Junge Wahlhelfer (von links): Vorne Milica Djordjevic (Serbien), Gabrijela Pesa (Kroatien), Nevena Susa (Serbien), Leona Cincar (Serbien); hinten Niko Schmidt (Russland) und Albi Gashi (Kosovo) sowie Lehrerin Barbara Lauterbach (Deutschland). foto: ep

Projekt „Juniorwahl“ auch in der Karlsfelder Mittelschule – Bemerkenswerte Erkenntnisse

Landtagswahl zum Ausprobieren

Das Wahllokal aus dem Erwachsenenleben ist in der Grundschule nebenan. Das für die „Juniorwahl“ ist in der Mittelschule.

Karlsfeld– Während die Eltern erst am Sonntag die Wahlzettel ausfüllen dürfen, konnten das die Kids und Jugendlichen schon vier Tage vorher. Lebhafte Gespräche in den Familien lassen sich vermuten: „Was hast Du gewählt? Wie bitte?“

Die Mittelschule Karlsfeld setzt viel auf „Demokratie leben“. Nach diesem Konzept wurden schon im Oktober 2017 zum erstenmal die Schulsprecher direkt von allen Schülerinnen und Schülern gewählt. Vorher hatten die Klassensprecher aus ihrer Mitte das Schulsprecherteam erkoren. Jetzt war wieder direkte und geheime Wahl der Sprecher. Aber zusätzlich gab es dieses Jahr noch für alle ab der 7. Klasse die Landtagswahl zum Ausprobieren, gewissermaßen.

Barbara Lauterbach ist die verantwortliche Lehrerin für dieses Projekt. „Wir haben uns mit den verschiedenen Parteien beschäftigt, was sie wollen, wer sie vertritt, das Wahlverfahren kennengelernt, den Ablauf vorbereitet.“ Träger der Juniorwahl ist der gemeinnützige und überparteiliche Verein Kumulus e.V. aus Berlin, der im Jahr 1998 aus einer ehemaligen Schulklasse heraus gegründet wurde. Von ihm kamen auch die Materialien und die pädagogischen Informationen. Die Schirmherrschaft haben die Präsidentin des bayerischen Landtags, Barbara Stamm, und der bayerische Staatsminister für Unterricht und Kultus, Bernd Sibler.

Mit großem Eifer, aber auch viel Spaß hat das Helferteam Wahlverzeichnisse und Wahlbenachrichtigungen erstellt. Jetzt am Wahltag bekommen alle, die teilnehmen, das berühmte Häkchen. „Damit auch nachher alles stimmt beim Auszählen“, erklären die Wahlhelferinnen. Das könnte so mancher älterer Wahlhelfer bestätigen und von endlosen Nachzähl-Stunden berichten.

Deshalb achten Milica, Gabrijela, Milica, Nevena und Leona strengstens auf den korrekten Eintrag und sind schier fassungslos, dass manche ihrer Mitschüler etwas chaotisch sind. „Frau Lauterbach, sagen Sie denen doch noch mal, dass sie sich richtig anstellen sollen.“ Aber sie selbst geben durchaus selbstbewusst ihre Anweisungen: „Jeder sitzt alleine an dem Wahltisch!“

Sie finden die Juniorwahl super. „Wir probieren das jetzt wie im richtigen Leben aus. Wir kennen alle Parteien. Man kann die auswählen, die Menschen mehr Rechte geben“, sagen Milica und Gabrijela. Aber sie wissen auch: „Aber da sind nicht alle dafür.“

Wer wofür gestimmt hat, wird am Abend der Landtagswahl von allen 637 beteiligten Schulen aus Bayern veröffentlicht. Hier im kleinen überschaubaren Kreis outen sich einige trotz geheimer Wahl freimütig. CSU, SPD und Grüne halten sich so etwa die Waage. Luna Stommel aus der 9. Klasse sieht in dieser Probier-Wahl noch einen praktischen Vorteil: „Das ist gut. Dann können junge Menschen sehen, dass das gar nicht so lange dauert.“

Etwas grundsätzlicher sieht es ihr 15-jähriger Mitschüler: „Wenn man die Parteien kennt, weiß man, wer uns hilft, ein gutes Land zu haben.“ Dein Wort in der Parteien Ohr.

Elfriede Peil

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