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Pieks durchs Autofenster: In Karlsfeld soll es bald eine „Drive-Through“-Impfstation geben

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Von: Stefanie Zipfer

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Eine Corona-Impfung durch das Autofenster soll es bald auch im Landkreis Dachau geben.
Eine Corona-Impfung durch das Autofenster soll es bald auch im Landkreis Dachau geben. © Symbolbild: Jose Carlos Ichiro / imago

Der Landkreis will angesichts der hohen Impfnachfrage seine Impfkapazitäten massiv aufstocken. Mit einer „Drive-Through“-Impfstation soll nun vor allem älteren Landkreisbürgern die Gelegenheit zur unkomplizierten Drittimpfung gegeben werden.

Karlsfeld ‒ Der Clou am „Drive-Through“-Format: Für die Auffrischungsimpfungen sind keine ausführlichen ärztlichen Aufklärungsgespräche mehr nötig, so dass eine schnelle Abfertigung im Auto vertretbar ist. Zudem müssen die Impfwilligen nicht in der Kälte bei Wind und Wetter warten, sondern können im beheizten Auto einfach ihr Fenster hinunterkurbeln und dem Impf-Arzt ihren Oberarm entgegenstrecken.

Betrieben werden soll die Impfstation von den Johannitern am Karlsfelder See, dort wo bis Ende September das Impfzentrum aufgebaut war. Als geplanten Starttermin nennt Landrat Stefan Löwl den 7. Dezember. „Das Konzept ist da, die Logistik ist da, und auch der Impfstoff.“ Alles, was laut Löwl nun noch fehle, sei das Personal.

Je nach dem, wie viele Mitarbeiter die Johanniter in den nächsten Tagen für ihre „Drive-Through“-Impfstation akquirieren, so viele Impfungen werden dort am Ende dann verabreicht werden können. Sicher ist, so der Landrat, dass es eine „Massenabfertigung“ werden soll, mit „mehreren hundert Impfungen pro Woche“.

Dass die Station überhaupt nötig wurde, liegt an der enormen Impfnachfrage der vergangenen Tage. Neben den Drittimpfungen würden auch viele Erstimpfungen nachgefragt. Dr. Christian Günzel, Versorgungsarzt im Landkreis, kann sich daher die Bemerkung nicht verkneifen, dass so mancher Impf-Stau auch da herrühre, dass „in den Monaten August bis Oktober leider über 10 000 Impfangebote nicht wahrgenommen“ wurden.

Ein weiterer Grund für den aktuellen Impf-Stau im Landkreis ist laut Landrat Löwl aber auch die Tatsache, dass viele Impfwillige aus anderen Landkreisen beziehungsweise der Landeshauptstadt nach Dachau kämen, um sich ihren Pieks abzuholen. Allein in der vergangenen Woche wurden laut Landratsamt knapp 50 Prozent aller Impfungen an Nicht-Landkreisbürger verabreicht.

Für die geplante „Drive-Through“-Impfstation soll es daher ein doppeltes Terminvergabesystem geben. So können sich Impfwillige weiterhin über das bayernweite Registrierungsportal Bayimco anmelden. Da aber gerade ältere Bürger nicht mehr so Computer-affin sind, würden diese bei diesem System „oft hinten runter fallen“, so Löwl. Deshalb soll im Landratsamt ein Callcenter eingerichtet werden, das die Anmeldungen der älteren Impfwilligen, die sich an der „Drive-Through“-Impfstation impfen lassen wollen, vermitteln soll.

Auch wenn das Angebot noch nicht bis ins Detail geplant ist, steht für Löwl schon jetzt fest: „Der Schwerpunkt der Geimpften ist der Landkreis.“ STEFANIE ZIPFER

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