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Das Baufeld bleibt erst einmal unbebaut: Das Grundstück auf der Westseite des Karlsfelder Bahnhofs bleibt ein Dauerthema. 

Erlbau will Entwicklungskonzept nicht weiter verfolgen – Neue Planungen verzögern Bebauung um Jahre

Prinzenpark Karlsfeld: Verhandlungen sind gescheitert

Das große Baufeld auf der Westseite des Karlsfelder Bahnhofs wird wohl bis auf Weiteres ein großes Baufeld bleiben. Wie gestern bekannt wurde, sind die Verhandlungen der Gemeinde Karlsfeld mit dem Grundstückseigentümer, der Erlbau GmbH & Co. KG aus Deggendorf, gescheitert – zumindest auf Grundlage des jüngsten Konzepts.

In einem Schreiben, das den Dachauer Nachrichten vorliegt, schreibt Alois Erl junior an Bürgermeister Stefan Kolbe: „Aufgrund der abschließenden endgültigen Ablehnung unseres Konzepts durch den Gemeinderat werden wir dieses Konzept nicht mehr weiterverfolgen.“

Als einzige „sinnvolle Möglichkeit“ bliebe, „einen größeren gewerblichen Ankermieter“ für das Gelände zu finden“. Darauf aufbauend wolle man ein neues Nutzungskonzept für die Restflächen erarbeiten. Alois Erl geht von einem Planungszeitraum von mindestens ein bis zwei Jahren aus.

Der Stillstand im „Prinzenpark West“ wird sich demnach fortsetzen. 2014 hat Erlbau das Grundstück an der Bayernwerkstraße von Eon gekauft. Das Unternehmen werde, so die Hoffnung in Karlsfeld, das Areal nach den Wünschen der Gemeinde entwickeln: mit Gewerbe und einem Supermarkt. Als Erstes entstand allerdings ein großer Riegelbau: das Betreute Wohnen – ein bevorzugtes Betätigungsfeld der Erlbau.

Das war’s dann. Das Immobilienunternehmen aus Niederbayern argumentierte, dass sich keine geeigneten Gewerbebetriebe finden ließen. Und Betreiber von Supermärkten würden nur hinziehen, wenn im Umfeld mehr Menschen leben. In seinem aktuellen Brief schreibt Alois Erl, dass die Firma Feneberg, die anfangs Interesse bekundet hätte, inzwischen abgesagt habe.

Ende Januar legte Erlbau dem Gemeinderat erstmals sein neues Konzept vor, das unter anderem weitere 180 Wohneinheiten auf dem Grundstück sowie ein Parkhaus und ein Pflegeheim vorsieht.

Doch dies lehnte der Gemeinderat über alle Fraktionen ab – in öffentlicher Sitzung am 11. April und – dem Schreiben Erls zufolge – noch einmal in nichtöffentlicher Sitzung am 7. Mai. In den vergangenen Monaten hieß es von beiden Seiten, dass man im Gespräch bleiben wolle. Zu einer Einigung aber kam es offenbar nicht.

Auf Basis des jüngsten Konzepts war dies auch nicht zu erwarten, wie Bürgermeister Stefan Kolbe gestern zu verstehen gab: „Es war ein einstimmiger Beschluss des Gemeinderats, dass wir das nicht wollen: Pflegeheim, Parkhaus und mehr Wohnungen.“ Die Grundausrichtung sei von Anfang an Gewerbeansiedlung gewesen, nicht zuletzt, wegen der Einnahmen über die Gewerbesteuer.

Tenor im Gemeinderat deshalb: lieber ein völlig neues Konzept. Das im Januar von Erl vorgelegte komme nicht in Frage.

Die weitere Verzögerung stößt vielen Senioren sauer auf, die im Betreuten Wohnen leben. Sie sind vor allem verärgert, weil der versprochene Supermarkt nicht gekommen ist. Auch Eckard Moj wohnt dort. Er kritisiert das Verhalten der Erl-Gruppe und der Gemeinde seit Monaten gleichermaßen, hat Unterstützung unter anderem vom Verwaltungsrat der Eigentümergesellschaft. Die jüngste Entwicklung will er nicht hinnehmen. „Wir werden Mittel und Wege suchen, damit es nicht zu weiteren Verzögerungen kommt“, sagte er gestern. „Diesen Umgang mit uns Senioren lassen wir uns nicht gefallen!“ Thomas Leichsenring

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