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Ein breites Repertoire präsentierten das Karlsfelder Sinfonieorchester und die neue Chorgroup aus Karlsfeld. 

Erstes Karlsfelder Kulturfestival

Buntes Programm für Augen und Ohren

Am See die fantasievollen Kunststücke zu sehen, war das eine. Sie auch zu hören das zweite. Damit wurde das erste Karlsfelder Kulturfestival ein Fest für Augen und Ohren!

Karlsfeld – Akkordeons, Gitarren, eine Dixieland-Band, Blockflöten und ein Sinfonieorchester spielten auf, Chöre sangen. Dazu noch Theater, ein Dichter und Volkstanz. Die Karlsfelder erwartete am Wochenende ein volles Programm. Nur das Wetter spielte nicht mit, sehr zum Bedauern von Kulturreferentin Ingrid Brünich: „Aber was will man machen?“ Die Veranstalter mussten daher schweren Herzens Entscheidungen treffen – und die Aufführung der Muckerl-Bühne sowie den Acapalla-Gesang des Chors „Chorange“ absagen.

Wenn aber zur Eröffnung der Kunstausstellung am Samstag die Akkordeons ein „Concerto d‘amore“ gleichermaßen gefühlvoll wie schwungvoll spielten, konnte das eigentlich nur ein gutes Zeichen sein! Es stimmte ein auf ein heiteres Wochenende. Das Publikum dankte es den Musikern mit Applaus. Leiterin Birgit Großhans war dennoch nicht ganz zufrieden: „Wir konnten nicht so, wie wir wollten.“ Sie hatten keinen Bassverstärker, wegen der beschränkten elektrischen Kapazität.

Da waren sie technisch im Saal der Sportgaststätte fein heraus und im Trockenen. Wobei, auch dort ging es um‘s Nass. Die Geschichte vom Krokodil „Emil“, dem „Schrecken aus dem Karlsfelder See“, las der Dachauer Autor Alexander Paglialunga höchstpersönlich vor. Wer meinte, nur Kindern damit eine Freude zu machen, sah sich angesichts des proppenvollen Saales eines Besseren belehrt.

Emil ist auch älteren Damen und Herren in lebhafter Erinnerung. Mit Bildern aus dem Buch und Musik von den jungen Vivaldi-Mäusen wurde es eine regelrechte Multimedia-Show. Leiterin Monika Fuchs Warmhold ließ zum Schluss noch ein Festkonzert anklingen, bei dem alle mitmachen konnten.

Auch die Effner-Band konnte ihr Publikum begeistern. Die Band setzt sich aus ehemaligen Schülern des Dachauer Gymnasiums zusammen. Die Musiker spielten am Samstagnachmittag im Zelt des Kunstkreises, als das Wetter noch erträglich war.

Es war aber nicht nur Musik geboten, sondern es gab auch die Möglichkeit, sich künstlerisch zu entfalten. Beim Mitmachprogramm für Jung und Alt gab es jede Menge Materialien und verschiedenste Farben. Die Mitarbeiterinnen des Jugendtreffs, Simone Bauer, Beate Hartmann, Daniela Klemens und Katharina Wilde, regten an und halfen, wo es gewünscht wurde.

Etwas abseits vom See, in die Korneliuskirche, eröffnete den Sonntag ein Gottesdienst mit Diakon Markus Brandstätter und mit besonderer musikalischer Umrahmung. „Wir holen uns den See durch die Wassermusik,“ sagte der zweite Bürgermeister Stefan Handl. Er betonte die enge Verbundenheit von „Kornelius“ zur Kommune. „Wassermusik von Georg Friedrich Händel – was erwarten Sie sich davon? Dass wir etwas plätschern“, fragte Elke Fluk, die Leiterin des Blockflötenensembles und klärte auf: „Diese Musik wurde auf dem Wasser gespielt!“ Mit fünf Tänzen aus der Suite brachten die Spielerinnen festliche Stimmung in diesen trüben verregneten Vormittag.

Den Sonntagvormittag im Zelt gestaltete dann wieder die Effner-Band. Der Regen prasselte aber so, dass selbst das Zelt eine einzige, zugige, feuchte Angelegenheit war. Zum Glück gab es einen warmen Platz drinnen im Nebenraum und so wurde es dann doch ein gemütlicher Vormittag. Die Effner-Band spielte diesmal in großer Besetzung. Mit einem umfassenden Repertoire von Blues und Dixieland spielten sie den Frust über das Wetter einfach weg.

Hörgenuss pur und etwas Schönes zum Anschauen brachte auch der Abschluss des ersten Kulturwochenendes. Das Karlsfelder Sinfonieorchester unter der Leitung seines gut gelaunten Dirigenten Bernhard Koch und die neue Karlsfelder Chorgroup aus Chören des Musikvereins, aus St. Josef, des Frauenchores St. Anna und der Liedertafel Dachau unter Wolfgang Kraemer brachten den akustischen Genuss.

Die Bilder von 100 Viertklässlern aus der Schule an der Krenmoosstraße, die Volkstanzgruppe D‘Knödldrahra und die Jugendvolkstanzgruppe unter der Leitung von Gertraud und Gerald Himmler den optischen. Das war in der Tat „eine wunderbare Geschichte“, so Bürgermeister Stefan Kolbe. Er dankte allen, die das beim „Runden Tisch Kunst und Kultur“ auf den Weg gebracht hatten, vor allem den „Antreibern“, seinem Stellvertreter Stefan Handl und der „singenden Kulturreferentin“ Ingrid Brünich. Der Zyklus „Bilder einer Ausstellung“ von Modest Petrowitsch Mussorgski gilt als Musterbeispiel für Programmmusik. Der Pfiff war, dass zu jedem Abschnitt Kinderzeichnungen projiziert wurden, gemalt von allen vierten Klassen der Grundschule an der Krenmoosstraße.

Nach der Pause bezauberte Johann Strauß‘ „schöne blaue Donau“ den Saal. Die Überraschung war dann der Auftritt der Volkstanzgruppe „D‘Knödldrahra“: Bei der Polka „Feuerfest“ von Johann Strauß wirbelte die Volkstanzgruppe fröhlich über die Bühne. Sie hatten ihren Spaß und das Publikum erst recht, wie das Mitklatschen bewies.

„Die Ode an die Freude“ von Ludwig van Beethoven rundete das Konzert ab. Natürlich gab es eine Zugabe, das „Pomp and Circumstance“ von Edward Elgar. Plötzlich jedoch unterbrach Bernhard Koch: „So wie in der Albert Hall in London können Sie jetzt auch mitsingen!“ Das klappte zwar im bürgerlichen Haus noch nicht so ganz gut wie in der königlichen Halle. Aber die letzte Zeile „Unsere Gemeinschaft eint die Kultur“ wurde zum schönen Motto dieser Woche der Kulturschaffenden und Kulturgenießenden. Elfriede Peil

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