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Radweg nach Ludwigsfeld wird gebaut

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Kurze Verbindung, sicher und getrennt vom Autoverkehr: Der Fuß- und Radweg wird in Ludwigsfeld und Karlsfeld gleichermaßen begrüßt.
Kurze Verbindung, sicher und getrennt vom Autoverkehr: Der Fuß- und Radweg wird in Ludwigsfeld und Karlsfeld gleichermaßen begrüßt. © mm

Karlsfeld/Ludwigsfeld – Der Rad- und Fußweg zwischen der Siedlung Ludwigsfeld und Karlsfeld kommt. Der Planungsausschuss des Münchner Stadtrats hat die Umsetzung des von vielen in Ludwigsfeld und Karlsfeld gewünschten Projekt jetzt beschlossen.

Die bevorzugte Variante führt von der Kreuzung Dachauer Straße/Kristallstraße auf der Westseite des Schwabenbächls bis zum Fuß- und Radweg am Würmkanal. Dort wird eine Brücke gebaut. Auf der Nordseite des Würmkanals verläuft bereits eine Fahrradhauptroute.

Der neue Weg trifft auf Höhe des Speditionsunternehmens Logwin und der Artdeco Cosmetic GmbH auf das Karlsfelder Gewerbegebiet. Wer aus Richtung München kommt, erreicht wesentlich schneller Schulen, Geschäfte und andere Versorgungseinrichtungen in Karlsfeld, ebenso Naherholungsgebiete wie die Regattaanlage, das Naturschutzgebiet Schwarzhölzl oder den Karlsfelder See.

Eine kurze Verbindung, sicher und getrennt vom motorisierten Verkehr, wird aber auch in Karlsfeld begrüßt. Der Weg verbessert die Infrastruktur für Radfahrer in großem Maße, zumal in der Nähe einmal der Radschnellweg Dachau-München entlangführen soll. Mehr Radfahrer gleich weniger Autos. Und nicht nur der Durchgangsverkehr macht Probleme, es sind auch die Karlsfelder selbst, die für Kurzstrecken das Auto nehmen, wie eine Untersuchung ergeben hat.

Kurz vor der Gemeindegrenze Karlsfeld soll der neue Weg in einem Korridor zwischen Berthold-Zitzmann-Straße (links) und Schwabenbächl (rechts) verlaufen.
Kurz vor der Gemeindegrenze Karlsfeld soll der neue Weg in einem Korridor zwischen Berthold-Zitzmann-Straße (links) und Schwabenbächl (rechts) verlaufen. © tol

Der Brückenbau hat auch einen bedeutenden zeitgeschichtlichen Aspekt. In der NS-Zeit führte der Weg, den Zwangsarbeiter aus dem Konzentrationslager Dachau zum Außenlager Ludwigsfeld gehen mussten, dort über das Schwabenbächl. Unter anderem ist vorgesehen, zwei Gedenkorte an der Route zu schaffen. Max Mannheimer, der 2016 verstorbene Dachau- Überlebende und Ehrenbürger der Stadt, hatte sich mehrmals dafür eingesetzt, bei einem Bau der Brücke an das Schicksal der Häftlinge zu erinnern.

Die notwendigen Ausgleichsflächen sollen am Schwabenbächl und beidseits des neuen Weges angelegt werden. Damit wird auch das direkte Umfeld schöner gestaltet.

Offen ist, wann die Brücke und der Radweg gebaut werden. Bislang sind noch nicht alle Flächen verfügbar. Das Kommunalreferat der Landeshauptstadt ist beauftragt, Verhandlungen mit Grundstückseigentümern aufzunehmen. Das Vorhaben kann aber auch in Teilabschnitten umgesetzt werden. Über die Höhe der Kosten gibt es noch keine Angaben.

tol

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