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So nicht! - Oder nun doch?

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Und es gibt sie doch: Befürworter der Neuen Mitte demonstrierten vor dem Rathaus.  hab
Und es gibt sie doch: Befürworter der Neuen Mitte demonstrierten vor dem Rathaus. hab

Karlsfeld - „So nicht“, „Ortsentwicklung Karlsfeld“ - oder doch „Ja! Neue Mitte Karlsfeld“? Mittlerweile gibt es drei Bürgerinitiativen zur Neuen Mitte, ein Ratsbegehren - und jetzt auch ein Bürgerbegehren: Gestern wurden die Unterschriften übergeben.

Ausgetrocknet von der Sonne gleicht die Baugrube gegenüber des Karlsfelder Rathauses derzeit einer Wüste. Hier soll das neue Ortszentrum, die Neue Mitte, entstehen, auf diesem kargen Areal sind 220 Eigentumswohnungen, Flächen für den Handel sowie ein kleiner Platz geplant. So sieht es jedenfalls der Bebauungsplan 83b vor.

Doch der gefällt einigen Bürgern überhaupt nicht. Und so wurden zwei Bürgerinitiativen gegründet. „Wir wollen eine Neue Mitte“, stellt Bernd Rath von der „Ortsentwicklung Karlsfeld“ klar. „Allerdings nicht nach 83 b - sondern nach 83 a, mit entsprechenden Korrekturen.“ 83 a ist der Vorgängerplan, der wesentlich weniger Wohnungen sowie einen größeren Platz vorsah. Und so sammelten die beiden BIs Unterschriften, um per Bürgerentscheid das Bauvorhaben zu kippen.

Am gestrigen Montag übergaben Bernd Rath, Werner Schmach und Hans Eberle dem stellvertretenden Bürgermeister Wolfgang Offenbeck (CSU) 1765 Unterschriften - nötig waren etwa 1200. Dazu seien noch weitere Listen im Umlauf, betonte Werner Schmach. Die BI erklärte bei dieser Gelegenheit erneut, „dass zentrale Eckpunkte des Plans 83 b abgeändert werden müssen“. Wolfgang Offenbeck klärte über den weiteren Verlauf auf: „Wir lassen die Unterschriften prüfen und geben dann das Ergebnis bekannt.“ Dabei werden ungültige Unterschriften ausgezählt. Innerhalb einer Woche sollte dies geschehen.

Karlsfelds Bürgermeister Stefan Kolbe (CSU) hatte schon offensiv auf den Gegenwind reagiert: Er stellte beim Gemeinderat den Antrag, über ein Ratsbegehren einen Bürgerentscheid herbeizuführen. Erfolgreich. Denn nachdem der Investor des Plans 83 a aus wirtschaftlichen Gründen abgesprungen war, fürchtet Kolbe nun ein Scheitern von 83 b: „Dann ist auch der neue Investor weg“, sagt Kolbe.

Deshalb sorgt das Vorgehen der beiden BIs, trotz Ratsbegehren am Bürgerbegehren festzuhalten, bei einer neuen Gruppe für Kopfschütteln. Und so gründete sich: eine neue BI. Die „Ja! Neue Mitte Karlsfeld“. 15 Mitglieder der Gruppe versammelten sich während der Unterschriftenübergabe vor dem Rathaus zu einer kleinen Demonstration. „Eigentlich müssten sie durch das Ratsbegehren ihr erklärtes Ziel erreicht haben, nämlich die Karlsfelder Bürger über die Neue Mitte entscheiden zu lassen“, sagte ein Vertreter der Pro-83b-Initiative. Da der Bürgerentscheid des Ratsbegehrens mit der Bundestagswahl am 22. September zusammenfällt, sei auch von einer hohen Wahlbeteiligung auszugehen. Dafür spreche auch die Kosteneinsparung und ein geringerer Organisationsaufwand. Die neue BI plant nun eine Infoveranstaltung mit dem Architekten des Bauvorhabens Johann Spengler.

(stm)

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