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„Rattenscharfe“ Kampagne: Bayerische Feuerwehr kann nach Anwerbeaktion 41 Neuzugänge begrüßen

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Von: Thomas Leichsenring

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Dringend benötigte Verstärkung: Die Personallage bei der Karlsfelder Feuerwehr hat sich dank der Anwerbekampagne deutlich entspannt.
Dringend benötigte Verstärkung: Die Personallage bei der Karlsfelder Feuerwehr hat sich dank der Anwerbekampagne deutlich entspannt. © archiv

Ein absoluter Rekord: Die Karlsfelder Feuerwehr verzeichnet 41 Neuzugänge. Keine andere Wehr in Deutschland hat so viele neue Mitglieder im gleichen Zeitraum.

Karlsfeld - Wenn wir zehn bekommen, wäre das super. So dachte man Anfang 2020 bei der Karlsfelder Feuerwehr, als die Kampagne „Stark für Dich – noch stärker mit Dir“ startete. Die Freiwillige Feuerwehr der 22.000-Einwohner-Gemeinde brauchte dringend neue Leute. Wenn Michael Konrad, einer der Initiatoren, heute Bilanz zieht, kann er immer noch nicht recht fassen, wie erfolgreich die Kampagne war: 41 Neuzugänge verzeichnet die Karlsfelder Wehr – 21 Männer, sechs Frauen und 14 Jugendliche im Alter von zwölf bis 17 Jahren.

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„Rattenscharfe“ Anwerbeaktion: Karlsfelder Feuerwehr hat 41 neue Mitglieder - ein absoluter Rekord

Die ersten Neuen sind schon fit und fahren Einsätze mit, bei den anderen läuft die Ausbildung noch. „Jetzt brauchen wir deshalb erst einmal eine Pause“, sagt Konrad. „41 ist absoluter Rekord, keine Freiwillige Feuerwehr in Deutschland hat bislang so eine hohe Anzahl an Neueintritten in diesem Zeitraum realisiert!“

Die Einzigen, die bei uns ordentlich saufen, sind die Wassertanks unserer Löschfahrzeuge

Slogan der Kampagne

Verantwortlich für den durchschlagenden Erfolg ist ein ganzes Team an ehrenamtlichen Helfern, die sich innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr Karlsfeld um das Vorhaben gekümmert haben. Und natürlich die Dachauer Agentur Weimer und Paulus, die unter anderem die höchst auffälligen Slogans ersonnen hat, die in den vergangene Monaten überall in Karlsfeld an Plakatwänden prangten.

Trotz Corona-Pandemie: So viele Neuzugänge in Karlsfeld wie bei keiner anderen Wehr in Deutschland

Schlagworte und Zeilen wie „Rattenscharf“ und „Ordentlich saufen“ fielen ins Auge. Kleiner gedruckt dann die Auflösungen: „Rattenscharf sind unsere Trennschleifer“ und „Die Einzigen, die bei uns ordentlich saufen, sind die Wassertanks unserer Löschfahrzeuge“. Auffällig, originell, witzig – und sehr erfolgreich. Schließlich gelang es in den vergangenen Monaten trotz erschwerter Pandemie-Rahmenbedingungen, so viele Neuzugänge anzuwerben. Im vergangenen Jahr war auf den Plakaten der Feuerwehr Karlsfeld Sprüche wie „Karlsfeld brennt!“ und „Karlsfeld steht das Wasser bis zum Hals!“ zu lesen.

Rund 980 ehrenamtliche Stunden hat alleine das Kernteam in die Kampagne investiert, neben Konrad gehörten Roland Gerhager, Gerhard Nieder, Jugendwartin Stephanie Nieder, Kommandant Michael Peschke, Thomas Theil und Niklas Wochnik dazu. Das Engagement lief parallel zu ihren eigentlichen Aufgaben bei der Feuerwehr.

Ende 2019: Prekäre Situation der Karlsfelder Feuerwehr

Kommandant Peschke erinnert an die Ausgangssituation: „In den letzten Jahren konnten wir Ausfälle aktiver Mitglieder, etwa durch altersbedingtes Ausscheiden oder durch Umzug, kompensieren. Das bedeutet, wir haben im Jahresschnitt zwei bis drei Mitglieder verloren und zwei oder drei neue hinzugewonnen.“ Doch während die Anzahl der Aktiven über die Jahre konstant geblieben ist, habe sich „das Einsatzaufkommen innerhalb von 30 Jahren auf rund 250 Einsätze pro Jahr verdreifacht“.

Ende 2019 hatten Peschke und Konrad die Gelegenheit, dem Gemeinderat die prekäre Situation zu schildern: Sollte sich diese Entwicklung weiter fortsetzen, könne die Karlsfelder Wehr ihr Leistungsniveau nicht mehr halten, machten die beiden Feuerwehrvertreter deutlich. Der Gemeinderat beschloss daraufhin, die Mitgliederkampagne mitzufinanzieren.

Karlsfelder Feuerwehr: Personallage nach erfolgreicher Kampagne deutlich entspannt

Damit sich die Neuen möglichst rasch zurechtfinden und vor allem wohlfühlen, bekam jede und jeder eine Patin oder einen Paten an die Seite. „Das war sehr hilfreich, die Paten haben die Neuzugänge an die Hand genommen“, berichtet Konrad. 108 Aktive hat Kommandant Peschke jetzt zur Verfügung. Darunter sind mittlerweile 13 Frauen, die „den gleichen Job machen wie ihre Kameraden“, wie Konrad betont.

Auch die Dachauer Feuerwehr hatte sich zuletzt entschlossen, mittels Weimer und Partner eine Werbekampagne zur Nachwuchsgewinnung zu starten. Der Stadtrat hatte dafür vor einem Jahr einen Zuschuss in Höhe von 30.000 Euro zur Verfügung gestellt.

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