Thomas Rauscher Leiter der Dachauer Polizei
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Thomas Rauscher, Leiter der Dachauer Polizei

Laut Thomas Rauscher hat die Polizei die Lage rund um die kriminelle Jugendbande im Griff

Polizeichef: Sicherheitszustand in Karlsfeld „sehr zufriedenstellend“

Nach dem Bericht über die kriminelle Jugendbande in Karlsfeld meldet sich Thomas Rauscher, Polizeidirektor und Leiter der Polizeiinspektion Dachau, zu Wort. Der Jugendbeamte Thomas Kirner der Dachauer Polizei hatte den Dachauer Nachrichten geschildert, dass in Karlsfeld seit rund zwei Jahren eine Jugendbande aktiv sei, deren Mitglieder Gewaltdelikte verüben. Rauscher betont, die Sachlage anders zu sehen als sein Jugendbeamter.

Karlsfeld ‒ Andere Jugendliche in der Gemeinde haben laut Kirner Angst vor der Gruppe, Eltern schalten keine Anzeige, weil sie Angst um ihre Kinder haben. Die beiden Anführer, zwei Brüder, sitzen seit vergangenem Sommer bzw. seit dem Frühjahr im Gefängnis. Seit drei bis vier Wochen ist es laut Kirner ruhig um die Bande (wir berichteten ausführlich).

Bürgermeister Stefan Kolbe sagte, er habe so etwas in Karlsfeld noch nie erlebt und sei entsetzt angesichts der Gewalttätigkeit. Thomas Rauscher dagegen betrachtet den „Sicherheitszustand in Karlsfeld unproblematischer als mein Jugendbeamter“. In einer schriftlichen Stellungnahme äußerte sich der Dachauer Polizeichef zur Situation in Karlsfeld. Hier im Wortlaut:

„Seit einigen Monaten stehen meine Jugendbeamten sowie ich selbst in Kontakt mit der Gemeinde Karlsfeld. Thema ist der Sicherheitszustand in Karlsfeld. Beim Runden Tisch der Gemeinde erfolgte regelmäßig ein gelungener Informationsaustausch. Unter anderem wurde beschlossen, einen weiteren Aktionstag durchzuführen. Dieser fand letzten Samstag unter dem Motto „Karlsfeld steht auf“ statt. Zivilcourage ist ein wichtiger Pfeiler in unserer Gesellschaft, damit wir gut miteinander leben können.

Wir hatten in Karlsfeld tatsächlich eine sehr auffällige Jugendgruppe, die der Polizei bzw. auch mir persönlich Sorgen bereitete. Einige Jugendliche waren für Sicherheitsstörungen und verschiedene Delikte verantwortlich. Trauriger Höhepunkt war die schwere Verletzung eines 16-Jährigen aus Karlsfeld, der in Puchheim, Landkreis Fürstenfeldbruck, mit einem Messer angegriffen wurde.

Durch eine starke Präsenz in Karlsfeld mit uniformierten und zivilen Polizeikräften konnten wir die Gruppenmitglieder identifizieren. Die verstärke Polizeipräsenz dürfte dazu geführt haben, dass wir seit einigen Wochen keine relevanten Anzeigen bzw. eigene Feststellungen mehr haben.

Durch eine enge Zusammenarbeit verschiedener Stellen war es gelungen, zwei auffällige Tatverdächtige, die im dringenden Verdacht standen, in Karlsfeld aber auch außerhalb des Landkreises Dachau, Delikte begangen zu haben, in Untersuchungshaft zu nehmen. Die Anordnung erfolgte durch das Amtsgericht Dachau. Die Haft war das Mittel der Stunde. Mildere Maßnahmen waren aus meiner Sicht bei den beiden jungen Männern nicht erfolgreich.

Unser polizeiliches Einsatzkonzept scheint aufzugehen. Wir führen es weiter fort. Die Streifenbesatzungen und auch Polizeibeamte in Zivil werden weiterhin im Bereich Karlsfeld aufmerksam unterwegs sein. Immer wieder werden auch Unterstützungskräfte aus Fürstenfeldbruck bzw. von der Bayerischen Bereitschaftspolizei eingesetzt.

Zudem appelliere ich an alle Bürgerinnen und Bürger: Erstatten Sie Anzeige, wenn Sie Opfer einer Straftat werden! Stellen Sie sich als Zeuge zur Verfügung!

Aktuell stellt sich der Sicherheitszustand in der Gemeinde Karlsfeld als sehr zufriedenstellend dar.

Ich schätze die Arbeit unserer hochengagierten Jugendbeamten sehr. Nicht zuletzt ihnen ist zu verdanken, dass sich die Situation wieder entspannt hat. Als Polizeichef betrachte ich dennoch den aktuellen Sicherheitszustand in Karlsfeld unproblematischer als mein Jugendbeamter.“ dn

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