Männliche Verstärkung im Frauenteam: Johann Willibald (hinten links) wurde einstimmig gewählt. Seine Stellvertreterin ist Ingrid Brünich (Mitte), Schriftführerin ist Hildegard Meier und Kassierin Birgit Großhans (links). Es gratulierte Bürgermeister Kolbe. Foto: kwo

Vom Nikolaus zum Vorsitzenden

Karlsfeld - Er ist wieder komplett, der Vorstand des Karlsfelder Musikvereins. Nach dem Rücktritt von Holger Linde im November hat das Drei-Frauen-Team um Ingrid Brünich nun endlich wieder männliche Verstärkung bekommen. Der neue Chef ist kein geringerer als der Nikolaus des Vereins: Johann Willibald.

Ist es ein Aufstieg oder Abstieg vom Nikolaus zum Vorstand, witzelt Johann Willibald. Nach der einstimmigen Wahl kann er es nicht mehr verbergen: Er ist stolz. Und glücklich über das Vertrauen, dass ihm die 35 anwesenden Mitglieder des Vereins entgegenbringen. „Ich habe schon einige Ideen im Kopf“, kündigt er an. „Und ich habe einen Herzenswunsch: Dass wir alle so wie wir hier heute sitzen als Verein beieinander bleiben.“

Ebenso einig waren sich die Musiker über die Arbeit der drei Damen, die den Verein nach dem Rücktritt Holger Lindes geführt haben. Die zweite Vorsitzende Ingrid Brünich erhielt ebenfalls 35 Stimmen. Sie übt dieses Amt bereits seit 22 Jahren aus. Als Schriftführerin ist weiterhin Hildegard Meier im Amt, die Aufgaben der Kassierin übernimmt Birgit Großhans. Letztere konnte den Mitgliedern gute Nachrichten überbringen: Der Verein hat 2011 in Plus von 1080 Euro erwirtschaftet, das an die vier Gruppen (das Akkordeon-Ensemble, die Blaskapelle und Bigband, die Singgemeinschaft und das Vivaldi-Orchester) weitergegeben wird. Großhans befürchtet allerdings, dass der Verein infolge der gekürzten Gemeindezuschüsse 2012 wieder ins Minus rutschen wird.

Bürgermeister Stefan Kolbe betonte, wie sehr der Gemeinde der Musikverein am Herzen liege. „Seit mehr als 50 Jahren begleiten Ihr das Leben in Karlsfeld mit Musik“, sagte er. Auch wenn die Gemeinde ihre Zuschüsse aufgrund der angespannten Haushaltslage um zehn Prozent reduzieren muss, möchte sie die Musiker weiterhin unterstützen - in dem sie Übungsräume und Bühnen für die Auftritte bietet. „Musik ist ein Stück Kultur und die gilt es zu fördern.“

Besonders freute sich Kolbe, dass sich so viele junge Menschen für die Musik engagieren. 76 der insgesamt 382 Mitglieder sind jünger als 18 Jahre. Der Verein konnte 2011 44 neue Mitglieder gewinnen und musste sich von 23 verabschieden, berichtete Ingrid Brünich.

Das Akkordeon-Ensemble habe allerdings mit Nachwuchssorgen zu kämpfen, berichtete Birgit Großhans. Die Jugendspielgruppe bestehe derzeit nur aus fünf Spielern und ist gerade noch spielfähig. Hoffnung macht ihr allerdings, dass derzeit zwölf Schüler im Unterricht sind, aus denen bald eine neue Spielgruppe geformt werden könnte.

Monika Fuchs-Warmhold hingegen muss sich keine Sorgen um den Nachwuchs des Vivaldi-Orchesters machen. Die 20 Vivaldi-Mäuse wollen heuer ihr erstes eigenes Konzert auf die Beine stellen. Und die 21 Vivaldi-Tiger haben 2011 beim Landeswettbewerb gezeigt, was in ihnen steckt: Sie haben sich für den Bundeswettkampf qualifiziert. „Für uns war es eine Sensation“, berichtete die Leiterin. „Dieses Gefühl wird noch lange nachwirken.“

Blaskapelle und Bigband haben im vergangenen Jahr zahlreiche Auftritte bestritten und freuen sich besonders über acht neue Schlagzeugspieler. Auch bei ihnen steht die Nachwuchsförderung an erster Stelle.

Die Singgemeinschaft hat keine Nachwuchssorgen, aber ein ganz anderes Problem, berichtete Joachim Thurner. Weil die Mitglieder für ihre Auftritte kein Geld verlangen, sind sie immer auf Spenden angewiesen. (kwo)

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