das schon Jahre dabei ist.“

Ihre Liebe zu Büchern hat die 38-jährige Diplom-Bibliothekarin schon als Kind entdeckt. In dem kleinen Dörfchen Herzogreut in Niederbayern, vier Kilometer von der tschechischen Grenze, gab es eine kleine Bücherei. „Die hatte nur zweimal die Woche geöffnet. Wir Kinder durften bei der Ausleihe helfen, mit Zettel, Stempel und Nummern eintragen.“

Nach dem Abitur fand sie bei der Berufsberatung heraus: Sie wollte Bibliotheks- und Informationsmanagement studieren. An der Hochschule der Medien in Stuttgart war sie ab 1999 und lernte alles über alte und neue Medien, Kulturmanagement, Planung von Bibliotheken oder das Nutzen von Datenbanken. Danach arbeitete sie in der Dombibliothek Freising, einer öffentlich-wissenschaftlichen Bibliothek mit altem, sehr wertvollem und sehr pflegebedürftigem Buchbestand. „Neben der Katalogisierung ging es viel um die Bestandserhaltung, mit der richtigen Temperatur, Feuchtigkeit und Lagerung.“

Jetzt ist sie in der modernen Gemeindebücherei Karlsfeld „ganz glücklich“, wie sie sagt. Sie mag die hellen, offenen Räume. Sie hat viel vor: das weiterführen, was ihre Vorgängerin Speer mit den Lesungen eingebracht hatte, aber es auch erweitern. Etwa bei der Ausstellung „Seh am See“ mit Literatur und Musik am See. Sie möchte die Führungen für Schulklassen erweitern und Rektor Hakan Özcan in der Mittelschule unterstützen beim Projekt „Demokratie erleben“.

Sie muss auch noch jede Menge Fleißarbeit in die „Klarschriftumstellung“ stecken. „Bisher standen auf dem Buchrücken nur Kombinationen von Buchstaben und Zahlen, die kein Mensch versteht“. Zum Beispiel „Vel 4 End“, wobei „End“ für „Endres“ (Guilia) steht (das ist die mit dem Charm-Darm). Jetzt ist das Buch klar erkennbar als „Gesundheit Innere Medizin.“ Unterstützt wird sie bei dieser Aktion, die seit 2016 läuft, von der Hamburgerin Anne Stempel, die jetzt ihre Stellvertreterin ist.

Sie selber liest gerne Biographien und „Geschichten mit kuriosen, verrückten Typen“. So wie den Schelmenroman des schwedischen Autors Jonas Jonasson „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“, der 2009 erschien. Aktuell ist sie sehr angetan von Marc-Uwe Kling, der seinen Roman „QualityLand“ selber als Hörbuch besprochen hat. „Das ist sehr unterhaltsam, und ich kann es jedem empfehlen.“ Und selbstverständlich gibt es in „ihrer“ Bücherei den Kling auch als normales Buch und als E-Book.elfriede peil

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