Radlständer
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Halbwegs aufgeräumt sieht der Radlständer auf der Ostseite des Karlsfelder Bahnhofs auf diesem Bild aus. Aber der Verhau dort ist mitunter ein echtes Ärgernis.

Finanzausschuss des Karlsfelder Gemeinderats verschiebt Anschaffung – Weitere Sparmaßnahmen beschlossen

Radlständeranlage am Bahnhof kommt vorerst nicht

Karlsfeld – Corona setzt den Kommunen zu, auch das finanziell ohnehin angeschlagene Karlsfeld muss eisern sparen. Wie berichtet, fehlen heuer 4,1 Millionen Euro im laufenden Haushaltsbetrieb. Der Finanzausschuss des Gemeinderats tagt mehrfach und streicht, verschiebt, kürzt. Am Dienstagabend wurde erstmals ein richtig dicker Brocken auf 2022 geschoben:

die neuen Radabstellanlagen auf beiden Bahnhofseiten. Weitere Großprojekte kommen bei einer Klausur des Gemeinderats am 13. März auf den Prüfstand.

Karlsfeld will offiziell fahrradfreundliche Kommune werden. Da sind Investitionen in die entsprechende Infrastruktur gefragt. Die 470 000 Euro, die für die Radlständer im Haushalt 2021 stehen, wurden jedoch nach einstimmigem Ausschussbeschluss wieder rausgenommen. „Ich sehe einfach keine Möglichkeit, das jetzt zu realisieren“, sagte Bürgermeister Stefan Kolbe (CSU). Bei der Anschaffung ist zwar mit staatlicher Förderung zu rechnen. Aber zunächst muss die Gemeinde in Vorleistung gehen. Und wann der Zuschuss aufs Konto kommt, ist nicht absehbar.

Weitere Entscheidungen:

■  Straßenunterhalt: Der ursprüngliche Ansatz betrug 750 000 Euro für 2021. Von einer Reduzierung auf 200 000 Euro sah der Ausschuss nach längerer Diskussion ab – nicht zuletzt, weil wegen des relativ harten Winters mit größeren Frostschäden zu rechnen ist. Im Haushalt 2021 bleiben jetzt 400 000 Euro stehen. 2015 schon wurde festgestellt, dass die Gemeinde jährlich 600 000 Euro aufwenden müsste, um den Zustand der Straßen auch nur zu halten. So viel gab Karlsfeld seit 2015 nur einmal aus. Bündnis-Gemeinderat Adrian Heim sagte in der Sitzung Spätfolgen voraus: „Das fällt uns irgendwann auf die Füße!“
■  Friedhof: Der Friedwald mit Urnengräbern wird gestrichen (135 000 Euro). 80 000 Euro für weitere Urnenwände bleiben im Haushalt. Der Bedarf an Urnenplätzen steigt, es gibt auf dem Friedhof kaum noch Kapazitäten. Auf den Einbau neuer Bänke mit Sitzheizung in der Aussegnungshalle wird verzichtet, ebenso auf die Anschaffung einer Totenglocke (Einsparung insgesamt 140 000 Euro).

■  Feuerwehr: Eine ganze Reihe von Haushaltsposten betreffen die Freiwillige Feuerwehr. Kommandant Michael Peschke erklärte dem Ausschuss, was weshalb wofür benötigt wird und versicherte, dass die Feuerwehr selbst alles tue, um bei Ausgaben zu sparen. Mit den Stimmen von CSU, Anton Flügel (FW) und Kolbe wurde beschlossen, auf den Kauf und Einbau einer Brandmeldeanlage (138 000 Euro) für das Feuerwehrhaus zunächst zu verzichten. Ansonsten war man sich einig: An der Feuerwehr wird nicht gespart. „Die halten für uns ehrenamtlich den Kopf hin“, betonte CSU-Gemeinderätin Ursula Weber.

■  Sportpark: Ein moderner Spindelmäher für 50 000 Euro wird heuer nicht angeschafft. Die Anschaffung einer Schneefräse wurde komplett gestrichen.
■  Kindertagesstätten: Schalldämmung in der Krippe „Schatzinsel“ und Erneuerung der Beleuchtung im Kindergarten „Zwergerlstube“ werden geschoben auf 2022.

■  Bushaltestellen: 2021 werden nur die Bushaltestellen „Hallenbad“ und „Rathausstraße“ barrierefrei ausgebaut. Der Haushaltsansatz reduziert sich damit von 150 000 auf 80 000 Euro.

■  Bauhof: Der Ersatzbau für das abgerissene Salzlager kommt erst 2022 (Einsparung 150 000 Euro). Streusalz kann aktuell anderweitig gelagert werden.

■  Immobilien: Die gemeindeeigene Vier-Zimmer-Wohnung in der Falkenstraße 11 wird nach dem Auszug des Mieters vorläufig nicht saniert (Einsparung 250 000 Euro).

Thomas Leichsenring

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